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Süskind, Patrick: Die Taube

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„Ich hoffe aber, eines Tages ein Zimmer zu finden, das so klein ist und mich so eng umschließt, dass es sich beim Verlassen selbst mitnimmt“ (aus: Patrick Süskind, Die Taube). Jonathan Noel will ein ereignisloses Leben: die Deportation seiner Eltern in ein Konzentrationslager und die gescheiterte Ehe waren für ihn drastische Erlebnisse genug. In Paris findet er eine Arbeit als Wachmann einer Bank und beginnt, ein karges, ihm ein verlässliches Zuhause bietendes Zimmer abzubezahlen. Sein Tagesablauf ist routiniert, pünktlich, immer gleich in seinen Abläufen und einsam.

Doch eines Morgens, kurz vor der letzten Rate für die Wohnung, geschieht etwas Unerwartetes, Unerhörtes: eine Taube sitzt vor seiner Wohnungstür. Sein geregeltes, aufregungsloses Leben gerät durch das mit Unordnung und Regellosigkeit assoziierte Tier an diesem Tag vollkommen aus den Fugen.

Süskinds Novelle über einen Mann, der sich in seiner Angst selbst eingesperrt hat und sich durch die Taube mit dem Leben konfrontiert sieht, ist in einer sehr dichten, farbigen Sprache geschrieben, die einen direkt in Jonathan Noels Not zu versetzen scheint. Ein kleines, feines Stück Literatur, das man nicht aus der Hand legen mag.

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