Lola und der Tangokönig / Ole Könnecke

Kapitän von Schultz, der pensionierte Seeräuber und Schrecken der Meere hat einen ausgefeilten Plan: er wird seinen Freund Oskar im Damespiel besiegen. Doch als er – mitten in seinen taktischen Überlegungen und Gedanken über die Vorzüge des Ruhestandes – plötzlich etwas in der Ferne entdeckt. Nach einem kurzem Blick in das Fernrohr bricht er hektisch im Ruderboot auf. Seitdem ist er wie ausgewechselt. Lola und Großvater fragen sich, was bloß aus dem alten Haudegen geworden ist, gibt der sich doch plötzlich empfindsam und zeigt ein ungewohnt weiches Herz – um dann plötzlich mit der Zeitung in der Hand zu verschwinden.
Lola und Großvater überlegen, wohin es Kapitän von Schultz verschlagen haben könnte und machen sich auf die Suche. Im Leuchtturm finden sie als einzigen Hinweis eine alte Weiterlesen

“Das musst du erzählen” : Erinnerungen an Willy Brandt / Egon Bahr

Mittlerweile ist er 91 Jahre alt und immer noch hellwach und eloquent. Wer in der akteullen Ausgabe des ZEIT-Magazins das Interview mit Egon Bahr gelesen hat, konnte sich davon überzeugen und wird vermutlich auf das ausgesprochen lesenswerte aktuelle Buch von ihm aufmerksam geworden sein.

In “Das musst du erzählen” berichtet Egon Bahr mehr als zwanzig Jahre nach dem Tod von Willy Brandt von der gemeinsamen Zeit mit seinem politischen und letztlich auch persönlichen Weggefährten. Manches davon kam bereits ansatzweise in dem Gesprächsprotokoll“Gedächtnislücken” (mit Peter Ensikat) zu Sprache.

Der frühere Journalist Bahr entschied sich Anfang der 1960er Jahre gegen ein lukratives Angebot von Henry Nannen und wurde Leiter des Presse- und Informationsamtes des Landes Berlin und damit Sprecher von Willy Brandt, dem damaligen Bürgermeister der geteilten Stadt. Gemeinsam mit ihm entstand das Konzept der Ostpolitik, des Weiterlesen

7 days left : Nicolai-Contest to win six books – now boarding on Gate 31-5

Da ich die Ansagen an internationalen Flughäfen liebe (insbesondere in Brasilien in diesem unvergleichlich weichen Englisch, bei dem man blind in jede Maschine steigen würde, egal wohin sie fliegt), konnte ich mir diesen Titel für den heutigen Rätsel-Reminder-Post nicht verkneifen.
Zur Sache: Zusehends füllen sich die Reihen, aber es gibt immer noch Gelegenheit, an Bord zu kommen und das Bücherpaket zu gewinnen, das im Rahmen der “300 Jahre Nicolai Verlag” auf Jargsblog verlost wird. Einzige Voraussetzung, um an Bord kommen zu dürfen und an der Verlosung teilnehmen zu können: die Beantwortung der Weiterlesen

Bruce : Die Springsteen-Biografie / Peter Ames Carlin. Übersetzt von Sonja Kerkhoffs

Es ist so eine Sache mit der Musik von Bruce Springsteen und mir: in der Zeit meiner musikalischen Sozialisation erreichten mich nur einige seiner Songs wie etwa das frühe “Born to run” vom gleichnamigen ersten Erfolgsalbum aus dem Jahr 1975, einige Titel des Allbums “Nebraska” (1982) und – ja! – durchaus auch Stadionrock-Titel wie “I’m on fire” oder den Krieg verurteilende Songs wie “War”. Eine nachhaltige Weiterlesen

Sechs Wochen danach oder: Wie überlebt man Shitstorms, Trolle und nervige umherirrende Mentalitäten?

Um die Antwort vorwegzunehmen: eigentlich ganz gut. Mittlerweile ist es über sechs Wochen her, dass Jargsblog mit Kommentaren zugemüllt wurde, die man nicht mehr als sachliche, bereichernde Diksussionsbeiträge oder Kritik bezeichnen konnte: Beschimpfungen, Verunglimpfung oder nervtötende Wortspaltereien nach der Rezension einiger religionskritischer Medien trafen im Minutentakt ein. Je nach Defintion kann man das, was da lief, als kleinen Shitstorm bezeichnen (wobei das Wort Shitstorm im Bereich der Netzkultur durchaus umstritten ist), als Versuche von Trollen, destruktiv auf die Kommunikationskultur des Blogs einzuwirken oder auch als verzweifelte und letztlich vergebliche Versuche nerviger umherirrender Mentalitäten, mit ihren Weiterlesen

Räuber Ratte / Axel Scheffler ; Julia Donaldson. Ins Deutsche übertragen von Salah Naoura

Räuber Ratte war ein Schurke,
Räuber Ratte war ein Dieb.
Reisenden stahl er das Essen,
bis kein Krümel übrig blieb.

Wir kennen das Gespann ja schon vom “Grüffelo”: Julia Donaldson und ihre humorvollen, wunderbaren Verse, bereichert von den Bildern Axel Schefflers. Mit “Räuber Ratte” legen sie erneut ein gemeinsames Buch vor und können auch den kritischen Biderbuchleser mit einer gewissen sprachmimosenhaften Empfindlichkeit gegenüber Versen und Reimen überzeugen.
Wir begleiten in der gereimten geschichte Räuber Ratte auf seinen Raubzügen, bei denen er den Opfern stets Weiterlesen

Noch 12 Tage bis zur Verlosung des Bücherpaketes auf Jargsblog


(Rowboats “Pletna” on the Lake Bled, Upper
Carniola, Slovenia. Urheber: Johann Jaritz)

Alle schon an Bord, Schwimmwesten angelegt und bereit zum Losfahren?! Es ist noch etwas Platz an den Rätselruderbänken, denn noch bis zum 31. Mai, 23:59 kann man zusteigen und auf Jargsblog im Rahmen von “300 Jahre Nicolai Verlag” an der Verlosung eines sechs Bücher umfassenden Buchpaketes teilnehmen. Es muss dafür nur per Weiterlesen

Lieben : Roman / Karl Ove Knausgård. Aus dem Norwegischen von Paul Berf

“Aus meiner eigenen Kindheit sind mir nur eine Handvoll Episoden im Gedächtnis geblieben, die ich alle als bahnbrechend und bedeutsam empfand, obwohl sie eigentlich, wie ich heute erkenne, in einem Meer anderer Geschichten schwammen, was ihren Sinn gänzlich auslöscht, denn woher will ich eigentlich wissen, dass ausgerechnet diese Ereignisse, die sich mir eingebrannt haben, entscheidend waren, und nicht all die anderen, über die ich nicht das Geringste weiß” (Karl Ove Knausgard, “Lieben”. S. 23)

Was betimmt ein Menschenleben, wie findet sich in der Banalität des Alltags so etwas wie Sinn, wie verändert sich das Bild der eigenen Kindheit, wenn man selbst Kinder hat? Karl-Ove Knaus Knausgård beschäftigt sich im zweiten Band seines auf sechs Bände angelegten Werkes mit der Veränderung, die sein Leben nimmt, als er seine Frau Linda kennenlernt: beide sind selbstbewußte, auf Selbstverwirklichung bedachte menschen, deren Leben sich durch die Weiterlesen

Zum Mitnehmen / Lorenz Pauli. Miriam Zedelius

Was soll man tun, wenn der Apfelbaum mehr Früchte trägt, als man selber essen kann? Genau! Man stellt die Äpfel in einem Korb vor den Zaun und hängt einen Zettel dran: “Zum Mitnehmen”. So macht es auch Herr Schnippel. Schon nimmt eine Kette von Mißverständnissen seinen Lauf.
Derr kleine Juri liest den Zettel nicht, schnappt sich einen Apfel und freut sich, weil er denkt, er hätte ihn geklaut. Frau Asperilla freut sich dagegen über den Korb, leert ihn aus und nimmt ihn mit. So weit, so gut. Aber jetzt weht der Wind den Zettel an das Weiterlesen

Gott hat hohe Nebenkosten : wer wirklich für die Kirchen zahlt / Eva Müller

Kirchen, diakonische Einrichtungen, kirchliche Wohlfahrtsverbände sind von der Gewerbesteuer befreit und werden dadurch um etwa 17 Milliarden € jährlich entlastet, erhalten jährlich staatliche Zuschüsse in Höhe von mehr als 50 Milliarden € und weitere finanzielle Vergünstigungen und Subventionen zusätzlich zur den etwa 10 Milliarden Einnahmen aus der Kirchensteuer ihrer Mitglieder. Kirchentage werden in der Regel zu etwa 50% vom Staat bezahlt, wie zuletzt in Hamburg. Der Staat zahlt Bischöfe und bezahlt auch für die Ausbildung von Religionslehrern. Kirchen und ihre Unternehmen haben zudem ein eigenes Arbeitsrecht, das sie vehement verteidigen.
Wir reden von den Kirchen in Deutschland, einem vorgeblich säkularen Land, in dem die Trennung von Kirche und Staat aber leider nur oberflächlich ist. Die finanziellen Ausmaße, die die Kirchenprivilegien seit den entsprechenden gesetzlichen Regelungen von 1952 (in der Weimarer Verfassung waren solche Privilegien unbekannt) angenommen haben, sind ja seit Christian Frerks hervorragend recherchiertem “Violettbuch Kirchenfinanzen” hinlänglich bekannt: der deutsche Staat überträgt Kirchen und ihren Unternehmen (sogenannten Wohlfahrtsverbänden) staatliche Aufgaben, zahlt dafür (etwa 99% des entstehenden Aufwandes) – und interessiert sich danach nicht mehr dafür, welche Arbeitsbedingungen dort herrschen oder welche Folgen die Delegation staatlicher Aufgaben an weltanschaulich gebundene, durch staatliche Subventionen erst konkurrenzfähige Einrichtungen auf die Arbeitnehmer, den Inhalt der bestellten Dienstleistung und deren “Zielgruppen” hat.

“Gott hat hohe Nebenkosten” widmet sich mittelbar auch diesem Thema, verbindet dies aber unmittelbar mit der erschütternden Fallgeschichte der Erzieherin und Kindergartenleiterin Bernadette Knecht aus Rauschendorf: am Beispiel ihrer Kündigung aufgrund einer Scheidung und eines neuen Lebenspartners, des Kampfs der von ihrer Arbeit begeisterten Eltern zunächst (fruchtlos) um den Erhalt ihres Arbeitsverhältnisses und danach um die Kündigung des Vertrags mit der Kirche als Träger durch die Stadt, werden die Auswüchse deutlich, die Weiterlesen

Fast vergessen : Handwerkliches Erbe / Christine Frenkenberger ; Walter Seitz-Krautstorfer ; Björn Thönicke

Eine ganze Reihe von Berufen sind durch die Mechanisierung oder den Wandel von Bedürfnissen und Gewohnheiten fast ausgestorben oder in Vergessenheit geraten, andere haben sich aus ähnlichen Gründen so stark verändert, dass ursprüngliche Elemente des Berufes fast komplett verloren gegangen sind. Zur erstgenannten Gruppe gehören sicher Sattler, Hutmacher, Messermacher oder Ofenkeramiker, zur zweiten könnte man den Bäcker zählen, der zwar als Ausbildungsberuf noch vorhanden ist, als handwerklicher Beruf allerdings schon fast als ausgestorben gelten kann, wenn man sich die Produkte in den meisten Bäckereien und Supermärkten ansieht. Dann gibt es natürlich noch Handwerksberufe, die relativ exotisch sind wie etwa den Blechblasinstrumentenbauer, den Harfenbauer oder den Säckler.
Basierend auf einer Fernsehserie, berichtet “Fast vergessen” in zwanzig Kapiteln über die vorgenannten Berufe und darüber hinaus über etliche weitere wie den Latschenölbrenner oder den Weiterlesen

Der Eimer ist erst halb voll …

Mittlerweile sind ja schon etliche Kommentare auf die Rätselfrage am Ende des besagten Blogbeitrages vom 1. Mai eingetrudelt – darunter vorwiegend richtige Antworten. Zeit ist ja noch ein wenig.
Es könnten natürlich noch wesentlich mehr sein: eigentlich hatte ich als Ulze dieses Blogs erwartet, dass Jarg einen ähnlichen Einsatz bringt wie die Weiterlesen

Lesen auf dem E-Book-Reader 5 : Virtuelle Medienschäden und überraschende Seitenzahlen

Im letzten und vierten Beitrag über das Lesen auf dem E-Book-Reader ging es ja um verzweifelte Versuche, den abgestürzten Kobo Glom der sich extrem verlangsamte und oft aufhängte, wieder zum Leben zu erwecken. Zur Ehrenrettung von Kobo muss gesagt werden, dass

a) der Firmensupport rührend, fachkundig und schnell um die Wiederherstellung der Readerfunkionalitäten bemüht war.

b) es letztlich auch gar nicht am Gerät selber lag. Es war eine defekte E-Book-Datei – so was gibt es, und zwar auch in der Onleihe.

Da könnte sich für bibliothekserfahrene und vielleicht leidgeprüfte analoge Bibliotheksnutzer natürlich sofort die Frage stellen, ob sie jetzt etwas bezahlen müssen, wo doch die Datei kaputt ist und so. Das kennt man ja bei Büchern auch: das ausgeliehene Buch wurde vom Auto überfahren, vom Hund oder Weiterlesen

Der Name der Rose / Umberto Eco

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“Die Rose von einst steht nur noch als Name, uns bleiben nur nackte Namen” (Aus: “Der Name der Rose”. Letzter Satz)

Norditalien, 14. Jahrhundert: Adson von Melk, ein alter Mönch, erinnert sich an seine Reise als junger Novize mit dem Franziskanermönch William von Baskerville in ein abgelegenes norditalienisches Kloster der Benediktiner. Hier soll ein Treffen stattfinden zwischen Abordnungen der Franziskaner und des Papstes aus Avignon, die über die Armut Christi tief zerstritten sind. Auch Bernardo Gui, ein Gegner des streibaren und scharfsinniges William, wird kommen. Doch ein mysteriöser Todesfall Weiterlesen

Noch 28 Tage bis zur Verlosung des Bücherpaketes auf Jargsblog

Auf Jargsblog gibt es in diesem Monat ein Buchpaket des Nicolai-Verlages im Rahmen der Aktion “300 Jahre Nicolai Verlag” zu gewinnen. Also unbedingt rechtzeitig per Kommentar die Rätselfrage beantworten, die man am Ende dieses am 1.5. erschienenen Artikels findet (hier klicken).

Eisbär, Elch und Eule : von Schnee und Eisbewohnern / Bibi Dumont Tak. Mit Illustrationen von Martijn van der Linden.

Walrosse haben es nicht leicht: sie sind ungeheuer schwer, brauchen jeden Tag 35 Kilo Futter und haben bis auf die langen Stoßzähne kein Gebiss. Damit zeigen sie beeindruckend, dass die Natur alles andere als perfekt ist und über Jahrmillionen Jahre an Evolution teilweise bizarre Lösungen hervorbringt. Die Lösung besteht beim Walross darin, dass es Weiterlesen

300 Jahre Nicolai Verlag : Bücherverlosung auf Jargsblog

Der Nicolai Verlag Berlin feiert 2013 sein 300. Jubiläum. Gegründet 1713 als Nicolaische Verlagsbuchhandlung, wurde er unter dem sich als Aufklärer verstehenden Schriftsteller, Kritiker und mit Lessing befreundeten Christoph Friedrich Nicolai, dem Sohn des Verlagsgründers, zu einem weit über Berlin und Brandenburg hinaus bekannten und wichtigen Verlag. Nicolai war eine faszinierende Persönlichkeit, die sich nicht nur durch mehrfache Begabungen und einen wachen Geist, sondern auch durch eine ausserordentlich scharfe Formulierungsgabe auszeichnete.
Als einer der ältesten Verlage Deutschlands bietet der Nicolaiverlag heute sorgfältig edierte, hochwertig gemachte “Bücher aus den Bereichen Architektur, Design, bildende Kunst, Fotografie, Kultur- und Zeitgeschichte” (Zitat von der Webseite) an, darunter auch den aussergewöhnlich schönen und anregenden, auf Jargsblog besprochenen Titel NaturGenies.
Aus Anlass des Jubiläums “300 Jahre Nicolai Verlag” wird von Mai bis August jeweils einen Monat lang auf ausgewählten Bücherblogs jeweils ein sechs Bücher umfassendes Buchpaket des Verlages verlost. Jargsblog macht im Monat Mai den Anfang, im Juni folgt die Klappentexterin.

Das zu gewinnende Buchpaket besteht aus den folgenden Titeln:


Berliner Mauerbilder


Plattenbau privat


Mein Leben mit dem ZDF


Der Tod steht uns gut


Der Maler Max Liebermann


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Wer an der Verlosung teilnehmen möchte, beantworte bitte bis spätestens 31. Mai 2013, 23:59 Uhr, folgende Frage über die Kommentarfunktion dieses Blogbeitrages:
Welches Museum war von 1910 bis 1936 im langjährigen Verlagssitz in Berlin-Mitte untergebracht?

Unter den richtigen Antworten wird die Gewinnerin oder der Gewinner von mir am 1. Juni 2013 ausgelost. Die Kommentare der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bleiben bis zum 31.5 unsichtbar, um den Weg in die Lostrommel und damit zum potentiellen Gewinn des Buchpaketes nicht allzu einfach zu machen. Die Lösung liegt allerdings näher, als man denkt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Umwege und persönliche Bekanntschaften mit dem Betreiber dieses Blogs zählen nicht.

Ulze am Sonntag : richtet Eure Augen auf Mai und ratet richtig


(Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-V03906 / Bankhardt / CC-BY-SA)

Gewinnspiele gehören auch auf 457 Ulze 23, dem jupitergroßen Heimatplaneten aller Ulzen, zum Alltag. Hier wird alles verlost: Essen, alte Socken, Weiterlesen

Doktor Oldales geographisches Lexikon / John Oldale

“Wie bitte? Einzelnen Kugeln ausweichen? Die könnten nicht mal einen Elefanten aus solcher Entfernung treffen”

(Letzte Worte von Generalmajor John Sedgwick, dem ranghöchsten Todesopfer der Union im amerikanischen Bürgerkrieg)

Geografische Lexika zeichnet meistens aus, hochverdichtet Informationen, Datenund Fakten zu Ländern und Regionen zu liefern, dabei je Land ein vorgebenes Raster abzuarbeiten von möglichen geschichtlichen Aspekten bis hin zu Geologie, Wirtschaft, Politik, Religion, ja womöglich bis zur Alphabetisierungsquote und dem Anteil von Datteln oder elektroporösen Kugellagern am Export. Das ist interessant – aber manchmal auch sehr ermüdend, vor allem, wenn man vielleicht aufgrund mangelnden Lesestoffes eigentlich das ganze Lexikon lesen möchte und nicht nur einzelne Artikel zur gezielten Information.
Doktor Oldales geographische Lexikon ist da anders. So erfahren wir unter dem Stichwort “Antarktika”, dass Pinguineier nach dem Kochen ein leuchtendes Orangerot beim Eigelb aufweisen und wenig appetitlichen Weiterlesen

Flavia de Luce – Vorhang auf für eine Leiche / Alan Bradley

Weiterhin ist die Familie de Luce knapp bei Kasse, der Familiensitz Buckshaw kaum noch zu halten. Colonel Buckshaw nimmt daher das Angebot einer Filmcrew an, Buckshaw als Drehort zu mieten. So rückt kurz vor Weihnachten der ganze Filmtross an inklusive der berühmten Schauspielerin Phillys Wyvern. Natürlich übt die Diva eine magische Anziehungskraft auf die Bewohner des kleinen Örtchens aus – und gern wird eine kurzerhand orfanisierte und nach Buckshaw verlegte Wohltätigkeitsveranstaltung mit Phillys Wyvern als überraschendem Stargast genutzt, alles in Augenschein zu nehmen und der Berühmtheit nahe zu sein. Doch der Abend endet dramatisch: alle Teilnehmer müssen zusätzlich zur Filmcrew und den de Luces in dem vom Schnee eingeschlossenen Buckshaw übernachten – und Flavia de Luce findet in den frühen Morgenstunden Weiterlesen

In den Bergen der Kopfjäger : Indiens wilder Nordosten / Peter van Ham

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Der aufgrund seiner Forschungsarbeiten über Indien international anerkannte Peter van Ham bereist seit vielen Jahren die hierzulande kaum bekannte Region der „Sieben Schwestern Indiens“: im Nordosten des Subkontinents gelegen, zeichnen sich diese nahezu vergessenen Bundesstaaten zwischen Tibet und Burma, die lange Sperrgebiet war, nicht nur durch ihre urtümlichen, schwer Weiterlesen

Das Buch : eine illustrierte Geschichte / Martyn Lyons

Es gibt Formen, die kaum zu verbessern sind, weil sie sich in ihrer Grundform über Dutzende, ja Hunderte von Jahren entwickelt haben. Löffel, Teller, Eimer, Bleistift oder Stuhl gehören dazu. Ebenso natürlich das Buch an sich, das seit über zweitausend Jahren zu den von jeder Generation neu entdeckten und weiterentwickelten und trotzdem in ihren grundsätzlichen Eigenschaften kaum veränderten Gegenständen gehört.
Martyn Lyons breitet in seinem in kurze, prägnante Abschnitte gegliederten Bildband die Geschichte des Buches vor uns aus: von den frühesten Schriftzeugnissen aus Weiterlesen

Mein Papa, der ist groß und stark, aber … / Coralie Saudo ; Kris Di Giacomo. Aus dem Französischen von Jacqueline Kersten

Jeden Abend dasselbe Spiel: der große, starke Papa … will einfach nicht ins Bett, obwohl der kleine Junge ihn Weiterlesen

Lesen auf dem E-Book-Reader 4 : warum es schön ist, dass gedruckte Bücher keine Werkseinstellungen haben

Ist es Ihnen schon mal passiert, dass ein gedrucktes Buch sich plötzlich immer langsamer blättern liess, sich gar “aufhängte” und sich die nächste Seite gar nicht lesen liess? Konnten Sie ein Buch plötzlich nicht mehr öffnen? Haben Sie schon einmal ein gedrucktes Buch auf die Werkseinstellungen zurücksetzen müssen und danach das Buch gar nicht Weiterlesen

Der Ulzenbeitrag : Trollfreie Zonen und “Methoden der rohen Gewalt” auf WordPress

Als amtliche bestellte Ulze für diesen Sektor des Sonnensystems war ich einigermaßen entsetzt, in der terrestrischen Netzkultur auf Trollattacken, Shitstorms und ähnliche prähistorische Weiterlesen

Richle, Urs: Das Loch in der Decke der Stube

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Paul, Anfang 20, leidet an Asthma. Die Bergluft in einem kleinen Dorf in Appenzell soll ihn kurieren. Er zieht bei Emil, einem alten Mann, ein, und findet Arbeit in der Gärtnerei von Hans, Emlis Bruder. Schnell wird Paul in die Dorfgespräche und den Klatsch mit einbezogen: man fragt ihn, ob er vom Streit zwischen den beiden Weiterlesen

Ich und du und Müller Kuh und 1000 Kaffeebohnen : das große Max-Kruse-Buch / Max Kruse. Mit Bildern von Christine Brand

Pirr schirr kabirr
puff knuff kabuff
wirsch kabelwitsch knall
Ich bin überall!

(Max Kruse: Der Überall. Aus: Ich und du und Müllers Kuh und 1000 Kaffeebohnen, S. 20)

Der 1921 geborene Max Kruse, der noch mit über 90 Jahren schreibt (am PC!), gehört längst zu den Klassikern der deutschen Kinderliteratur. Wer erinnert sich nicht neben den unsterblichen Urmel-Büchern an “Der Löwe ist los”, “Don Blech”, “Lord Schmetterhemd” und andere wunderbare Bücher von ihm – viele von ihnen in ihrer Bekanntheit befördert von der Augsburger Puppenkiste?
“Ich und du und Müllers Kuh und 1000 Kaffeebohnen” versammelt einen Querschnitt aus Kruses Gedichten und Erzählungen und zeigt, wie vielseitig und Weiterlesen

Von Anfang bis Zebra : ABC-Gedichte / James Krüss. Mit vielen Bildern von Sabine Wilharm

“Wörter, die mit N beginnen,
nützen, um draus versefroh
manch verdrehtes Garn zu spinnen,
und das geht zum Beispiel so:

Neckt das Nashorn die Narzisse,
neckt das Nebelhorn den Nerz.
Neckt der Nüsseknacker Nüsse
neckt die Niere gern das Herz.

[...]

ABC-Bücher gibt es wie Sand am Meer – aber wenige Perlen sind darunter. Dieses Buch ist eine solche Perle sowohl in optischer als auch in sprachlicher Hinsicht. Für die Optik zeichnet Sabine Wilharm verantwortlich, die mit ihren wildskurillen Bildern (“Schinken & Ei” ; “Zum Strand”) auf Jargsblog bereits mehrfach Erwähnung findet.
Für die Verse steht der unvergessene James Krüss, der hier mit Weiterlesen

Ruhepol : Roman / Amy Sackville. Aus dem Englischen von Eva Bonné

“Wenn er sich am Abend hinlegte, um zu träumen und seine Seele über das Eis fliegen zu lassen, strebte er ihr entgegen, denn sie erwartete ihn am Pol. Im Logbuch taucht ihr Name kein einziges Mal auf. Er brachte keinen langen Klagelieder über ihre Abwesenheit zu Papier, aber das Gefühl durchdringt seine Zeilen, so als hätte sie hinter ihm gestanden, wenn er am Schreibtisch saß, und ihm eine hand auf die Schulter gelegt, so als befänden sie sich daheim im Wohnzimmer und nicht in einem Kämmerlein am Rand der Zivilisation, am Ende der bekannten, kartographierten Welt” (S. 109)

England, zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Polarforscher Edward Mackley bricht mit seinen Gefährten auf dem Schiff Persephone auf, um als erster Mensch den Nordpol zu erreichen. Zurück in England bleibt seine Frau Emily, die im Haus seines verheirateten Schwagers John auf die Rückkehr von Edward wartet. Doch der Forscher kehrt nicht zurück, sondern verschwindet in den Weiten der Arktis. Emily aber scheint nicht aufzugeben und wartet sechzig Jahre lang: erst kurz vor ihrem Tod erreicht sie zusammen mit seinem Tagebuch die Nachricht, dass Edwards Leiche im Permafrost gefunden wurde.
Über einhundert Jahre später lebt Edwards Großnichte Julia mit ihrem Mann Simon im alten Haus der Mackleys: fasziniert von der Geschichte Edwards und von Emilys lebenslangem Warten, sichtet sie an einem brütend heissen Augusttag die Weiterlesen

Ziegen : freundliche Querköpfe / Lutz Schiering

Eine Ziegenbuchrezension auf Jargsblog? Wandelt sich Jargsblog zum Nututierblog, zum Blog der Freunde von Capra aegagrus hircus, einer Gattung der Hornträger (Bovidae). Dies ist nicht unbedingt zu erwarten, aber ich muss zugeben, dass dieses wunderbare Buch über Ziegen in mir schon den vagen gedanken aufkommen liess, zum Ziegenhalter zu mutieren. Ein Gedanke, der vielleicht gar nicht so abgwegig ist, seit auf Initiative der besten Ehefrau von allen ein Islandpferd zur Familie gehört.
Zum Buch: Schiering unternimmt mit seinem Buch einen Parforceritt – nein, nicht auf der Ziege, sondern durch die Weiterlesen

Der Seidenfächer / Regie: Wayne Wang. Darst.: Gianna Jun ; Li Bing Bing ; Vivian Wu …

China, 19. Jahrhundert. Snow Flower und Lily wurden am gleichen Tag geboren und als siebenjährige Mädchen der brutalen Prozedur des Füßeabbindens unterzogen, um aös erwachsene Frauen die bei Männern begehrten “Lotosfüsse” zu bekommen. Eine Heiratsvermittelin macht sie zu Laotongs, Schwestern im Geiste, und bringt ihnen die Geheimsprache der Laotongs bei. Als Snow Flower und Lily später durch Heirat voneinander getrennt in Isolation und Einsamkeit leben, tauschen sie sich über geheime Botschaften in den Falten von Seidenfächern aus. Ihre Freundschaft wird durch Unruhen, Krankheit und Tod auf eine harte Probe gestellt …
Shanghai, Anfang des 21. Jahrhunderts. Nina und Sophia sind seit der Kindheit beste Freundinnen, haben sich aber nach einem Streit lange nicht gesehen. Als Sophia nach einem Unfall Weiterlesen

Pampa Blues / Rolf Lappert

Später kommt Maslow mit zwei Flaschen Bier über den Platz und setzt sich neben mich. Eine Weile sitzen wir stumm da, trinken usner Bier und gucken in den Himmel. “Glaubst du eigentlich, dass dort oben irgendwo Leben ist?”, fragt Maslow schliesslich.
“Ich glaube nicht mal, dass hier unten Leben ist”, sagte ich. Maslow seufzt und schweigt dann wieder.

Der 16jährige Ben träumt von der ersten Liebe und von Afrika, hat es aber im wahren Leben nicht leicht. Das liegt nicht nur daran, dass sein abenteuerlicher Vater vor Zeiten bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, seine als zweitklassige Jazzsängerin permanent tourende Mutter durch permanente Anwesenheit glänzt und er in dem winzige Provinznest Wingroden leben muss, in dem nur ein paar einsame bierselige Männer, Friseuse Anna und ein verrückter Tscheteschenienveteran wohnen: Ben hat ausserdem noch seinen senilen Großvater an der Backe, der alleine nicht mehr zurechtkommt.
Der ehemalige Golfprofi Maslow aber glaubt an Wingrodens goldene Zukunft und plant, den Ort mit Weiterlesen