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Camus, Albert: der Mythos des Sisyphos

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„Der Mythos des Sisyphos “ zählt zu den wichtigsten Werken von Albert Camus. In seinem noch während des Zweiten Weltkrieges erschienenen Essay beschäftigt sich Camus mit der Absurdiät der menschlichen Existenz und entwickelt eine eigene Philosophie dazu. Für Camus sieht sich der Mensch mit seinem tiefen Verlangen nach Sinn, nach Ewigkeit hineingeworfen in eine Welt der Sinnlosigkeit, in der nichts von Bestand ist, es keinen Grund für die menschliche Existenz in Glück und Unglück gibt und die einizige Gewissheit der Tod ist. Verbunden mit diesem absurden Spannungsverhältnis (ein sinnsuchender Mensch in einer sinnlosen Welt) geht er der Frage nach, ob das menschliche Leben lebenswert sei. Doch weder der Selbstmord noch die Flucht aus der Absurdität in metaphysische, religiöse, logische oder ästhetische Lösungsansätze bieten einen wirklichen Ausweg.

Camus sieht den einzigen Weg darin, die Leere und Nutzlosigkeit der menschlichen Existenz in ihrer ganzen Zerissenheit zu bejahen und sich trotzdem täglich im Hier und Jetzt voller Verachtung, aber mit seiner ganzen Lebens- und Tatkraft dagegen aufzulehnen und so im vom vorneherein verlorenen, aber trotzig geführten Kampf zur Freiheit und zum Glück zu finden. Am Beispiel des antiken „Mythos des Sisyphos“ verdeutlicht Camus am Ende seine These: „Ich verlasse Sisyphos am Fuße des Berges! Seine Last findet man immer wieder. Nur lehrt Sisyphos uns die größere Treue, die die Götter leugnet und die Steine wälzt. Auch er findet, daß alles gut ist. Dieses Universum, das nun keinen Herrn mehr kennt, kommt ihm weder unfruchtbar noch wertlos vor. Jeder Gran dieses Steins, jeder Splitter dieses durchnächtigten Berges bedeutet für ihn eine ganze Welt. Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen“ (Aus: „Der Mythos des Sisyphos. – Rowohlt, 1999. S. 160).

Ein Buch in klarer, schöner Sprache, dass dem Unglück der Sinnlosigkeit der Welt die menschliche Freiheit und die Vielfalt des Lebens entgegenstellt und so die Existenz bejaht.

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