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Latte Igel / Sebastian Lybeck. Mit Bildern von Karin Lechler. Aus dem Schwed. v. Ilse Czigens u. Herta Weber-Stumfohl.

Ich kann mich nicht bewußt erinnern, ob die Ende der 1950er, Anfang der 1960er erstmals in Deutschland veröffentlichten seither immer wieder neu aufgelegten Abenteuer von Latte Igel mich in meiner Kindheit bereits begleitet haben. Möglich wäre es, und der kleine Held dieser Abenteuer erscheint mir auch auf seltsame Weise vertraut. Aber die Erinnerung ist eine trügerische Sache.
Wie auch immer es sich damit verhält: mittlerweile gibt es auch ein neues Abenteuer mit Latte Igel, für das der 1929 geborene schwedischsprachige, doch finnische Autor Sebastian Lybeck zusammen mit Daniel Napp verantwortlich zeichnet. Daher wurde es mittlerweile mit fortgeschrittenem (Vor)Lesealter der Zwillinge Zeit für Latte Igel, auch bei uns zu Gast zu sein – und zwar mit dem Sammelband, der „Latte Igel und der Wasserstein“ und „Latte Igel reist zu den Lofoten“ enthält und von Karin Lechler sparsam, doch mit freundlichem Strich illustriert wurde.

Im ersten Abenteuer „Latte Igel und der Wasserstein“ muss Latte Igel seinen Heimatwald und alle Tiere vor der sommerlichen Dürre retten. Dazu muss er den Wasserstein holen, der aber unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen im Reich des bösen Bärenkönigs Bantur verborgen ist. Beherzt wagt sich Latte an das Abenteuer, bald unterstützt von Eichhörnchen Tjum. Dochdie Reise wird nicht einfach, und auch andere begehren den kostbaren Stein …

Zu den Lofoten verschlägt es Latte Igel, seinen Eichhornfreund Tjum und die Bisamrate Flurr, als der böse Adler Groff die Elfe Klein-Kirivi entführt. Weit und gefahrvoll ist die Reise und die Befreiuung aus der Felsenburg von Adler Groff scheint unmöglich, obwohl den drei Freunden die Möwe Skribidapp und ihre Freunde zur Seite stehen …

Die Abenteuer von Latte Igel beschreiben die klassische Heldenreise und liefern sie in kindgerechtem Format. Die mutigen kleinen Tiere, alle voran natürlich Latte, bieten gute Identifikationsmöglichkeiten für Kinder in einer Geschichte, in der Geschick, Witz und Beherztheit mehr bewirken als Kraft, Grausamkeit und Gier. Die wenigen enthaltenen Gruselelemente (etwa die an frühere Opfer erinnernden Knochen in der Felsenburg des Adlers) sind altersgerecht verträglich und erfahren stets eine positive Auflösung. Der Sieg der kleinen Tiere über den ungleich stärkeren Gegner ist gleischermaßen furios und humorvoll inszeniert und löst mit Heiterkeit verknüpfte Triumphgefühle bei den gespannt der Geschichte lauschenden Kindern aus.

Bei den Zwillingen erfreuen sich in letzter Zeit dicke Bücher wachsender Beliebtheit – man hat über mehrere Tage etwas davon und es ist schön, abends mit einem Klippenhänger aufzuhören und sich zu fragen, wie es weitergehen wird in der Geschichte. Kinder, die Die Sage von Noggin dem Nog mögen und mit wenigen Illustrationen auskommen, werden auch die Abenteuer von Latte Igel zu schätzen wissen und manches davon mit in ihre Rollenspiele nehmen können. Zum Vorlesen eignet sich das vorliegende Buch für Kinder ab etwa sechs Jahren, zum Selberlesen ab etwa neun bis zehn Jahren.

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