Lola und der Tangokönig / Ole Könnecke

Kapitän von Schultz, der pensionierte Seeräuber und Schrecken der Meere hat einen ausgefeilten Plan: er wird seinen Freund Oskar im Damespiel besiegen. Doch als er – mitten in seinen taktischen Überlegungen und Gedanken über die Vorzüge des Ruhestandes – plötzlich etwas in der Ferne entdeckt. Nach einem kurzem Blick in das Fernrohr bricht er hektisch im Ruderboot auf. Seitdem ist er wie ausgewechselt. Lola und Großvater fragen sich, was bloß aus dem alten Haudegen geworden ist, gibt der sich doch plötzlich empfindsam und zeigt ein ungewohnt weiches Herz – um dann plötzlich mit der Zeitung in der Hand zu verschwinden.
Lola und Großvater überlegen, wohin es Kapitän von Schultz verschlagen haben könnte und machen sich auf die Suche. Im Leuchtturm finden sie als einzigen Hinweis eine alte Weiterlesen

Bruce : Die Springsteen-Biografie / Peter Ames Carlin. Übersetzt von Sonja Kerkhoffs

Es ist so eine Sache mit der Musik von Bruce Springsteen und mir: in der Zeit meiner musikalischen Sozialisation erreichten mich nur einige seiner Songs wie etwa das frühe “Born to run” vom gleichnamigen ersten Erfolgsalbum aus dem Jahr 1975, einige Titel des Allbums “Nebraska” (1982) und – ja! – durchaus auch Stadionrock-Titel wie “I’m on fire” oder den Krieg verurteilende Songs wie “War”. Eine nachhaltige Weiterlesen

Sechs Wochen danach oder: Wie überlebt man Shitstorms, Trolle und nervige umherirrende Mentalitäten?

Um die Antwort vorwegzunehmen: eigentlich ganz gut. Mittlerweile ist es über sechs Wochen her, dass Jargsblog mit Kommentaren zugemüllt wurde, die man nicht mehr als sachliche, bereichernde Diksussionsbeiträge oder Kritik bezeichnen konnte: Beschimpfungen, Verunglimpfung oder nervtötende Wortspaltereien nach der Rezension einiger religionskritischer Medien trafen im Minutentakt ein. Je nach Defintion kann man das, was da lief, als kleinen Shitstorm bezeichnen (wobei das Wort Shitstorm im Bereich der Netzkultur durchaus umstritten ist), als Versuche von Trollen, destruktiv auf die Kommunikationskultur des Blogs einzuwirken oder auch als verzweifelte und letztlich vergebliche Versuche nerviger umherirrender Mentalitäten, mit ihren Weiterlesen

Zwischen den Runden / Kettcar

Und du spürst es, es wir nichts mehr werden,
du fühlst es, wie tausende Scherben,
und siehst, wie der große Plan zerfällt.
Kommt zusammen, nach schlaflosen Nächten,
kommt zusammen, nach letzten Gefechten,
im allergrößten Club der Welt.

(Im Club / Kettcar. Zitiert nach: songtexte: http://www.songtextemania.com/im_club_songtext_kettcar.html)

Die 2001 gegründete Band Kettcar aus Hamburg ist aus unerfindlichen Gründen bisher komplett an mir vorbeigegangen: mit “Zwischen den Runden” legten sie 2012 ihr viertes Album vor, dass ich mir vor Kurzem auf den MP3-Player lud, bevor ich zum Joggen aufbrach. Seitdem habe ich das Album mehrfach gehört und bin jedes Mal erneut begeistert und beglückt zugleich über diese für mich neue musikalische Entdeckung, die nicht nur das “musikalische”, sondern auch das “lyrische Ich” anzusprechen vermag
Auf “Zwischen den Runden” stellen sich Texte und Melodien trotzig und mit subkutaner Weiterlesen

The Danger of Light / Sophie Hunger

Bereits mit ihrem ersten, zuhause aufgenommenen Album “Sketches on sea” erregte die aus der Schweiz stammende Musikerin einige Aufmerksamkeit und konnte mit “Monday’s Ghost” im Jahr 2008 nahtlos daran anschliessen und einen Plattenvertrag mit <Universal abschliessen. Mit dem dritten Album “1983″ aus dem Jahr 2009 konnte sie auf den beiden ersten Erfolgen aufbauen, wurde zum Glastonbury-Festival eingeladen und startete 2011 eine vielbeachtete Amerikatournee. Auch bei Liveauftritten ist Sophie Hunger mit ihrer Band ein echtes musikalisches Erlebnis, wie es der Verfasser dieser Zeilen für ein unvergesslich intensives Konzert in der Hamburger Fabrik 2010 bezeugen kann.
Die Erwartungen an “The Danger of Light” waren also hoch – und werden Weiterlesen

Moonrise Kingdom / Regie und Drehb.: Wes Anderson. Darst.: Jared Gilman ; Kara Hayward, Bruce Willis, Frances McDormand, Harvey Keitel, Edward Norton, Bill Murray, Tilda Swinton …

New Penzance, eine fiktive Insel vor Neuangland, USA, im Jahr 1965. Hier lebt die in sich gekehrte 12jährige Suzy mit ihren drei Brüdern und ihren neurotischen Eltern. Durch ein Fernglas betrachtet sie die Welt und erfährt so auch, dass ihre Mutter ein Verhältnis mit dem Inselsheriff hat. Sie lernt im Umfeld einer Aufführung von Benjamin Britten Kinderoper “Noahs Sintflut ” Sam Shaukausky kennen, einen 12jährigen Waisenjungen und Pfadfinder, der jedoch in seiner Pfadfindertruppe der unbeliebteste Junge ist.
Ein Jahr lang schreiben sich die beiden. Dann schleicht sich Sam heimlich aus dem Pfadfindercamp, um sich mit Suzy zu treffen und mit ihr in die Wildnis zu fliehen. Sam hat seine ganze Pfadfinderausrüstung dabei und Suzy einen batteriebetriebenen Plattenspieler, ihre Katze und sechs Bücher in einem Koffer. Doch Suzys kleiner Bruder Weiterlesen

Der beste Sänger der Welt / Eva Eriksson ; Ulf Nilsson (Ill.). Übersetzt von Ole Könnecke

Ein sechsjähriger Junge. Er singt für sein Leben gern. Am liebsten für seinen kleinen Bruder. Nur wenn zu viele Menschen zusehen, möchte der Junge nicht so gerne singen. Wie zum Beispiel bei der Schulvorstellung. Die Lehrerin findet einen Kompromiss – und der Junge soll einfach das Ende der Vorstellung verkünden. Im Maulwurfskostüm, denn ein anderes war nicht mehr übrig.
Je näher die Stunde des Auftritts kommt, desto Weiterlesen

Artikelstau : Lawinengefahr auf Jargsblog?

Entgegen anders lautenden Vermutungen ist es nicht zu beefürchten, dass ich auf Jargsblog die gewohnte Schlagzahl erhöhen und mehr Artikel als gewöhnlich und auch noch zu anderen Wochentagen posten werde. Wie es manchmal so ist, wenn man aufgrund bevorstehender anderer Aktivitäten Postings auf Halde produziert, kam es zu einem kleinen Stau Weiterlesen

Babel / Mumford & Sons

Als vor einigen Jahren mit “Sigh No More” das erste Album von Mumford & Sons erschien, hatte ich es für einige Wochen gewissermaßen auf Dauerrepeat im Mp§-Player und im inneren Songgedächtnis. Der Folk-Pop von Mumford & Sons aus Großbritannien spielte sich damals in die Herzen vieler überraschter Zuhörer – auch jenen, die bei Folk bisher eher an Holzfällermusik oder banjospielende Althippies dachten. Schon “Little Lion Man als erste Singleauskopllung erwies sich damals als einer jener Ohrwürmer, die man gerne im Ohr wohnen lässt, auch wenn gerade mal keine Kopfhörer oder Lautsprecher die Schnittsteller zur Musik bilden.
Mit Babel haben Mumford & Sons im September 2012 ihr mit Spannung erwartetes zweites Album vorgelegt und Weiterlesen

Glad Rag Doll / Diana Krall

Und nun, nach vielen Büchern und einigen Filmen, zu etwas völlig anderem: Musik. Die kam nämlich in letzter Zeit etwas zu kurz auf Jargsblog.

Würde man die kanadische Jazzpianistin und Sängerin Diana Krall nicht als talentierte Musikerin aus dem Jazzbereich kennen, die seit ihrem Albumdebüt 1993 mit ihren Interpretationen von Jazzstandards ebenso glänzte wie später mit Eigenkompositionen und in Kooperation mit anderen Musikern, man könnte in Anbetracht des doch eher offenherzigen Albumcovers vorschnell auf eines jener Weiterlesen

It’s “My Life”? Entspannung nach dem Blogcrash – aber dieses Lied!!

Nein, dies wird kein Beitrag über Dr. Albans zwanzig Jahre alten Eurodance-Hit “It’s my life”, auch wenn ich ab einem gewissen Punkt zur Zeit selten ausgeführter wochenendnächtlicher Tanzlaune durchaus nicht davon abzuhalten bin, auch DANACH zu tanzen.

Aber gestern bekam ich diesen Song nicht mehr aus dem müden Hirn – und das kam so: plötzlich zerlegte sich vor den Augen erstaunter Blogbesucher mein bisheriges und durchaus bewährtes WordPress-Theme “Freshy”, zog seine Weiterlesen

Bad As Me / Tom Waits

Tom Waits war und ist ein Ausnahmekünstler. Im Herbst des vorvergangenen Jahres stellte er das mit seinem Album “Bad As Me” erneut unter Beweis – und erneut zeigt auch seine Frau als verantwortliche Songwriterin für sämtliche Songs ihre Klasse. Sein aussergewöhnlicher Gesang, der diesmal gewohnt rauh, aber ungewöhnlich melodienah daherkommt, wird musikalisch unterstützt durch Größen wie Flea (Red Hot Chili Peppers) und Les Claypool, alten musikalischen Haudegen wie David Hidalgo und dem medizinischen Wunder und Gitarrengenie Keith Richards.
Die Bandbreite reicht von melancholisch-traurigen Songs wie dem sehr Weiterlesen

Vindings Spiel : Roman / Ketil Bjørnstad

“Mittagessen im Grünen. Eine stille Mahlzeit, als seien wir alle müde. Wir sind die einzige Familie, die sich hierher verirrt, zwischen Erlengebüsch, Birken und hohen Fichten. Die anderen sind nach Bogstad gefahren oder zum Østervannet, den großen Seen. Aber hier ist der Platz der Familie Vinding, wo man seine Ruhe hat, wo man am helllichten Tag Wein trinken kann, ohne dass es jemanden kümmert. Der Wind redet für uns. Und das Rauschen des Wasserfalls. Ich habe den Fluss nie so reißend erlebt. Ich sage es Mutter. Sie nickt, ohne sich zum Fluss umzudrehen, wie es jeder andere getan hätte.” (Zitat aus: Vindings Spiel v. Ketil Bjørnstad)

Bjørnstad ist eine Geschichte gelungen, die ihre Weiterlesen

Election special / Ry Cooder

Wenn Künstler bei anstehenden Wahlen Position beziehen, muss die gute Absicht nicht zwingend zu guter Kunst führen. Aber natürlich gibt es auch Beispiele, wo das politische Bekenntnis eines Künstlers trotzdem ein gutes ergebnis zeitigen kann.
So auch bei Ry Cooder: der amerikanische Gitarrist und Songwriter, bekannt für seine musikalische Virtuosität und die Zusammenarbeit mit traditionellen Musikern in der USA und in anderen Ländern, hat zur US-Wahl 2012 ein klares Bekenntnis zu Obama und zu den Demokraten in Form des Albums “Election days” vorgelegt. Schon der “Mutt Romney Blues” reisst einen mit dem unverwechselbaren Klang von Cooders Weiterlesen

Jargsblog 2012: Rückblick

Damit die automatischen WordPress-Statistik-Elfen ihre Arbeit nicht umsonst gemacht haben, weise ich gerne auf die unten aufgeführte Jahresauswertung von Jargsblog hin. Den Vergleich mit Cannes habe ich noch nicht so ganz verstanden, aber automatische Statistik-Elfen haben wahrscheinlich ihre ganz eigene Art der Zahleninterpretation. Aber da jeder Mensch ja eine ganze Welt ist, versteckt sich hinter all den Blogbesuchern natürlich ein ganzes Universum an eigenenn Interessen, Vorlieben, Lebensweisen und Lebenswegen – auch das ist ein schöner Gedanke.
Ich freue mich nochmal ausdrücklich über mittlerweile über 210 Abonnenten, bedanke mich für die vielen freundlichen Kommentare und manche dadurch angeregte Diskussion, die interessanten Kontakte und die zahllosen anregenden Buch- und Medientipps, die mir in diesem Jahr aus der Blogosphäre zuflogen.
Einen guten Rutsch in ein glückliches, gesundes, an schönen Erlebnissen und lebensvertiefenden Erfahrungen reiches neues Jahr wünscht
Jarg von Jargsblog

Hier ist ein Auszug:

4.329 Filme wurden beim Cannes Film Festival 2012 eingereicht. Dieses Blog hatte 33.000 Besucher in 2012. Wenn jeder Besucher ein Film wäre, dann würde dieses Blog 8 Film Festivals füllen

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Jargsblogs Beste 2012 : Musik

Auch bei der Musik fällt die Auswahl schwer, obwohl auf Jargsblog in diesem Jahr deutlich weniger Musikalben rezensiert wurden wie in den Vorjahren. Aber natürlich finden sich auch hier wieder akustische Perlen:


Wer Arcade Fire oder Mumford % Sons mag, wird auch an diesem Kammerpopalbum Gefallen finden. “My head is an Animal” von Of Monsters an Men bietet zwölf außergewöhliche Songs: Die Stücke sind bei aller Opulenz äßerst filigran und mit viel Liebe zum Detail arrangiert und verbinden Klänge von Weiterlesen

Wie schön wir waren / William Wahl

Im Sommerurlaub in Angeln lief diese CD auf Permanent-Repeat im Auto-CD-Spieler – nur leider versäumte ich bisher, sie auf Jargsblog zu rezensieren. Das soll nun unbedingt nachgeholt werden, denn William Wahl, Mitbegründer der A-Capella-Band Basta, hat für mich mit “Wie schön wir waren” eines der schönsten und lyrischsten Musikalben deutscher Sprache in diesem Jahr vorgelegt.
Die auf diesem Album versammelten, überwiegend Weiterlesen

1913 : Der Sommer des Jahrhunderts / Florian Illies

Zunächst erwartet man von einem Buch mit dem Titel “1913″ vielleicht ein klassisches Geschichtsbuch, dass sich historisch-analysierend mit dem einen Jahr vor der ersten großen Katastrophe des 20. Jahrhunderts in Form des Ersten Weltkrieges befasst. Doch bereits die Gestaltung des Titels, der eine impressionistische Fotografie des Farbbildpioniers Heinrich Kühn zeigt, verweist uns zusammen mit dem Untertitel “Der Sommer des Jahrhunderts” darauf, dass dieses Buch einen anderen Schwerpunkt, eine andere Darstellungsform suchen könnte als die faktenreiche historische Aufarbeitung.
Und so ist es auch: Florian Illies entführt uns mit seinem Buch in ein Jahr, in dem das 20. und das 19. Jahrhhundert auf bemerkenswerte Weise begegnen, sich Weiterlesen

Yellow & Green / Baroness

Für den geneigten Hörer, der Baroness bisher nicht kannte oder sie mit der Einordnung als Progessive-Metal-Band vorab aus dem Kanon der eigenen musikalischen Vorlieben ausschloss, könnte das dritte, in drei Jahren entstandene Album Yellow & Green eine durchaus geeignete Eintsiegsdroge sein. Virtuos, mit durchaus METALischem Impetus, aber auch deutlich erkennbaren Weiterlesen

Driving towards the daylight / Joe Bonamassa

Mit “Driving towards the daylight” legt der 1977 geborene Bluesrock-Gitarrist und -Sänger sein mittlerweile elftes Studioalbum vor. Während er zuletzt mit dem komplett gecoverten Album “Don’t explain” zusammen mit der Sängerin Beth Hart brillierte, legt er auf dem neuen Album auch vier eigene Kompositionen vor, die sich neben neuinterpretierten Stücken wie etwa “New Coat of Paint” von Tom Waits, “Who’s Been Talking?” von Chester Burnett oder “Lonely Town Lonely Street” von Bill Withers behaupten müssen. Und das gelingt durchaus: nach dem Weiterlesen

Los Pájaros Perdidos : The South American Project / L’Arpeggiata ; Christina Pluhar …

Barocke, volkstümliche Musik aus Venezuela, Argentinien und Paraguay inspiriert Christina Pluhar und ihr aussergewöhnliches Ensemble L’Arpeggiata zu einer fantastischen akustischen Reise: auf vorwiegend zu zupfenden Instrumenten, die quasi aus Europa eingewandert sind, wie etwa Psalterion, Barockharfe, Barockgitarre und Erzlaute, findet das Ensemble, verstärkt durch den Sopran Raquel Anduezas und den Countertenor Philippe Jaroussky eine überraschende, in die Beine gehende Verbindung zwischen alter Folklore, Klassik und Latinpop. “Los Párados Perdidos” ist damit wesentlich mehr als ein Weiterlesen

Das ist Musik! : von Klassik bis Hip-Hop – Instrumente – Komponisten

“Das ist Musik!” folgt mit vielen bunten Bildern und Beispielen nicht nur der Geschichte der Musik in Europa, sondern führt auch zahlreiche Beispiele für traditionelle und moderne Musik rund um die Welt auf. Von Hip-Hop bis Klassik, von Reggae bis Flamenco, von Gamelan-Klängen bis zu Greogianischen Gesängen reicht die Bandbreite. Ob Mozart oder Wagner, Violine oder Didgeridoo, Volkslieder, Chinesische Musik oder Weiterlesen

My Head Is An Animal / Of Monsters and Men

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We are far from home / but we’re so happy / we came here on his back / and we caught your eye / the salty ocean wind / made the seagulls cry (“From Finner”, Of Monsters an Men)

Immer mal wieder begegnet einem eine Band, deren Songs direkt in den Bauch gehen: so geht es mir auch mit dem ersten Album der isländischen Band Of Monsters and Men. Die Band gewann 2010 den isländischen Bandwettbewerb Músiktilraunir und wird bei Auftritten und auch auf dieser zuerst 2011 in Island und jetzt endlich auch in Deutschland vorgelegten CD gelegentlich von der Trompeterin Ragnhildur Gunnarsdóttir unterstützt.
Mit “My head is an animal” legt die Band ein furioses Debüt vor, dass einen sofort an die wunderbare, schon fast legendäre kanadische Rockband Weiterlesen

Lieder von Liebe und Tod / Bobo

Ein Album mit deutschen Volksliedern und vertonten klassischen und romantischen Gedichten weckt nicht unebdingt hohe Erwartungen: viele Volkslieder kennt man in den unterschiedlichsten klassischen Interpretationen. Auch das vertonte Gedicht lässt einen zunächst eher an die klassisch-strenge, von zumeist zeitgenössischer Musik inspirierte und umspielte Variante denken.
Bobo (In White Wooden Houses) alias Christiane Bobolina Hebold, der ausgewiesene Theatermusiker Sebastian Herzfeld (präpariertes Klavier) und Annette Kaftan (Saxophon und Bassklarinette) wagen mit “Lieder von Liebe und Tod” eine Neuinterpreation, die gekennzeichnet ist von extrem Weiterlesen

The Something Rain / Tindersticks

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“At the albums heart lies the memory of the people we have lost in these last two years, but we were in no mood to be maudlin. It’s to them. But it’s for us. We are still drinking, laughing, crying, fighting, fucking, making our music. They wouldn’t have wanted it any other way.” (Tindersticks-Frontmann Stuart A. Staples zu “The Something Rain”)
Es gibt Musikalben, deren Songs Geschichten erzählen, denen man wieder und wieder zuhört, als wären sie der Soundtrack zu einem Film, der vor dem inneren Auge abläuft, während man den Songtexten lauscht, getragen vom Klang der Musik.
Mit “The Something Rain” ist der mittlerweile gut zwanzig Jahre alten britischen Independent-Band Tindersticks ein solches Album gelungen. Stuart A. Staples warme, rauhe Weiterlesen

Bilder einer Ausstellung / Modest Peter Mussorgsky ; Simon Rattle ; Berliner Philharmoniker

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Auch wenn ich Klassik-Radio wegen seiner Häppchen-Kultur eigentlich hasse, ist es doch für eines gut: es macht einen aufmerksam auf etwas, dass man wieder hören oder aber ganz neu für sich entdecken möchte. Auf die hier vorgestellte CD bin ich durch die in einem Klassik-Radio angespielten Polowetzer Tänze von Alexander Borodin gekommen, die zusätzlich zu Weiterlesen

III / Chickenfoot


Nein, dies ist eigentlich nicht die dritte, sondern erst die zweite Platte von Chickenfoot (auf Jargsblog findet man die erste Scheibe hier), jener 2008 gegründeten Rockformation mit Sammy Haggar und Bassmann Michael Anthony von Van Halen, dem furiosen Gitarrengenie Joe Satriani und Chad Smith (Red Hot Chili Peppers) am Schlagwerk. Aber wenn man “III” gehört hat, kommt umgehend der Wunsch nach einer weiteren Scheibe auf: bester Hard Rock, der einem unwiderstehlich in die Weiterlesen

Bicycle Diaries: Ein Fahrrad, neun Metropolen / David Byrne

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Dies ist beleibe nicht nur ein Reisebericht, sondern viel mehr: ein Erlebnisbericht über das Radfahren in modernen, autogerecht zugerichteten Großstädten, ein Plädoyer für das Rad als Fortbewegungsmittel, eine Sammlung von Impressionen, Anekdoten und Gedanken eines global mobilen und lokal radelnden Künstlers und Musikers, angereichert mit Reflexionen über Weiterlesen

Stop drop and roll!!! / Foxboro Hot Tubs


Musikalisch in den 60er-Jahre-Pop einzutauchen, ist ja seit einiger Zeit recht angesagt und gelingt mal mehr, mal weniger gut. Die amerikanischen Punk-Rocker von Greenday lassen sich in ihrem mit anderen gegründeten Nebenprojekt Foxboro Hot Tups offensichtlich stark von Band aus dieser Zeit wie den Kinks, Buddy Holly, The Who, The Clash und anderen inspieren und surfen stilistisch mit Weiterlesen

Schlange stehen bei Jargsblog?

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Soweit ist es zum Glück noch nicht. Aber in Anbetracht der letzten vier Monate, in denen mehr Zugriffe auf Jargsblog zu verzeichnen waren als in den gesamten zwei Jahren davor, kommt Freude auf. Viele positive Rückmeldungen, Kommentare und Anregungen halten die Luust am Bücher- und Medienbloggen weiter wach. Fragt sich bloß: wer wird der 100. Abonnent von Jargsblog und was sagen die Pinguine in der Schlange dazu?

Sleep little girl / Layla Zoe

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Rauh, kraftvoll und virtuos, dazu eine große stimmliche Bandbreite … oft wird der Vergleich zu janis Joplin gezogen, um die Stimme der kanadischen Sängerin Layla Zoe zu beschreiben. Zoe, die seit früher Kindheit singt und bereits mit vierzehn Jahren erste Auftritte mit der Band ihres Vaters absolvierte, hat bereits mehrere CDs vorgestellt. “Sleep little girl” wurde vom deutschen Gitarristen Henrik Freischlader produziert, der an den Aufnahmen selbst mitwirkt als Teil des fulminanten Trios, das Zoe die instrumentelle Basis für ihre zehn selbst geschriebenen und komponierten Songs liefert.
Das Album setzt ganz auf die Wirkung der Weiterlesen

A Creature I don’t know / Laura Marling

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Mit 16 Jahren wurde Laura Marling durch einige per MySpace verbreitete Songs in der britischen Indie Szene einem größeren Hörerkreis bekannt. Der Indie-Status hielt aber zumindest vom Label her nicht lange an, denn bereits für “Alas I cannot swim” wurde Virgin auf sie aufmerksam. Mit “A creature I don’t know” legt die 21jährige, zeitweise mit dem Mitbegründer von Mumford & Sons, Marcus Mumford, liierte Musikerin, die eine bemerkenswerte warme, heiser-rauhe Stimme besitzt und sowohl Gitarre als auch Piano spielt, mittlerweile ihr drittes Album vor und beeindruckt erneut mit wunderbarem Neo-Folk-Pop. Ihre Musik ist dabei beeinflusst von Countryrock, Bluegrass und Blues, verwendet Elemente aus Walzer, Soul und Jazz und reicht in der Bandbreite von bewegt bis still.
Herausragend und sehr in die Beine gehend ist das dunkle, traurig-romantische Weiterlesen

La Grande / Laura Gibson


La Grande ist eine Stadt in Orgegon, USA, an der man “normalerweise vorbeifährt”. Für die Singer-/Songwriterin Laura Gibson, die dem Alternative Country zuzuordnen ist und deren Musik starke Einflüsse aus Delta Blues, Jazz und Appalachian Folk anzumerken sind, ist dort aber eine eigenartige Energie zu spüren, weshalb sie ihrem aktuellen Album den Namen dieser Stadt gab.
Beginnend mit der wundervollen titelgebenden Hymne, fährt sie fort mit dem ausgesprochen soulig-zärtlichen “Milk-Heavy, Pollen-Eyed”, nach dessen akustischem Genuss der Hörer dem Album nicht mehr entrinnen kann. Die fragile, vom Weiterlesen

Vermischung / Jorinde Jelen


Es war, als hätt’ der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt’.
(aus: Joseph von Eichendorff, “Mondnacht”)
Eichendorff? Rilke?? Was hat das mit Jazz zu tun? Sehr viel, denn Jorinde Jelen und ihre Musiker zeigen auf ihrem bemerkenswerkenswerten Album “Vermischung” unter anderem je ein vertontes Gedicht dieser beiden schon klassischen deutschsprachigen Dichter und finden dafür eine eigene musikalische Sprache. Subtil arrangiert, machen Jelens Gesang und die perfekt darauf abgestimmten Musiker daraus zwei bemerkenswerte Songperlen, die die klassischen Gedichte zeitlos in die Gegenwart transformieren.
Doch Jorinde Jelen, Bastian Ruppert (Gitarre, Posaune), Steffen Greisinger (Piano), Christian Sievert (Kontrabass, Gesang) und Michael Kersting (Schlagzeug, Udu) glänzen nicht nur damit, sich mutig Weiterlesen

Don’t explain / Joe Bonamassa & Beth Hart


Wenn zwei außergewöhnliche musikalische Talente wie Sängerin Beth Hart und der Bluesgitarrist Joe Bonamassa sich zusammentun, sind die Erwartungen des verwöhnten Publikums entsprechend hoch. Um dies vorwegzunehmen: die Erwartungen werden nicht enttäuscht – im Gegenteil.
Insgesamt zehn gecoverte Tracks haben die befreundeten Musiker hier zusammengestellt – bekanntere und unbekanntere Songs, deren Bandbreite von Jazz zu Blues, von Soul zu klassischem Rock reicht. Bill Withers, Billie Holiday, Tom Waits, Ray Charles, Melody Gardot, Aretha Weiterlesen

Jargsblog wird zwei Jahre alt …

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… und ist seit dem 5. Februar 2010 auf fast 600 Rezensionen von Büchern, Filmen und Musik gewachsen. Auch weiterhin gilt auf Jargsblog die radikale Subjektivität, gepaart mit der Vorliebe für das Besondere, Außergewöhnliche, vom Mainstream nicht selten entfernte – und was Jarg nicht mag, kommt hier nicht vor.

Viktoria / Maria Mena

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Die Norwegerin Maria Mena begeistert seit 2001 mit ihrer Musik. Jargsblog widmete sich bereits ausführlich ihren Alben “Cause and effect” und “Apparently unaffected“.
Auch das neue Album ist es wert, Beachtung zu finden: auf “Vikoria”, das seinen Titel ihrem zweiten Vornamen verdankt, finden sich vorwiegend Weiterlesen

I am Jem Cooke / Jem Cooke

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Kein neues Popsternchen, sondern eine 30jährige, aus einer englischen Musikerfamilie stammende Sängerin gibt hier mit dem selbstbewussten Titel ihr Debüt. Und tatsächlich hat die 2011 als Support von Bob Geldof durch deutschsprachige Lande tourende Jem Cooke einiges zu bieten. Früh entdeckt sie den Spaß am Singen, schreibt sie Songs, zieht dann nach der Teenagerzeit nach New York mit dem Traum vom ganz großen Durchbruch, um schliesslich mit Mitte Zwanzig und zurück in England unplugged mit ihrer Ukulele durch die Clubs zu ziehen. Weiter schreibt sie Songs und nimmt schliesslich, auf der Weiterlesen

Metals / Feist

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Nach vier Jahren veröffentlichte Leslie Feist erstmals wieder ein Album, das nach eigener Ansage viel bewegter, lauter sein soll als ihr bisher erfolgreichstes Album “The Reminder“. Tatsächlich präsentiert Metals zum Teil wesentlich aufgewühltere Klangwellen, zum Teil aber auch wieder sanfte, ruhige und erdige Klangteppiche: wir finden ein Album vor, in dem rauhe, rockige Songs und zurückhaltende Balladen enthalten sind und die Stimmung zwischen tiefer Melancholie und kraftvollem Aufbegehren wechselt, geprägt von einer Weiterlesen

Best of Jargsblog 2011 : Filme und Musik

Nach “Best of Jargsblog 2011: Bücher” folgt heute der zweite Teile mit Musik und Filmen, wie immer radikal subjektiv aus dem Augenblick heraus entschieden, was in Anbetracht der Fülle des Gehörten, Gesehenen, Besprochenen nicht leicht fällt.

Filme:


Herausragend als Familienfilm und erster Film, den die >Zwillinge vom Jarg im Kino gesehen haben, war im Sommer 2011 der wunderbare norwegische Kinderfilm “Mein Freund Knerten”, der seit kurzer Zeit auch auf DVD erhältlich ist und von dem offenbar weitere Teile zu erwarten sind.


Literaturverfilmungen sind so eine Sache: oft ist der von einem Buch berührte Leser enttäuscht, wenn er die Bilder in seinem Kopf mit den Bildern des Films konfrontiert sieht. Anders bei “The Road” nach dem Roman von Cormack McCarthy: ein Film, der die erschütternde Wucht des Romans gekonnt auf die Leinwand bringt.


Regisseurin Urszula Antoniak ist mit “Nothing Personal” – sicher auch durch die hervorragende Besetzung, ein wunderbares cineastisches Kammerspiel um zwei einsame Menschen gelungen, tragisch und beglückend zugleich, dass einen sprachlos zurücklässt.


Das Science-Fiction-Filme wesentlich mehr bitten können als Geballer, rasende Raumschiffe und exotische geschöpfe zeigt Duncan Jones Film
“Moon” mit Sam Rockwell in zentralen Rollen: ein gesellschaftskritischer Film, der sich mit existentiellen Fragen zur menschlichen Identität beschäftigt und dafür eine eindrucksvolle Sprache findet.

Der französische Film “Sommer an der Seine” weicht wohltuend ab von all den seichten Ach-wie-schön-sind-Paris-und-die-Liebe-Filmchen und inszeniert einen Kunstraub zu einer gelungenen Mischung aus Liebesdrama, Krimi und der Geschichte zweier Brüder.

Musik:


Die Entdeckung des Jahres 2011 war für jarg die Entdeckung der außergewöhnlichen Musik von Elliott Smith, ausgelöst durch “An introduction to Elliott Smith”. Der geniale Musiker hat in seinem leider zu kurzen Leben eine Fülle aussergewöhnlicher Songs geschaffen, zu denen diese Sammlung einen guten Einstieg bietet.


Aus Familiensicht erwies sich im Sommerurlaub das aktuelle Album von Jupiter Jones als Dauerläufer im Auto bei Fahrten durch Angeln an der Ostsee. Kraftvolle Musik, wunderbar besungen, die man bedenkenlos auf “repeat” stellen konnte.


Echte Songwriter-Songs, und das auch noch auf Deutsch, bietet Bosse auf seinem Album “Wartesaal”, das musikalisch und textlich in den Bauch und nicht selten in die Beine geht.


Elbow zeigen mit “Built a rocket boys”, dass es sich in Zeiten des musikalischen Häppchen-Downloads lohnt, auf der Albumkultur zu beharren, und schaffen ein Werk aus einem Guss mit Songs, die Geschichten erzählen und musikalisch mal kraftvoll, mal zurückhaltend instrumentiert sind. Ein echter Ohrgenuss!


Das ist keine Musik, die man nebenbei beim Möhrenschnitzeln hören kann: wer sich aber Selah Sue anvertraut, entdeckt im Alöbum der belgischen Songwriterin eine musikalische Bandbreite, verbunden mit schön getexteten Songs, die das ganze Potential der jungen, ungewöhnlichen Musikerin aufscheinen und auf mehr hoffen lassen.

A Kiss Before You Go / Katzenjammer

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In Deutschland wurde die 2005 gegründete norwegische All-Women-Band ja erst verspätet bekannt, denn ihr erstes und bereits auf Jargsblog gefeiertes Album “Le Pop” erschien in Deutschland erst mit über einem Jahr Verspätung. Die nach der Comicserie “The Katzenjammer Kids” benannte Band legt mit “A Kiss Before You Go” nun eine fulminante zweite CD vor: auch hier begeistern Katzenjammer mit virtuoser Musik, die von Weiterlesen

Mutual Friends / BOY

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“This is the beginning” – mit diesem wunderschönen Song beginnt das erste Album von BOY, bestehend aus der Zürcher Sängerin Valeska Steiner und der Hamburger Musikerin Sonja Glass (unterstützt vom Schlagzeuger Thomas Hedlund). Dies ist der Anfang, hofft denn auch der begeisterte Hörer nach dem ersten Durchgang durch das Album und hofft, dass es irgendwann ein zweites Album geben möge. Steiner und Glass haben sich im Hamburger Popkurs kennengelernt und treten als BOY bereits seit 2007 auf Konzerten auf. Bei Grönemeyers Grönland Records haben sie jetzt ihr erstes Album aufgenommen.
Bemerkenswert an BOY ist, dass Steiner und Glass alle Instrumente bis auf die in eingängigen Songs vom Hedlund gegebene Schhlagzeugunterstützung selbst spielen. Und wie sie das tun: das Album versammelt wohltuend Weiterlesen