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Kistenpacken, Staublungen, App-Sortieren und der unerfindliche Schleifpunkt von Mietautos oder: Warum Kommentare so lange auf Freischaltung warten müssen.

Organverpflanzungen sind ja schon stressig genug, ganze Menschen zu verpflanzen (nämlich in eine andere Wohnung) artet schnell in Stress aus. Vor allem, wenn gleichzeitig ein ganzer Haushalt aufzulösen ist und daher sorgfältige Unterscheidungen zwischen „Mit“ und „Weg“ zu treffen sind. Gerne entscheide ich mich Richtung „Weg“ und motiviere herzhaft dazu. Immer öfter eigentlich sollte sich diese Entscheidung zur Richtung „Weg“ treffen lassen. „Weg“ ist das neue Schwarz. „Weg“ macht nach ein paar Stunden Kistenpacken am meistens Spaß – und am liebsten würde ich vieles, was die Kategorie „Mit“ erhalten hat, gerne nochmal so richtig herbe enttäuschen und dem „Weg“ und damit der endgültigen Vernichtung überantworten, dem Nichts, dem Schrott oder wo immer all die Dinge hingelangen. Der Mensch als Jäger und Sammler – leider mehr als Schnäppchenjäger und Dingehorter, dem sich – die Evolution sozialen Verhaltens ist auch recht schlau – natürlich auch der Dingeentrümpler hinzuentwickelt hat. Unglaublich, was ein Mensch allein besitzen kann oder vielmehr, wieviele Dinge von einem Menschen besitz ergriffen haben.

Diese Entscheidungsfreude zwischen „Mit“ und „Weg“ hilft dann wenig, wenn es man auf der Fahrt zum aufzulösenden Haushalt im Mietauto dreimal hintereinander den Motor abwürft, dies auf dem Eidelstedter Platz im Berufsverkehr geschieht, man nur noch „Weg“ will und im einsetzenden Hupkonzert nur noch den erstaunlich seelenruhigen Groß-BMW-Fahrer hinter sich registriert, der entgegen dem Klischee seelenruhig wartet, bis man endlich das „Weg“ geschafft hat (Danke, lieber BMW-Fahrer!). Da fährt der gestresste Umzugshelfer gerne mal rechts rein, willig, einzuparken und einmal die Tiefenentspannung zu aktibieren – und findet nach zehn Minuten Frickeln tatsächlich den Trick zum Rückwärtsgang in diesem kleinen franzöischen Auto. Ich wusste schon, warum ich so gerne einen VW Up wollte – und warum die alle weg waren.

Ein wenig durchatmen, kurz überlegen, ob etwas Zeit zum entspannenden Sortieren der Smartphone-Apps vorhanden ist (nach Farbe, Größe, Aufgabe, Downloaddatum?). Ist es natürlich nicht. Sollte bei Smartphone-Apps nicht auch gelten, dass mehr „Weg“ besser ist. Der Gedanke erinnert mich an den Auftrag. Also fahre ich weiter, was im stärker werdenden Regen kein Problem ist, denn zu seinen Scheibenwischern bietet mir der kleine Franzose großzügig einen raschen, nämlich den gewohnten Zugang.

Berufsverkehr scheint kein Spaß zu sein. Alle fahren harte Kante, aggressiv, brutal, hier überlebt der Stärkere. Zum Glück muss ich das nicht, habe meinen Regionalexpress, meine U-Bahn, meine Schuhe. In zwei Tagen. Wenn alles vorbei ist, alle Möbel montiert, der neue Internetanschluss installiert sowie der restliche Frickelkram erledigt ist und ich wieder meinem Broterwerb nachgehe. Jetzt aber muss ich weiter, weiter, es warten diese Entscheidungen, das „Mit“, das „Weg“, dazwischen ich, der Staub, der aufgewirbelte, der meine Lungen plagt, der wachsende Kistenberg.

Und es warten eine Reihe Kommentare, ich weiss. Die sollen alle „Mit“ in diesem Blog, soviel ist schon sicher. Wenn das „Weg“ vorbei ist, schalte ich frei und nicht in den Rückwärtsgang und antworte auch. Versprochen. Ahoi!

2 thoughts on “Kistenpacken, Staublungen, App-Sortieren und der unerfindliche Schleifpunkt von Mietautos oder: Warum Kommentare so lange auf Freischaltung warten müssen.

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