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Süchtig nach dem Sturm / Norman Ollestad

„Am 19.Februar, kurz nach Sonnenaufgang, geriet unsere Cessna in einen Schneesturm und knallte in einen schroff abfallenden 2650 Meter hohen Berg. Mein Vater war 43, seine Freundin Sandra 30 und ich war elf Jahre alt. Am Ende einer neunstündigen Feuerprobe war ich der einzige Überlebende“.

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Kalifornien in den 70er jahren. Norman Ollestad lebt Malibu und hat einen besonderen Vater, der ihn permanent zu Höchstleistungen und Abenteuer antreibt: kein Skihang ist zu steil zum Abfahren , keine Welle zu hoch zum Surfen. So reitet Norman schon als Baby auf dem Rücken seines Vaters durch die Wellen, fährt mit vier Jahren Skirennen und surft im Kielwasser seines Vaters durch respekteinflössende Brecher des pazifischen Ozeans.

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Doch die Motivation des Vaters, eines Lebenskünstlers und Rechtsanwalts mit unbändiger Energie, ist nicht der Ehrgeiz: er möchte seinem Sohn beibringen, sich nicht von der Angst beherrschen zu lassen, sondern sich von ihr antreiben zu lassen und sich seelisch und psychisch auch von extremen Situationen fordern zu lassen. Dafür trainiert er ihn – und Norman hasst ihn manchmal dafür, lernt aber, dass er in der Konzentration seiner Kraft und Energie auf den Augenblick unvergessliche Augenblicke erleben kann wie beim Reiten einer Welle – einer Tube – in Mexiko, bei der er mit dem Ozean und seiner Kraft zu verschmelzen scheint: „Ich war im Innern eines Dings begraben, dass mich verstümmeln oder töten konnte, und mich doch gerade umarmte – ich war zwischen Panik und Glück hin- und hergerissen. Alles Wesentliche, alles, was früher unsichtbar gewesen war, brach auf und durchpulste mich. Ich war da, in diesem schwer fasbaren Raum – in dieser Traumwelt reinen Glücks“.

So eröffnet Normans Vater ihm in der Konzentration auf den Augenblick und über die Beherrschung seines Körpers einen weg zum Glück: „Du warst an einem Ort, wo nur wenige Menschen jemals hinkommen, sagte er. An einem Ort weit weg von all dem Scheiß“.
Später, als das Flugzeug, mit dem Norman, sein Vater und dessen Freundin unterwegs sind zu einem Skirennen, an einem Berg zerschellt, rettet eben dieses harte Training dem 11jährigen Jungen das Leben. Es gelingt ihm, sich aus dem zerborstenen Flugzeug über Eis, Schnee und Fels ins Tal zu retten und aus eigener Kraft zu überleben: „Ich entschied, dass es keinen Gott gab und wir alle auf uns selbst gestellt waren“. Dreissig Jahre später hat Norman selbst einen Sohn und reflektiert über seine Kindheit, seinen Vater und seine Rettung aus eigener Kraft. Er spürt, dass es extrem war, was er erlebt hat, und ist doch dankbar dafür. Und sucht selbstkritisch einen Weg, um seinem Sohn ebenfalls Möglichkeiten und Augenblicke zu schaffen, in und an denen sein Selbstvertrauen und seine Kraft wachsen können.

Norman Ollestads Roman beruht auf seiner eigenen Lebensgeschichte. Das Buch beginnt mit dem Absturz des Cessna am Ontario Peak und erzählt danach, unterbrochen von Rückblenden zu Erlebnissen mit seinem Vater, den Abstieg des jungen Ollestad durch die Schlucht des Gooseberry Canyon. Dabei verherrlicht Ollestad seinen Vater nicht, sondern hinterfragt ihn kritisch und spart auch die negativen Auswirkungen auf seine Entwicklung nicht aus. Eine aussergewöhnliche, wunderbare Geschichte, anschaulich und direkt erzählt, über die grosse, leidenschaftliche Liebe zwischen einem Vater und einem Sohn, die Energie des Augenblicks und den Zauber und das Abenteuer des Lebens. Für Jugendliche, Erwachsene, für Väter und Söhne.

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Ein Kommentar zu “Süchtig nach dem Sturm / Norman Ollestad

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