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Frida – Im blauen Haus meines Herzens / Bjørn Sortland ; Hilde Kramer [Ill.] ; Christel Hildebrandt [Übers.].

„… ich male niemals Träume. Ich habe meine eigene Wirklichkeit gemalt. das einzige, was ich weiss: ich male, weil ich es muss. Ich male immer das, was in meinem Kopf geschieht, ohne viel darüber nachzudenken.“ (Frida Kahlo. Zitat a. d. vorgestellten Buch)

Eines der wunderbaren Dinge an Büchern ist, dass man sie liest und draussen der im Buch gespiegelten, verwandelten oder verfremdeten Wirklichkeit begegnet – und umgekehrt. So kann es einem auch mit diesem Buch ergehen.

Nachhaltig beeindruckt waren die Zwillinge im letzten Jahr nach dem Besuch der Frida-Kahlo-Austellung in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall. Dann begegnete uns in den von uns besuchten Bibliotheken über Winter und Frühjahr das eine oder andere Buch über die aussergewöhnliche Malerin mit ihrem Leidensweg und den untrennbar damit verbundenen Bildern: die in der Ausstellung entstandenen Fragen und Gedanken kamen durch das Betrachten der Bilder und das Lesen immer wieder an die Oberfläche.

Besonders gefallen hat mir und den Zwillingen das von Hilde Kramer collagenartig illustrierte Buch, in dem Bjørn Sortland ein Mädchen namens Leonarda der schwer kranken Malerin begegnen lässt. Leonarda, deren Schwester schwer krank im Krankenhaus liegt, besucht jeden Freitag mit ihrer Mutter, die dort saubermacht, das Haus der Malerin. dAS Mädchen streift durch das Haus – und eines Tages wird sie von einer schwarzhaarigen, bettlägerigen Frau angesprochen, die sie bisher nur auf einem Gemälde gesehen hat. Sie heisst Frida, und beide teilen einander ihre Geheimnisse mit und finden zu einer engen Freundschaft, verstärkt durch das durch den nahen Tod ihrer Schwester bedrückte Mädchen und dem Wissen Fridas um ihren eigenen nahen Tod.

Dem 1968 geborenen Bjørn Sortland gelingt es wunderbar, in seiner Erzählung deutlich werden zu lassen, wie sehr Kunst und Leben bei Frida Kahlo verschmolzen sind, sich gegenseitig beeinflussen. Die ausdrucksstarken Collagen unterstützen die leise und eindringlich erzählte Geschichte der Freundschaft zwischen einem fiktiven Mädchen und der Künstlerin. Zugleich entwickeln Bilder und Geschichte gemeinsam einen starken Sog, der einem die starke Wirkung von Kahlos Bildern verständlich und die Motivationen der Malerin deutlich macht. Auf einer tieferen Ebene bietet das Buch auch eine Möglichkeit der Auseinandersetzung mit Leid, Sterben und Tod.

Für Kinder, die Kunst lieben, ein ganz besonderes Buch, dass man immer wieder gerne aufschlägt, um sich von der Geschichte und den Bildern berühren, befremden und verzaubern zu lassen. Ab ca. 9 Jahren und für alle.

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12 Kommentare zu “Frida – Im blauen Haus meines Herzens / Bjørn Sortland ; Hilde Kramer [Ill.] ; Christel Hildebrandt [Übers.].

  1. Pingback: Annas(jetzt 11) Geburtstagsausbeute « Familienbande

  2. Hallo, Jarg,
    danke für Deinen Besuch auf meinem Blog. Habe mich bei Dir auch umgesehen. Die Frida Kahlo Ausstellung war auch bei uns, ich war auch da. Fridas Leben und auch ihre Gemälde waren außergewöhnlich beeindruckend. Besten Dank.

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    • Keine Ursache, gern geschehen.
      Frida Kahlo war wirklich eine außergewöhnliche Künstlerin – wie schön, dass ihre Bilder immer mal wieder an verschiedenen Orten zu sehen sind.
      Herzlich grüsst
      Jarg

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  3. Ganz lieben Dank für diese wunderbare Vorstellung! Mein Landsmann Sortland kannte ich bis jetzt nicht, ich werde mir das Buch in der Originalsprache nächste Woche holen. Ich freue mich auf diese Verquickung von Kunst und Schreiben! 🙂

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    • Meine Tochter war ganz angetan – kannte sie, die sehr bild- und malinteressiert ist, doch Frida Kahlo schon von einer Ausstellung. Viel Freude damit.

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  4. Pingback: Bücher in Blogs entdeckt, bestellt und gerade eingetroffen « Familienbande

    • Ich hoffe, es gefällt Euch und den Patenkindern. In Verbindung mit der erwähnten Ausstellung war es für meine kleine Tochter geradezu ein Wahrnehmungsdauerbrenner.
      Herzlich grüsst
      Jarg

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