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Zitat am Freitag: Jeremy Bentham über Tiere und Ethik


„Der Tag könnte kommen, an dem die übrigen Kreaturen jene Rechte erlangen werden, die man ihnen nur von tyrannischer Hand vorenthalten konnte. Die Franzosen haben bereits entdeckt, dass die Schwärze der Haut kein Grund dafür ist, jemanden schutzlos der Laune eines Peiniger auszuliefern. Es mag der Tag kommen, da man erkennt, dass die Zahl der Beine, der Haarwuchs oder das Ende des Steißbeins gleichermaßen unzureichende Gründe sind, ein fühlendes Lebewesen demselben Schicksal zu überlassen. Was sonst ist es, was hier die trennende Linie ziehen sollte? Ist es die Fähigkeit zu denken, oder vielleicht die Fähigkeit zu sprechen? Aber ein ausgewachsenes Pferd oder ein Hund sind unvergelcihlich vernünftigere Lebewesen als ein Kind, das erst einen Tag, eine Woche oder selbst einen Monat alt ist. Aber selbst vorausgesetzt, sie wären anders, was würde das nützen? Die Frage ist nicht: können sie denken? oder: können sie sprechen?, sondern: können sie leiden?“
Jeremy Bentham (1748-1832): An Introduction to the Principles of Morals and Legislation, (1789)

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5 Kommentare zu “Zitat am Freitag: Jeremy Bentham über Tiere und Ethik

  1. Gruselig finde ich dabei gar nicht die verleichsweise geringe Anzahl der Mitglieder im Kinderschutzbund, sondern vielmehr die Tatsache, dass sehr wahrscheinlich von den 800.000 Mitgliedern des Tierschutzbundes der überwiegende Anteil tierische Produkte mit „gutem Gewissen“ verzehrt, anzieht, raucht oder sich damit die Haare färbt und damit die ausbeuterische Industrie der (Nutz)Tierverarbeitung tagtäglich mehrmals unterstützt. Bei den 50.000 im Kinderschutzbund dagegen kann man ziemlich sicher sein, dass diese garantiert dem Wohle der Kinder dienen wollen und prinzipell keine Kinder schlagen, ausbeuten und es auch vermeiden dies in irgendeiner Form zu unterstützen…

    Das Bentham-Zitat gehört zu meinen liebsten Sätzen in diesem Zusammenhang. Vielen Dank für den gesamten Text!

    Viele Grüße!
    -jwoj-

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    • Hallo Jwoi,
      wahrscheinlich hast Du recht – auch der freundlichen Hundehalter von nebenan verspeist wahrscheinlich gedankenlos sein Schnitzel, hält sich aber für tierfreundlich.
      Wenn jeder für sein Fleisch selbst schlachten müsste oder hautnah mit den Haltungsbedingungen konfrontiert würde, sähe das wahrscheinlich schon anders aus.
      Alle dafür zu begeistern, Vegetarier oder Veganer (letzteres ist mir selbst – noch – einen Schritt zu weit) zu werden, wird wahrscheinlich nicht gelingen. Aber es wäre schon ein großer Schritt, wenn Fleisch nicht mehr die Hauptsache wäre … und man sich bewußter darüber wird, was wir Tieren eigentlich mit der Massentierhaltung antun.
      Herzlich grüsst Jarg

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  2. Gutes Zitat. Allerdings finde ich es etwas „gruselig“, dass der Deutsche Tierschutzbund über 800.000 Mitglieder hat (nach eigenen Angaben), der Kinderschutzbund dagegen nur über 50.000 und Organisationen wie AI 120.000 …

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