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My Head Is An Animal / Of Monsters and Men

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We are far from home / but we’re so happy / we came here on his back / and we caught your eye / the salty ocean wind / made the seagulls cry („From Finner“, Of Monsters an Men)

Immer mal wieder begegnet einem eine Band, deren Songs direkt in den Bauch gehen: so geht es mir auch mit dem ersten Album der isländischen Band Of Monsters and Men. Die Band gewann 2010 den isländischen Bandwettbewerb Músiktilraunir und wird bei Auftritten und auch auf dieser zuerst 2011 in Island und jetzt endlich auch in Deutschland vorgelegten CD gelegentlich von der Trompeterin Ragnhildur Gunnarsdóttir unterstützt.

Mit „My head is an animal“ legt die Band ein furioses Debüt vor, dass einen sofort an die wunderbare, schon fast legendäre kanadische Rockband Arcade Fire denken lässt, aber auch an Mumford & Sons oder einen Hauch von Björk denken lässt. Sind die Texte meistens von Melancholie und leiser Verzweiflung geprägt, stürmen die dazu gefundenen Mellodien meistens nachgerade trotzig und mit einiger opulenter Leidenschaft dagegen an, während im Kopf des an die Musik hingegebenen Hörers die Gedanken wie die Wolken im Herbstwind zu treiben beginnen.

Geradezu zu mitsingen lädt etwa der „Mountain Song“ ein und spätestens bei dem trompetenbegleiteten, schlagwerkstarken „Little Talks“ mit dem Kontrast zwischen der hauchzarten Stimme von Nanna Bryndís Hilmarsdóttir und dem rauhen Organ von Ragnar Þórhallsson findet man sich plötzlich auf den Tischen wieder. Sehr schon auch das elegische „Your Bones“, bei dem ich mich unvermittelt auf dem Heimweg beim Mitsingen des Refrains ertappte, was ja in einer Großstadt wie Hamburg gerne irritierte Blicke der Passanten auslöst. Apart auch der Text von „From Finner“, das die kuriose Geschichte eines Wals erzählt, der ein Haus auf seinem Rücken trägt, oder das soundtrackartige „Kings & Lionheart“, das quasi in 3D-Cinemascope-Dolbysurround auf die Trommelfelle trifft.

Die Stücke sind bei aller Opulenz äßerst filigran und mit viel Liebe zum Detail arrangiert und verbinden Klänge von klassischen Rockinstrumenten wie Akustik-, E-Gitarre, Bass und Klavier mit Akkordeon und Trompete. Wundervolle Musik, die lustvoll inszeniert, sprachlich ansprechend betextet ist. Dem Urteil des im Juni über die Band berichtenden Rolling Stone (hier auch ein Video) bleibt damit nicht hinzuzufügen: „Die Songs der sechs Isländer mögen nichts für Hörer auf der Suche nach tiefschürfenden Erkenntnissen sein, aber sie sind unterhaltsam und strahlen vor Lebensfreude. Da dürfen Of Monsters And Men mit ihren Trompetenklängen und Mitsingchören bisweilen ruhig für einen Hauch Bierzeltatmosphäre sorgen, denn genau die braucht man ja auf einer Klassenfahrt.“ (Rolling Stone, a.a.O.). Höchstens, dass ich jetzt unbedingt auf ein Konzert dieser wundervollen Band möchte!

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2 Kommentare zu “My Head Is An Animal / Of Monsters and Men

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