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Paul Watson – Bekenntnisse eines Öko-Terroristen / Regie: Peter Jay Brown

Dieser Dokumentarfilm ist parteiisch. Und das ist gut so. Bereits 1982 begann der NBC-Kameramann Peter Jay Brown, die spektakulären Aktionen von Paul Watson und seiner Sea Shepherd Conservatioon Society (SSCS) zu filmen. Aus dem reinen Dokumentieren wurde schliesslich mehr – und Brown schloss sich den Umweltaktivistem an und wurde selbst erste Offizer an Bord.

Die „Bekenntnisse eines Öko-Terroristen“ zeigen, wie das ehemalige Greenpeace-Mitglied und SSCS-Gründer Watson weltweit agiert, um auf illegalen WaLfang, problematische Fangmethoden, Fischerei in Schutzgebieten und brutales Abschlachten von Robben, Grauwalen, Grindwalen und anderen Meerestieren. Der Film dokumentiert über einen Zeitraum von dreissig Jahren, wie sich Paul Watsons Aktivitäten, stets am Rande der Legalität und doch mit striktem Vwerzicht auf Gewalt gegen Menschen, erfolgreich etwa gegen Treibnetzfischerei und das Abschlachten von Sattelrobben richten. Der mit drastischen Bildern arbeitende Film zeigt das sinnlose Gemetzel von Grindwalen auf den Färöer-Inseln und das Abschlachten von Grauwalen in Kanada, auf die Watson mit sorgfältig inszenierten Aktionen mit zum Teil mehreren Schiffen und gezielten Provokationen reagierte, um kritische Medienberichte über die brutalen „Traditionen“ zu befördern.

Bei seinen Aktionen gegen das Töten von Sattelrobben, das den Staat Kanada für den Einsatz von Eisbrechern und Polizei mittlerweile mehr kostet, als es den Fischenr einbringt, fährt er mit seinem Schiff direkt in die Fangzone und besprüht Robben mit Farbe, um ihren Pelz unverwertbar zu machen. Das hatte zu Folge, dass die kanadische Regierung ein „Schutz“-Gesetz erliess, nachdem sich niemand einer Robbe dichter als 800 Meter nähern durfte – es sei denn, er sei ein Robbenjäger.

Paul Watson wird nicht müde in seinem von Spenden finanzierten Kleinkrieg gegen das Abschlachten von Meeressäugern und problematische Fangmethoden. Dabei scheut er keine Konfrontation und setzt sich selbst einiger Gefahr aus: das zeigt der Beschuss durch die japanische Küstenwache 2008 oder der mehr als dilletantische Versuch des norwegischen Kriegsschiffs Andenes, mit falschen Positionsangaben, Beschuss und einem mißglückten Wegabschneiden, der für die Andenes durch die Kollision der Whales Forever über ausging, Watson zur Aufgabe zu zwingen.

Watson ist sich bewusst, dass seine Aktionen nur Nadelstiche sind gegen überkommene, von einer Art archaischem Blutrausch motivierten Traditionen wie auf den Färöer-Inseln, vermeintlich wissenschaftlichen Walfang oder die wirtschaftlich zweifelhafte Notwendigkeit, Meeressäuger zu töten und zu verwerten. Er und seine hochmotivierten freiwilligen Mitstreterinnen und -mitstreiter auf den alten, für die SSCS gekauften Schiffen können sich aber aufgrund der sorgfältig inszenierten und taktisch ausgefeilten Störmanöver und einer guten Pressearbeit sicher sein, dass sie die Aufmerksamkeit der Medien meist positiv auf ihrer Seite haben: damit haben sie schon oft mehr verändert haben als andere, die jahrelang am Verhandlungstisch um Paragraphen feilen. Bemerkenswert an den Aktionen Watsons ist, dass noch die ein Mensch dabei ernsthaft verletzt oder getötet wurde – obwohl er auch nicht davor zurückschreckt, Schiffe zu rammen, um ihr Fanggeschirr zu zerstören.

Der mit einem sarkastischen, selbstironischen Kommentar unterlegte Film bezieht klar Position gegen die Ausbeutung der Meere, sei es aus wirtschaftlichen oder vorgeblich traditionellen Gründen oder um des Blutrausches wegen (s. Färöer). Die zum Teil drastischen Bilder sind für Kinder ganz sicher noch nicht geeignet, auch wenn man nur hoffen kann, dass er weiter junge Menschen für sich und seine Idee begeistern kann.

Zur Zeit befindet sich Paul Watson, der im Mai 2012 für kurze Zeit von den deutschen Behörden festgesetzt wurde, mittlerweile von Interpol gesucht wird, an Bord der Steve Irwin in der Nähe von Neuseeland. Hier gibt es weitere Informationen zur Sea Shepherd Conservation Society

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