Doktor Oldales geographisches Lexikon / John Oldale

“Wie bitte? Einzelnen Kugeln ausweichen? Die könnten nicht mal einen Elefanten aus solcher Entfernung treffen”

(Letzte Worte von Generalmajor John Sedgwick, dem ranghöchsten Todesopfer der Union im amerikanischen Bürgerkrieg)

Geografische Lexika zeichnet meistens aus, hochverdichtet Informationen, Datenund Fakten zu Ländern und Regionen zu liefern, dabei je Land ein vorgebenes Raster abzuarbeiten von möglichen geschichtlichen Aspekten bis hin zu Geologie, Wirtschaft, Politik, Religion, ja womöglich bis zur Alphabetisierungsquote und dem Anteil von Datteln oder elektroporösen Kugellagern am Export. Das ist interessant – aber manchmal auch sehr ermüdend, vor allem, wenn man vielleicht aufgrund mangelnden Lesestoffes eigentlich das ganze Lexikon lesen möchte und nicht nur einzelne Artikel zur gezielten Information.
Doktor Oldales geographische Lexikon ist da anders. So erfahren wir unter dem Stichwort “Antarktika”, dass Pinguineier nach dem Kochen ein leuchtendes Orangerot beim Eigelb aufweisen und wenig appetitlichen Weiterlesen

Flavia de Luce – Vorhang auf für eine Leiche / Alan Bradley

Weiterhin ist die Familie de Luce knapp bei Kasse, der Familiensitz Buckshaw kaum noch zu halten. Colonel Buckshaw nimmt daher das Angebot einer Filmcrew an, Buckshaw als Drehort zu mieten. So rückt kurz vor Weihnachten der ganze Filmtross an inklusive der berühmten Schauspielerin Phillys Wyvern. Natürlich übt die Diva eine magische Anziehungskraft auf die Bewohner des kleinen Örtchens aus – und gern wird eine kurzerhand orfanisierte und nach Buckshaw verlegte Wohltätigkeitsveranstaltung mit Phillys Wyvern als überraschendem Stargast genutzt, alles in Augenschein zu nehmen und der Berühmtheit nahe zu sein. Doch der Abend endet dramatisch: alle Teilnehmer müssen zusätzlich zur Filmcrew und den de Luces in dem vom Schnee eingeschlossenen Buckshaw übernachten – und Flavia de Luce findet in den frühen Morgenstunden Weiterlesen

Pampa Blues / Rolf Lappert

Später kommt Maslow mit zwei Flaschen Bier über den Platz und setzt sich neben mich. Eine Weile sitzen wir stumm da, trinken usner Bier und gucken in den Himmel. “Glaubst du eigentlich, dass dort oben irgendwo Leben ist?”, fragt Maslow schliesslich.
“Ich glaube nicht mal, dass hier unten Leben ist”, sagte ich. Maslow seufzt und schweigt dann wieder.

Der 16jährige Ben träumt von der ersten Liebe und von Afrika, hat es aber im wahren Leben nicht leicht. Das liegt nicht nur daran, dass sein abenteuerlicher Vater vor Zeiten bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, seine als zweitklassige Jazzsängerin permanent tourende Mutter durch permanente Anwesenheit glänzt und er in dem winzige Provinznest Wingroden leben muss, in dem nur ein paar einsame bierselige Männer, Friseuse Anna und ein verrückter Tscheteschenienveteran wohnen: Ben hat ausserdem noch seinen senilen Großvater an der Backe, der alleine nicht mehr zurechtkommt.
Der ehemalige Golfprofi Maslow aber glaubt an Wingrodens goldene Zukunft und plant, den Ort mit Weiterlesen

Gott gibt es wohl nicht / Patrick Lindenfors. Illustriert von Vanja Schelin. Übersetzt von Rainer Lippold

Kinder kommen ohne Glauben, ohne Religion auf die Welt. Ob sie einen Glauben haben oder haben müssen, hängt meistens von ihren Eltern ab und nicht von einer eigenständigen Abwägung und Entscheidung durch die Kinder selbst. Der schwedische Evolutionsbiologe und Atheist Patrick Lindenfors nimmt diese Gedanken zum Ausgangspunkt seiner Reflexionen über Religion, Glaube und Götter.
Differenziert legt er dar, weshalb Gott und Götter eine Erfindung menschlicher Phantasie sind und nicht an Götter zu glauben keinesfalls ebenso ein Glaube ist wie Weiterlesen

Das Schicksal ist ein mieser Verräter / John Green

Ich kann nicht von unserer Liebe sprechen, also spreche ich von Mathematik. Ich bin keinn Mathematiker, aber ich weiß so viel: Es gibt unendlich viele Zahlen zwischen null und eins: 0,1 und 0,12 und 0,112 und eine unendliche Zahl anderer. Zwischen 0 und 2 gibt es natürlich noch viel mehr unendlich viele Zahlen und zwischen 0 und einer Million erst recht. Manche Unendlichkeiten sind größer als andere Unendlichkeiten [...]. Es gibt Tage, viele Tage, an denen ich bedaure, dass die Unendlichkeit meiner Zahlen so klein ist. Ich hätte gern mehr, als mit wahrscheinlich zusteht [...]

Erwachsen zu werden an sich ist schon nicht einfach, und zahllose bekannte und weniger bekannte Romane widmen sich eindrücklich und auf unterschiedliche Weise diesem spannenden, von großen physischen und psychischen Veränderungen begleitetem Lebensabschnitt wie etwa der oft erwähnte J.D. Salinger (“Fänger im Roggen”) und beispielhaft einige der bereits auf Jargsblog besprochenen Bücher wie etwa von Stephen Chbosky (“Vielleicht lieber morgen”), Dirk Witteborn (“Unter Wilden”), Steve Toltz (“Vatermord …”), Finn-Ole Heinrich (“Räuberhände”) und andere.
“Das Schicksal ist ein mieser Verräter” stellt Protagonisten in den Mittelpunkt der Handlung, die schwer an Krebs erkrankt sind: die sechzehnjährige Hazel leidet an den Folgen einer Krebserkrankung der Schilddrüse mit Metastasen in der Lunge. Durch ein neues Medikament konnte das Wavhstum des Tumors gebremst werden. Trotzdem ist ihr Leben starken Einschränkunegn unterworfen wie der permanent notwendigen zusätzlichen Sauerstoffversorgung ihrer Lunge. Hazel, einziges Kind ihrer Eltern, geht Freundschaften aus dem Weg, hasst es, bemitleidet zu werden und geht nur widerwillig zu einer Selbsthilfegruppe von an Krebs erkrankten Jugendlichen.
Doch eines Tages sitzt ihr in der Selbsthilfegruppe Gus gegenüber, der durch Knochenkrebs ein Weiterlesen

Nacht, komm! : Thriller / Agnes Hammer

Die 15jährige Lissy ist kein unbeschriebenes Blatt: sie hat die Schule faktisch abgebrochen, ist unbeherrscht und gelegentlich gewalttätig. Ihr Vater ist obdachloser Alkoholiker, ihre kaufsüchtige Mutter hat nach langer Zeit der Arbeitslosigkeit einen schlecht bezahlten Job in einer Bäckerei. Wegen Diebstahls muss Lissy über 100 Sozialstunden in einem Alten- und Pflegeheim ableisten. Dort lernt sie die Pflegerin Nele kennen. Über Nele kommt sie auch in Kontakt mit deren Freund Daniel, in den sie sich Hals über Kopf verliebt.
Als Nele ermordet aufgefunden wird, fällt der Verdacht rasch auf Lissy, die sich am Weiterlesen

Sieben Minuten nach Mitternach / Patrick Ness. Nach einer Idee von Siobhan Dowd

“Geschichten sind wichtig [...]. Sie können wichtiger sein als alles andere. wenn sie die Wahrheit in sich tragen.” (S. 151)

Jede Nacht hat Connor ihn, den Albtraum, der immer wiederkehrt und von dem er niemandem etwas erzählen kann. Dieser Albtraum voller Dunkelheit und Schmerz, stets mit einem Schrei endend, der ihn verfolgt, seit seine Mutter mit der Behandlung ihrer schweren Krebserkrankung begonnen hat. Seither kapselt Connor sich ab von der Wirklichkeit und den Menschen, wird zum Außenseiter, um nachts seinen eigenen, inneren Dämonen um so schlimmer zu begegnen.
Daher vermag ihn das Monster, zu dem sich die Weiterlesen

Erschieß die Apfelsine : Roman / Mikael Niemi

“Es ist nicht leicht, ein Klassenzimmer zu betreten, wenn man keine Haut mehr hat. Wenn man rundum neu und empfindlich ist wie eine frisch geschlüpfte Libelle …”.

Für den 16jährigen Erzähler besteht seine Klasse nur aus Arschgeigen, die alles haben und deren Weg bereits von den Eltern geebnet wird, und Idioten, die resignierend schlossen haben, nicht weiter aufzufallen und sich damit abzufinden, dass immer die Arschgeigen vorne sind. Er selbst hat sich auch immer “in der Mitte gehalten”, war “grau”. Doch jetzt hat er sich gerade unsterblich blamiert: nicht nur, dass er sich in die Schulschönheit verliebt hat – er hat ihr diese Liebe vor aller Augen eingestanden. Er beschliesst, dass er Weiterlesen

Virals – Tote können nicht mehr reden / Kathy Reichs

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Die 14jährige Tory, die Nichte der forensischen Anthropologin Tempe Brennan, lebt seit dem Tod ihrer Mutter bei ihrem Vater, den sie bis dahin nicht kannte. Sie findet die stark verwitterte Erkennungsmarke eines Soldaten – und bald darauf mit ihren Freunden die Knochen eines jungen Mädchens. Die vier sind entschlossen das Rätsel um das tote Mädchen aufzuklären und finden auch schnell eine Spur. Aber damit drohen sie nicht nur lange verborgenes düsteres Geheimnis aufzudecken, sondern auch geheime und gefährliche Forschungen an Weiterlesen

Flavia de Luce – Halunken, Tod und Teufel / Alan Bradley


Nachdem sie aus Versehen das Zelt der Hellseherin Fenella auf dem Jahrmarkt in Brand gesteckt hat, lädt Flavia sie ein, ihren Wagen auf Buckshaw aufzustellen, dem Landsitz der Familie de Luce. Doch Fenella wird nicht nur eines vergangenen Verbrechens bezichtigt, sondern auch noch nächtens fast erschlagen. Zum Glück wird sie von Flavia aufgefunden und damit gerettet. Doch als wäre das nicht genug, findet die von schlechtem Gewissen geplagte Falvia auch noch eine Leiche mit einer Gabel in der Weiterlesen

Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet: Roman / Alan Bradley

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England, 1950: Flavia de Luce lebt in dem kleinen Provinznest Bishop’s Lacey. Flavia zeichnet vor allem ihre unbändige Neugier und ihre Faszination für chemische Experimente und insbesondere für Gift aus. Als sie im Gurkenbeet einen Toten findet, gerät ihr Vater Colonel de Luce rasch unter Mordverdacht und wird verhaftet. Flavia macht sich auf ihrem Damenrad Gladys auf, um alle Spuren zu sichten und den Fall aufzuklären. Doch schnell stellt sich Weiterlesen

Flaia de Luce – Mord ist kein Kinderspiel / Alan Bradley

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England, 1950. Bishop’s Lacey ist ein gewöhnliches kleines Örtchen auf dem Land. Hier lebt die 11jährige Flavia de Luce. Flavia ist ein wenig sonderbar: sie interessiert sich brennend für Chemie, besonders für Gift und verbringt Stunden mit ihren Experimenten im einem alten Labor, wo niemand aus ihrer Familie sie stört. Und Flavia ist neugierig und ständig unterwegs mit ihrem alten, für sie noch etwas zu großen Damenrad Gladys.
Da verschlägt es einen aus der BBC bekannten Puppenspieler Rupert Porson und seine junge Gehilfin in den kleinen Ort. Durch eine Autopanne zu einem längeren Aufenthalt gezwungen, werden sie spontan vom Vikar zu zwei Aufführungen genötigt und von Flavia dabei unterstützt. Aber am Ende der zweiten Aufführung ist Weiterlesen