Die Kinder des Monsieur Mathieu / Regie: Christophe Barratier. Darst.: Gérard Jugnot ; François Berléand ; Kad Merad …

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Vorgeschichte: der erfolgreiche Dirigient Pierre Morhange fliegt von New York nach Frankreich, um seine Mutter zu beerdigen. Danach trifft er Pépinot, mit der als Kind ein berüchtigtes Internat für schwer erziehbare Jugendliche besucht hat. Von ihm erhält er das Tagebuch ihres ehemaligen Lehrers und Aufsehers Clément Mathieu, der 1949 als erfolgloser Musiker an dem Internat ein Auskommen sucht.
Als Clément Mathieu 1949 an das Internat kommt, steht es Weiterlesen

Die tollkühnen Abenteuer von JanBenMax / Zoran Dvrenkar

Immer wieder Mittwochs geschieht es: Mutter fällt ganz plötzlich ein, dass sie jetzt unbedingt wegmuss. Dann kommt die alte Frau Metzler von oben, um auf die Brüder Jan, Ben und Max aufzupassen. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn nach dem üblichen Weiterlesen

Wandern mit Jargsblog: Schiefer geht es nicht?

Wer Kindern das Wandern nahebringen und die Lust daran erhalten will, wird oft nach Rundwanderungen Ausschau halten, die nicht zu lang sind, abwechslungsreiche Wege bieten und immer wieder die eine oder andere Attraktion am Wegesrand zu bieten haben. Unser Kurzurlaub im Nahetal im letzten Oktober in der relativ hässlichen Stadt Bad Kreuznach bot uns mehrere solcher Rundkurse in der Umgebung. Darunter war auch diese Tour, die uns gleich am ersten Tag zu gleich drei Attraktionen führte.

Von einem Parkplatz aus ging es Weiterlesen

Die allerbeste Prinzessin / Ursula Poznanski ; Sybille Hein

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Man kennt das ja. Es war einmal eine Prinzessin, die war schön und sollte heiraten … und dann kommt der Prinz, der schon Drachen getötet hat und ünerhaupt ein echter Kerl ist und nimmt sie zur Frau. Nicht so bei “Die allerbeste Prinzessin”!
Bianca, Violetta und Rosalind sind natürlich auch wunderschön, aber sonst so gar nicht, wie Prinzessinnen sind, den sie treiben mit ihren Streichen und Streitereien ihren Vater, den König, oft genug zur Weissglut. Der beschliesst: Prinzen müssen her und die beiden heiraten. Dann ist endlich Ruhe.

Doch trotz umfangreicher postalischer Werbemaßnahmen lässt sich kein Prinz blicken, entschuldigen sie sich alle mit dringen nötigen Schwertkämpfen, Drachenjagden und ähnlichem. Nur der langweilige Waldomir nicht. Doch bevor der kommt, geraten sich Weiterlesen

Das ist nicht mein Hut / Jon Klassen

So ein kleiner frecher Fisch kann schon mal auf Ideen kommen. Zum Beispiel, dem großen schlafenden Fisch den Hut zu stehlen. Das wird der bestimmt nicht bemerken. Denn der große Fisch schläft ja und wird bestimmt nicht an den Hut denken, wenn er aufwacht. Und woher sollte er wissen, dass der Weiterlesen

Zurückbleiben bitte! oder: übernehmen die Kinder die Macht?

Generationen von U-Bahn-Passagieren in Hamburg waren daran gewöhnt: vor dem Schliessen der U-Bahn-Türen erklang ein herzhaft geschnarrtes, in den letzten Jahren sanft vom Tonband ertönendes “Zurückbleiben bitte” (Beispiel: hier), dass über die Jahre noch mit Warntönen und Blinklichtern technisch aufgepeppt wurde.

Das ist vorbei: die Blinklichter und die Warntöne bleiben, aber die Ansage “Zurückbleiben bitte!” gibt es seit Montag nicht mehr. Nicht, dass das unbedingt zu bedauern wäre und sicher sind die Gründe dafür durchaus schlüssig. Allerdings hatte es einen gewissen touristischen Wert: Auswärtiger Besuch war immer sehr angetan von der Durchsage – vor allem zu Zeiten, als der Text eher wie “Zrrübleim bidde” klang und zu lautmalerisch ausgekosteten, erheiternden Wiederholungen einlud. Nun, dass Ministry of sound wird ja irgendwann gegründet und gründet dann sicher ein Museum obsoleter Ansagen.

Als Vater von Zwillingen allerdings bekommt das “Zurückbleiben bitte!” für mich zumindest in musikalischer Hinsicht eine ganz neue Konnotation: bisher war ich Weiterlesen

Jungs sind eben so! / Jean-François Dumont

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Jungs sind doof. Thomas ist auch eine Junge, und die rennen herum, spielen Fußball, rempeln mit Absicht und sind überhaupt nicht nett. Das nervt natürlich. Und dann tritt man als Mädchen schon mal zu. Was auch blöd ist, weil Jungs dann hinter einem her laufen und ganz schön schnell rennen können …

Die festgefahrene Ansicht über Jungs gerät in Weiterlesen

Sydney Bridge Upside Down : Roman / David Ballantyne

Neuseeland, 1950er Jahre. Calliope Bay ist ein kleiner, abgelegener Ort an der Küste, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Seit der Schlachthof geschlossen ist, stirbt der wirtschaftlich ausgeblutete Ort langsam aus. Zu den wenigen Highlights zählt die Ankunft eines Schiffes, das Fracht und selten Besucher nach Calliope Bay bringt. Allgegenwärtig scheint der schweigsame, etwas unheimliche Sam Phelbs, der sein alterschwaches Pferd namens “Sydney Bridge Upside Down” zur Erledigung kleiner und großer Aufträge durch den Ort treibt.

In Calliope lebt auch der 13jährige Harry. Zusammen mit seinem Vater, der ein Bein verloren hat, und seinem Bruder wartet er in diesem Sommer auf die Rückkehr seiner Mutter, die in die Stadt gezogen ist. Zusammen mit einigen der wenigen Kinder verbringt Harry seine Zeit an der Steilküste und – verbotenerweise – im verlassenen Schlachthof mit seiner unheimlichen, an das massenhafte Töten unzähliger Tiere erinnernden Ausstrahlung.

Doch dann kommt Harrys ältere und wunderschöne Cousine Caroline mit dem Schiff an. Für Harry, der Weiterlesen

Die Geschichte der Skelette: oder warum alle mit allen verwandt sind / Jean-Baptiste de Panafieu ; Patrick Gies

Skelette sind nicht nur ein Ding gewordenes “Memento mori”, die uns an unsere eigene Vergänglichkeit erinnern, sondern weitaus mehr: sie erinnern uns an unsere eigene, weit zurückreichende Geschichte, die uns mit allen anderen Wirbeltieren verbindet und darüber hinaus reicht bis in die weit zurückliegende Zeit, als das Leben auf diesem Planeten seinen Anfang nahm. $00 Millionen Jahre weit reicht die Geschichte der Wirbeltiere zurück und damit in eine Zeit, als der erste Fisch lebte, von dem aus sich der Stammbau der Tiere entwickelte, die einen biegsame Rückenstab namens “Chorda”, die Wirbelsäule, haben.

Verschiedene Vertreter rezenter Chorda- oder Wirbeltiere stellen Jean-Baptiste de Panafieu und der Fotograf Patrick Gies in “Die Geschichte der Skelette” vor. Sie verfolgen ihre Thematik anhand Weiterlesen

Das mutige Buch / Moni Port

Wir alle haben Angst. Erwachsene, Kinder, Tiere. Angst zum Beispiel vor der Dunkelheit, vor Ameisen, Gewitter, vor der Schule, dem Sterben, dem Tod, vor Aufzügen, Monstern, vor dem Fliegen, dem Alleinsein oder vor dem Elfmeter beim Fußball. Als Erwachsene lernen wir, unsere Angst zu verdrängen oder zu rationalisieren – doch sie ist trotzdem da. Jeder hat sie und sie kann sehr wichtig sein.

Kindern begegenet die Angst nicht selten viel offener, unmittelbarer und beeindruckender. Plötzlich hat eines Angst vor dem Einschlafen, ein anderes vor der Spritze beim Arzt. Moni Port nimmt in “Das mutige Buch” die Ängste kleiner und großer Leute ernst und packt sie in Weiterlesen

Zitat am Freitag: Korczak über Kinder

“Ihr sagt: // »Der Umgang mit Kindern ermüdet uns.« // Ihr habt recht. // Ihr sagt: // »Denn wir müssen zu ihrer Begriffswelt hinuntersteigen. // Hinuntersteigen, uns herabneigen, beugen, kleiner machen.« // Ihr irrt euch. // Nicht das ermüdet uns. Sondern – daß wir zu ihren Weiterlesen

Jargsblogs beste Bücher 2013: Kinderbücher

Rezensionen von Kinderbüchern gehören seit dem Start von Jargsblog vor bald drei Jahren zu den regelmäßig erscheinenden Beiträgen und erfreuen sich offensichtlich einiger Beliebtheit unter den Leserinnen und Lesern dieses Blogs, wenn man der Statistik und den Kommentaren vertraut.

Auch in 2013 gilt es also, eine Essenz zu ziehen aus all den gelesenen Kinderbüchern, die gemäß dem radikal-subjektiven Ansatz von Jarg auch als Rezension den Weg in diesen Blog gefunden haben – so schwierig das ist. Auch hier ist der Link zum vollständigen Beitrag angegeben. Wer seine eigene Weiterlesen

Drei Freunde : Gemeinsam sind sie stark / Nicholas Oldland

Nach der Elch jetzt endlich mutiger ist und sich etwas traut (s. Trau Dich, du Elch!, will er mit seinen Freunden Bär und Biber eine Kanutour machen, obwohl die drei eigentlich selten einer Meinung sind.

So fahren sie los an einem schönen sonnigen Tag – und kentern rasch, den alle drei wollen gleichzeitig Weiterlesen

Starke Böen, Salatobstteigtaschen und die Cap San Diego: der Besuch mit Zwilling 2

Bereits im September hatte ich ja über den Besuch auf der Cap San Diego mit dem Zwillingsjungen geschrieben und angekündigt, dass ich bei Gelegenheit auch mit seiner Zwillingsschwester einen Besuch auf dem Musumsschiff machen und darüber berichten würde, war ich doch selbst neugierig darüber, wie der zweite Besuch ausfallen würde.

Nun war es also soweit. Während T. sich auf einem Kindergeburtstag befand, freute sich Th. schon wie eine Schneekönigin auf den Ausflug zu den Landungsbrücken. Im Gegensatz zu September hatten wir früh im November recht stürmisches, wechselhaftes Wetter, was feste, fast schon seegeeignete Kleidung ratsam erscheinen liess.

Während T. eher dazu neigte, dass Schiff in einer rasenden Geschwindigkeit zu durchqueren, um ja alles zu sehen und in seinem technikaffinen Hirn abzuspeichern, setzte Th. die Schwerpunkte eher auf Weiterlesen

Frerk, du Zwerg / Finn-Ole Heinrich. Gelesen vom Autor.

Es gibt Bücher, die haben einen ganz eigenen Ton. Und es gibt Autoren, die einen besonderen Blick auf die Welt haben und Dinge wahrnehmen, die uns allen nur zu leicht aus dem Blickfeld geraten. Ein solcher ist der 1982 geborene Autor und Filmemacher Finn-Ole Heinrich, der mit “Räuberhände” (Rezension hier klicken) seinerzeit ein fulminantes Romandebüt vorlegte.

Mit “Frerk, du Zwerg” nimmt sich Heinrich eines schüchternen Außenseiters, des vergleichweise kleinen Frerk, der von eher schwächlicher Konstitution ist, in der Schulklassenhackordnung unten steht und auch zu Hause nicht viel zu lachen hat: seine Mutter ist eine nervige Hygienefetischistin und absolute Spaßbremse, die mit Energie gegen Schokolade, Hunde, Gäste udn alles andere zu Felde zieht und im Zweifel mit einer Allergie reagiert. Sein Vater ist nahezu nichtexistenz, da schweigsam und fügsam sich in die freudlose Regie der Mutter fügend.

So lebt Frerk sein freudloses Leben, verschluckt jedes unangemesse Wort und schreitet durch den Tag mit dem Kopf voller Träume und dem Herzen angefüllt mit Sehnsucht nach Abenteuern, nach Wildheit und nicht zuletzt einem richtigen Hund. Doch eines Tages findet er ein Weiterlesen

Schlaf gut, Paulchen! / David Melling. Deutsch von Mirjam Pressler

Paulchen, der Bär, darf beim Hasen übernachten, packt eilig und aufgeregt seine Sachen und macht sich auf den Weg. Doch dann begegnen ihm Schafe, die auch gerne in der Höhle übernachten wollen. Unklar ist, ob darin genug Platz ist. Tatsächlich muss der Hase eine neue, größere Höhle graben. Doch dann, als sich alle gerade hineingequetscht und zurechtgekuschelt haben und der Hase endlich mit dem Vorlesen der Gute-Nacht-Geschichte anfangen Weiterlesen

Über Schiffsbesuche, Zwillingsnotwendigkeiten und analogen Zauber

Wenn sie klein sind, werden Zwillinge ja gerne zusammen eingeladen. Das verändert sich mit den Jahren insbesondere bei jenen Zwillingen, die sowohl dem Jungs- als auch dem Mädchenuniversum jeweils einen Vertreter zuzuordnen haben: so findet sich ein Zwilling auf einem Geburtstag wieder, während der andere mit Vater oder Mutter daheim bleibt. Nun ist ja nichts unschöner, als wenn ein begeisterter Zwilling von einer rauschenden Geburtstagsparty heimkehrt und der andere außer den üblichen, oft genutzten heimischen Möglichkeiten (Spielplatz, Bücherlesen, Tierpark, Einkaufsnotwendigkeiten) so gar nichts erlebt hat.

Zum Glück bietet Hamburg da einiges an Möglichkeiten. Da ich vor Jahren mit der besten Freundin von allen und mit ihrem (mittlerweile schon studierenden) Sohn die Cap San Diego besuchte und unser Weiterlesen

Eine brasilianische Favela, eine außergewöhnliche Frau und ihre Lebensaufgabe : Crowdfunding-Kampagne für ein Buch

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Slums, unter elenden Bedingungen und oft mit wenig Hoffnung auf Veränderung. So in auch Brasilien, wo etwa in einer Megacity wie Sao Paulo über drei Millionen Menschen unter unwürdigen Bedingungen in Favelas leben und oft keine Chance haben, dem “Teufelskreis aus Armut, schlechter Ausbildung, Arbeitslosigkeit, Krankheit, Kriminalität, Gewalt und Drogen“(Quelle: Monteazul.de) zu entkommen.

Die heute 75jährige Ute Craemer gründet 1979 zusammen mit Weiterlesen

Das Grüffelokind / Regie: Johannes Weiland ; Uwe Heidschötter. Nach dem Buch von Axel Scheffler und Julia Donaldson

Zum Glück machen Axel Scheffler und Julia Donaldson nicht den Fehler, ihren wunderbaren Grüffelo und sein “Grüffelokind” mit all zuu vielen medialen Abzweigungen und Zusatzprodukten zu versehen. So bleiben einem diese beiden Figuren weiterhin liebenswert, bewegen sie sich unverbraucht durch das eigene mediale Gedächtnis.

Deshalb ist nach der Verfilmung des “Grüffelo” die Verfilung des zweiten Bilderbuches “Das Grüffelokind sehr empfehlenswert.

“Wie jedes Kind, so ist auch da Grüffelokind neugierig: Trotz der Warnung des Vaters, dass im Wald die grosse böse Maus wohnt, die Grüffelokinder frisst, bricht es auf und Weiterlesen

Fang den Tag mit einem Jodler an: 10 Tonnen, eine Kiste voller Platten und die unerträgliche Staubigkeit des Seins

Ein Haus zu räumen, in dem man einen Großteil seiner Kindheit verbracht hat, konfrontiert einen mit einer Unzahl von Erinnerungen, jeder Menge überflüssigem Ballast und der Tatsache, dass man weder alles mitnehmen kann noch möchte, was sich einem als potentieller mnemotechnischer Kindheits- und Jugendanker anbietet. Da nur wenige Tage verbleiben, bis ein Trupp kräftiger Herren das Weiterlesen

Lennis Welt : Entdecke erste Bilder und Wörter / Ann Cathrin Raab

Mittlerweile können sie ja schon lesen. Aber ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als die Zwillinge ihre ersten Worte entdeckten und beim Autofahren nicht selten beide in dem gleichen, doppelt vorhandenen Bildwörterbuch blätterten: “Ah, Spülbürste” klang es vom Autorücksitz. “Pfanne” kam vom zweiten Rücksitz die Entgegnung. So konnte das lange gehen.

Ann Cathrin Raab ist Absolventin der HAW, die ja eine ganze Reihe sehr guter Kinderbuchillustratorinnen hervorgebracht hat. Man kennt sie von den Krickelkrakels (“Das bewegte Buch”) und auf Jargsblog wurden von ihr bereits “Frau Nasekalt” und “Lenni mag blau besprochen.
An die kleine Maus Lenni aus dem letztgenannten Buch knüpft sie nun mit “Lennis Welt” an. Hier begegnen uns zahllose zum Weiterlesen

Ella in der Schule / Timo Parvela

Schule kann ziemlich komisch sein. Das zeigt die Geschichte von Ella, die in die erste Klasse geht. Da passieren lauter komische Sachen. Etwa, wenn die Kinder den Lehrer wörtlich nehmen: schliesslich wollen Erwachsene ja, dass man Weiterlesen

Urlaub mit Jargsblog: Schwaben, Schlammfüsse und Libellenflug

Urlaub im Schwabenland, genauer im weithin unterschätzten Hohenlohe und noch genauer unweit von Schwäbisch-Hall, ist natürlich nicht mit Urlaub in Angeln zu vergleichen bis auf die Tatsache, dass Radfahren auch dort Spaß macht (jedenfalls mir) und andere Herausforderungen stellt (Steigung statt Gegenwind).

Natürlich wären wir auch gerne mit so einem alten Reisebus angereist, der hier an der Neufelser Mühle vorbeirauscht, um an der Gegenseite die steile Anfahrt hinaufzufahren. So aber trug uns unser Weiterlesen

Lola und das Gespenst / Ole Könnecke

Kapitän von Schultz, der pensionierte Pirat, hat schlechte Laune. Ruhelos tigert er nächstens in der Turmstube seines Leuchtturmes hin und her, gelangweilt von seinem Leben ohne Piratenabenteuer, ohne Menschen, die sich vor ihm fürchtn, ihm, dem früheren Schrecken der Meere. Plötzlich klopft es. Kapitän von Schultz steigt die Wendeltreppe herunter und öffnet die Tür. Doch niemand ist da. Hat er sich geirrt? Da klopft es wieder. Und wieder. Doch niemand ist zu sehen, wenn der zunehmend nervösere Kapitän die Tür öffnet. Hals über Kopf flieht er zu Lola und ihrem Großvater, die sich gerade streiten, weil Großvater immer beim Damespiel verliert.
Als Lola hört, dass Kapitän von Schultz sich vor einem Gespenst fürchtet, sieht sie rasch die Verbindung zu Weiterlesen

Besondere Läden : “Spielewahnsinn” in Schwäbisch-Hall

Groß war zunächst der Schreck, als wir beim Schwabenurlaub den geplanten Besuch in einem unserer Haller Lieblingsläden absolvieren wollten, um ein paar neue, spannende Spiele und ein paar Mitgebsel für das anstehende Halb-Acht-Fest der zwillinge zu erstehen: schon von weitem sahen wir, dass die Weiterlesen

Unser Garten – mitten in der Stadt / Parastu Karimi

Tete läuft weiter als sonst üblich an der Mauer entlang und staunt über eine kleinblättrige Pflanze, die sich an die Mauer klammert. Neugierig geworden, schaut er sich das Gelände hinter der Mauer an. Ganz verwildert ist es. Seinen Freunden Kasi und Eule schlägt er vor, dort einen Garten zu bauen mitten zwischen den Häusern. Gesagt, getan – Samen und Pflänzchen sind auch schnell besorgt und die Kindern sind Weiterlesen

Mona Lisa (Schau mal: Kunst!) / Patricia Geis

Die Mona Lisa dürfte das bekannteste Gemälde der Welt sein: faszinierend ist das Bild selbst, seine wechselvolle Geschichte, seine Bedeutung für die Kunst. Nicht weniger faszinierend ist natürlich der Maler selbst: Leonardo da Vinci.

Das in der Reihe Schau mal: Kunst! erschienene Buch von Patrcia Geis beschäftigt sich zunächst mit da Vinci als Maler im Umfeld seiner Zeit, der Renaissance, und geht dabei auch auf seine umfassende Weiterlesen

Mama, wo ist eigentlich das Gestern hin? / Maja Bohn

“Das gestern, Loretta, ist in dir drin, in deinen Gedanken und Erinnerungen. Und jeden tag kommt ein neues Gestern hinzu. Und wenn du so alt bist wie ich, ist aus allen Gestern ein ganzes Leben geworden” (Bl. 16)

Das ist gar nicht so einfach mit der Zeit. Wo zum Beispiel bleibt der gestrige Tag? Das fragt sich auch die neugierige Loretta, die eines Morgens mit dieser Frage aufwacht und sie nicht mehr aus dem Kopf bekommt.

Schnell findet sie heraus, dass es auf diese Frage keine einfachen Antworten gibt und ihre Mutter als Erwachsene nicht viel mehr weiß als sie. Loretta aber lässt ihre Frage keine Ruhe und sie macht sich auf die Suche nach Antworten: ob Haushering, Hamster oder Eintagsfliege, Zauberer, Schmetterlingsdame oder Polizeiwachtmeister – sie alle scheint das Gestern nicht Weiterlesen

Das tollste ABC der Welt / Tom Schamp. Aus dem Französischen von Harry Rowohlt

Anita rast per Anhalter
zu Alis achtem Geburtstag nach Paris
(wartet aber mit ihrer Attacke auf Apfelsinenkuchen und
Ananasbowle nicht ab, bis die anderen
antanzen).
Also, das ist aber ganz und gar nicht anständig, Anita

Tom Schamp ist hierzulande leider noch nicht so bekannt. Das könnte sich ändern, denn der französische Illustrator hat eine bemerkenswert eigenständige und eindrucksvolle Bildsprache entwickelt. “Das tollste ABC der Welt” versammelt alle Buchstaben unseres Alphabets, geht dabei aber einen anderen Weg als viele andere Bücher des Genres: die Illustrationen zu den einzelnen Buchstaben versammeln Weiterlesen

Räuber Ratte / Axel Scheffler ; Julia Donaldson. Ins Deutsche übertragen von Salah Naoura

Räuber Ratte war ein Schurke,
Räuber Ratte war ein Dieb.
Reisenden stahl er das Essen,
bis kein Krümel übrig blieb.

Wir kennen das Gespann ja schon vom “Grüffelo”: Julia Donaldson und ihre humorvollen, wunderbaren Verse, bereichert von den Bildern Axel Schefflers. Mit “Räuber Ratte” legen sie erneut ein gemeinsames Buch vor und können auch den kritischen Biderbuchleser mit einer gewissen sprachmimosenhaften Empfindlichkeit gegenüber Versen und Reimen überzeugen.
Wir begleiten in der gereimten geschichte Räuber Ratte auf seinen Raubzügen, bei denen er den Opfern stets Weiterlesen

Zum Mitnehmen / Lorenz Pauli. Miriam Zedelius

Was soll man tun, wenn der Apfelbaum mehr Früchte trägt, als man selber essen kann? Genau! Man stellt die Äpfel in einem Korb vor den Zaun und hängt einen Zettel dran: “Zum Mitnehmen”. So macht es auch Herr Schnippel. Schon nimmt eine Kette von Mißverständnissen seinen Lauf.
Derr kleine Juri liest den Zettel nicht, schnappt sich einen Apfel und freut sich, weil er denkt, er hätte ihn geklaut. Frau Asperilla freut sich dagegen über den Korb, leert ihn aus und nimmt ihn mit. So weit, so gut. Aber jetzt weht der Wind den Zettel an das Weiterlesen

Gott hat hohe Nebenkosten : wer wirklich für die Kirchen zahlt / Eva Müller

Kirchen, diakonische Einrichtungen, kirchliche Wohlfahrtsverbände sind von der Gewerbesteuer befreit und werden dadurch um etwa 17 Milliarden € jährlich entlastet, erhalten jährlich staatliche Zuschüsse in Höhe von mehr als 50 Milliarden € und weitere finanzielle Vergünstigungen und Subventionen zusätzlich zur den etwa 10 Milliarden Einnahmen aus der Kirchensteuer ihrer Mitglieder. Kirchentage werden in der Regel zu etwa 50% vom Staat bezahlt, wie zuletzt in Hamburg. Der Staat zahlt Bischöfe und bezahlt auch für die Ausbildung von Religionslehrern. Kirchen und ihre Unternehmen haben zudem ein eigenes Arbeitsrecht, das sie vehement verteidigen.
Wir reden von den Kirchen in Deutschland, einem vorgeblich säkularen Land, in dem die Trennung von Kirche und Staat aber leider nur oberflächlich ist. Die finanziellen Ausmaße, die die Kirchenprivilegien seit den entsprechenden gesetzlichen Regelungen von 1952 (in der Weimarer Verfassung waren solche Privilegien unbekannt) angenommen haben, sind ja seit Christian Frerks hervorragend recherchiertem “Violettbuch Kirchenfinanzen” hinlänglich bekannt: der deutsche Staat überträgt Kirchen und ihren Unternehmen (sogenannten Wohlfahrtsverbänden) staatliche Aufgaben, zahlt dafür (etwa 99% des entstehenden Aufwandes) – und interessiert sich danach nicht mehr dafür, welche Arbeitsbedingungen dort herrschen oder welche Folgen die Delegation staatlicher Aufgaben an weltanschaulich gebundene, durch staatliche Subventionen erst konkurrenzfähige Einrichtungen auf die Arbeitnehmer, den Inhalt der bestellten Dienstleistung und deren “Zielgruppen” hat.

“Gott hat hohe Nebenkosten” widmet sich mittelbar auch diesem Thema, verbindet dies aber unmittelbar mit der erschütternden Fallgeschichte der Erzieherin und Kindergartenleiterin Bernadette Knecht aus Rauschendorf: am Beispiel ihrer Kündigung aufgrund einer Scheidung und eines neuen Lebenspartners, des Kampfs der von ihrer Arbeit begeisterten Eltern zunächst (fruchtlos) um den Erhalt ihres Arbeitsverhältnisses und danach um die Kündigung des Vertrags mit der Kirche als Träger durch die Stadt, werden die Auswüchse deutlich, die Weiterlesen

Ich und du und Müller Kuh und 1000 Kaffeebohnen : das große Max-Kruse-Buch / Max Kruse. Mit Bildern von Christine Brand

Pirr schirr kabirr
puff knuff kabuff
wirsch kabelwitsch knall
Ich bin überall!

(Max Kruse: Der Überall. Aus: Ich und du und Müllers Kuh und 1000 Kaffeebohnen, S. 20)

Der 1921 geborene Max Kruse, der noch mit über 90 Jahren schreibt (am PC!), gehört längst zu den Klassikern der deutschen Kinderliteratur. Wer erinnert sich nicht neben den unsterblichen Urmel-Büchern an “Der Löwe ist los”, “Don Blech”, “Lord Schmetterhemd” und andere wunderbare Bücher von ihm – viele von ihnen in ihrer Bekanntheit befördert von der Augsburger Puppenkiste?
“Ich und du und Müllers Kuh und 1000 Kaffeebohnen” versammelt einen Querschnitt aus Kruses Gedichten und Erzählungen und zeigt, wie vielseitig und Weiterlesen

Moonrise Kingdom / Regie und Drehb.: Wes Anderson. Darst.: Jared Gilman ; Kara Hayward, Bruce Willis, Frances McDormand, Harvey Keitel, Edward Norton, Bill Murray, Tilda Swinton …

New Penzance, eine fiktive Insel vor Neuangland, USA, im Jahr 1965. Hier lebt die in sich gekehrte 12jährige Suzy mit ihren drei Brüdern und ihren neurotischen Eltern. Durch ein Fernglas betrachtet sie die Welt und erfährt so auch, dass ihre Mutter ein Verhältnis mit dem Inselsheriff hat. Sie lernt im Umfeld einer Aufführung von Benjamin Britten Kinderoper “Noahs Sintflut ” Sam Shaukausky kennen, einen 12jährigen Waisenjungen und Pfadfinder, der jedoch in seiner Pfadfindertruppe der unbeliebteste Junge ist.
Ein Jahr lang schreiben sich die beiden. Dann schleicht sich Sam heimlich aus dem Pfadfindercamp, um sich mit Suzy zu treffen und mit ihr in die Wildnis zu fliehen. Sam hat seine ganze Pfadfinderausrüstung dabei und Suzy einen batteriebetriebenen Plattenspieler, ihre Katze und sechs Bücher in einem Koffer. Doch Suzys kleiner Bruder Weiterlesen

Wo bitte geht’s zu Gott?, fragte das kleine Ferkel: Ein Buch für alle, die sich nichts vormachen lassen / Michael Schmidt-Salomon

Passend zum Karfreitag, einem wunderbaren Tag, um einmal wieder “Das Leben des Brian” zu sehen (“Zur Tür raus, jeder nur ein Kreuz, linke Reihe anstellen”), sei auf dieses Kinderbuch hingewiesen, dass seinerzeit für einigen Wirbel sorgte und auf Bestreben des Bundesfamilienministeriums sogar auf den Index sollte (was glücklicherweise nicht gelang).
Ferkel und Igel, beide frei von jeglichem religiösem Glauben, geht es richtig gut – bis eines Tages jemand ein Plakat aufhängt mit der Behauptung: “Wer Gott nicht kennt, dem fehlt etwas!”. Also machen sich Ferkel und Igel auf den Weg, um Gott zu suchen.
In der Folge lernen sie die Weiterlesen

Timo und Pico ziehen um / Anke Wagner ; Eva Eriksson

Der Umzug von einer in die andere Wohnung ist für Kinder oft noch ein größerer Einschnitt als für Erwachsene: so geht es auch Timo, der bald mit seinen Eltern umzieht und ganz aufgeregt ist. Auch sein Kuscheltier Pico soll mit umziehen. Aber Pico will nicht, denn er Weiterlesen

… 6, 7, 8, Gute Nacht / Michael Roher

Gute-Nacht-Geschichten erfreuen sich aus gutem Grund bei vorlesenden Eltern großer Beliebtheit: sie verlangsamen den familiären Pulsschlag am Abend, schlagen eine Brücke zur Nacht und zum Ausruhen und lassen sich wunderbar in wiederkehrende vornächtliche Rituale einspannen. Leider gibt es eine Fülle von banalen, schlecht geschriebenen, sprachlich fürchterlichen und kitschig illustrierten Gute-Nacht-Geschichten. Zum Glück gibt es aber auch immer wieder Perlen wie Michael Rohers “…6, 7, 8., Gute Nacht” aus dem kleinen österreichischen Luftschacht-Verlag.
Michael Roher verbindet collagenartige Graphiken mit schräg-schön gereimten Weiterlesen

Jargsblogs Beste 2012: Sachbücher

Auch bei den Sachbüchern gab es in diesem Jahr einige bemerkenswerte, anregende und schöne Lektüren, die an dieser Stelle keinesfalls fehlen sollten. Die Auswahl ist auch hier nicht einfach: aus den auf Jargsblog rezensierten Büchern habe ich letztlich zehn ausgewählt, die mich in diesem Jahr besonders beschäftigt und begeistert haben:


Den Blick für die Natur um uns herum in Stadt und Land schärft das hervorragend illustrierte und schön edierte “Naturgenies : die verblüffenden Tricks der Tiere und Pflanzen”, das nicht nur eine kleine Einführung in die Entstehung und den Aufbau allen Lebens bietet, sondern mit einem Weiterlesen

Jargsblogs Beste 2012: Kinderbücher

Während 2013 seine Schatten vorauswirft und die Hoffnung steigt, während der verdienten Weihnachtsferien eine Reihe schöner Bücher lesen zu können, wendet sich der Blick gleichzeitig zurück zum derzeit ablaufenden Jahr und damit zu jenen Büchern, jenen Filmen und Musik-CDs, die es verdienen, besonders hervorgehoben zu werden. Die Auswahl fällt erwartungsgemäß schwer, denn es gab auch in diesem Jahr etliche Perlen in allen hier rezensierten Bereichen, die eine Erwähnung verdient hätten.
Den Anfang machen heute die Kinderbücher und hier vor allem zunächst Bilderbücher, die alle zwillingsgetestet sind: allerdings ist zu bemerken, dass die fleissig das Lesen lernenden Zwillinge sich langsam aber sicher aus dem klassischen Bilderbuchbereich verabschieden und dickere Bücher zu bevorzugen beginnen – die natürlich auch schon auf Jargsblog zu finden sind.
Der Worte sind genug geschrieben: hier ist meine radikal-subjektive Auswahl für 2012 im Bereich Kinderbücher:


Sehr beeindruckt hat mich “Der Rauhe Berg” des außergewöhnlichen Illustrators Einar Turkowksi, eine Weiterlesen

Schlaf gut, kleiner Bär / Quint Buchholz

Eigentlich könnte er jetzt schlafen, der kleine Bär, nach den vertrauten Abendritualen. Aber er braucht natürlich unbedingt noch etwas Wasser aus der blauen Tasse, die roten Schlafsocken, die er heute vergessen hat, und einen Hauch warmer Luft unter der Bettdecke.
Aber dann, als das Licht ausgeschaltet wird, ist er immer noch nicht müde. Daher Weiterlesen

Fliegende Fische müssen ins Meer / Regie: Güzin Kar. Darst.: Elisa Schlott ; Meret Becker; Barnaby Metschurat


Rhein, deutsch-schweizerisches Grenzgebiet. Die bald 16jährige Nana (Elisa Schlott) hat es nicht gerade leicht: ihre exaltierte, überdrehte Mutter Roberta (Meret Becker) ist hauptsächlich mit unglücklichen Liebschaften beschäftigt, vernachlässigt ihre Kinder und bekommt ansonsten nichts auf die Reihe. Deshalb hat Nana auch die Schule an den Nagel gehängt, kümmert sich um die beiden Geschwister und verdient den Familienunterhalt als Schleusenwärterin, obwohl ihr Lebenstraum ist, Kapitänin zu werden.
Doch dann droht das Jugendamt damit, Roberta das Sorgerecht zu entziehen. Nana schenkt den Beteuerungen ihrer Mutter, sich zu bessern, kein Vertrauen und nimmt Weiterlesen