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McCarthy, Cormac: Die Strasse

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Vater und Sohn kämpfen sich durch ein vor Jahren verwüstetes Amerika, durch zerstörte Städte und Landschaften, Kälte und Asche, ohne Tiere und Pflanzen. Nichts besitzen sie mehr ausser ihrer Kleidung, einem Einkaufswagen mit der nötigsten Habe und einer Pistole mit zwei Kugeln, um notfalls ihrem Leid ein Ende setzen zu können. Ihre größte Sorge gilt der Beschaffung von Essen und den anderen Überlebenden, die dieses Problem dadurch lösen, dass sie Menschen essen. Vater und Sohn folgen der Straße, denn irgendwo an der Küste soll es anders sein, irgendwo an der Küste hoffen sie, den Winter zu überleben.

Cormac McCarthy schreibt nicht, was für eine Katastrophe die Menschheit überrollt hat – und in der Tat ist das bei diesem Roman auch einerlei. „Die Straße“ beschreibt eindrucksvoll die Zerstörung, die Not, das Grauen, verkörpert vor allem durch andere Menschen, die vom Überlebenskampf verroht sind – und von der tiefen Liebe zwischen Vater und Sohn, die das einzige Licht in diesem Roman zu bieten scheint. Müde, hungrig, einzig von der vagen Hoffnung auf den rettenden Süden getrieben, versuchen sie, sich ihre Würde und Menschlichkeit zu bewahren in einer Welt, in der man niemandem trauen kann, der Mensch dem Menschen in Wolf ist.

Ein düsteres, trauriges, verzweifeltes und doch wunderbares Buch, in stark reduzierter, drastischer Sprache ohne direkte Rede oder Kapitel geschrieben. Große Literatur, sehr empfohlen.

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