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Homes on the move : Mobile Architektur / Donato Nappo & Stefania Vairelli

Nein, dies ist kein Buch über Wohnmobile, auch wenn ich zugeben muss, dass ich es vor allem aufgrund des VW Bus T2 auf dem Titelbild gelesen habe: das ist ein Fahrzeug, das bei mir unweigerlich Erinnerungen an Fahrten durch den Süden Brasiliens auslöst, nach Sao Francisco do Sul, St. Catarina, Florianopolis, am Steuer unser brasilianischer Freund, auf den Sitzen unsere und seine Familie. Seither träume ich manchmal davon, so einen Bus zu besitzen, was natürlich vollkommen irrwitzig ist, da ich von Autoschrauberei absolut nichts verstehe und es gerade mal für Tanken und das Auffüllen des Scheibenwischerwassers reicht. Aber genug der Abschweifung …

„Mobile Homes“ beschäftigt sich hauptsächlich mit Häusern und Wohnungen, die beweglich sind, auf schnellen, einfachen Aufbau hin konstruiert wurden und zum Teuil für ganz spezifische Zwecke entworfen wurden. Die Bandbreite reicht vo1960er Jahren und puristische Einraum-Wohnzellen mit allem Konfort aus den 1990er und 2000er Jahren. Mobile Verkaufsmodule sind ebenso in dem Buch enthalten wie ein Bücherbus, schwimmende Häuser und raffiniert sich entfaltende Wohncontainer. Die Bandbreite reicht von kleinen „Flake House“ bis zum großen, modularen Nakagin Capsule Tower (Japan), von puristischen Kleinsthaus FRED (Österreich) bis zum luxuriösen Wohnmobil mit eingebauter Garage (Volkner Mobil Performance, Deutschland), von futuristischen ufoartigen Mercury House One (Italien) bis zum auf das wesentliche reduzierten, in den Baum zu hängenden „Casa Insecto“ (Spanien).

Das wunderbare an dem Buch ist nicht nur die Vielfalt der Ideen, die mit ausgeprochen guten Fotos anschaulich illustriert wird, sondern auch die Erkenntnis, dass sich angenehmes Wohnen sowohl mobil als auch auf kleinem Raum gestalten lässt und dabei der Mensch mehr in den Mittelpunkt des Wohnens rücken kann, als man es vielleicht denkt. So klein manche von den dargestellten Häusern auch sind, so rasch wird doch deutlich, dass für ein angenehmes, menschengemäßes Wohnen nicht allein die Größe des Raumes entscheidend ist, sondern vielmehr seine klare Gestaltung und die zweckmäßige, auf das Wesentliche reduzierte Einrichtung. Natürlich fehlt auch der VW Bus vom Titelfoto nicht, der in verschiedenen Varianten vorgestellt wird.

Ein Buch zum Blättern und Stöbern, das durchaus auch als Anregung geeignet ist, über die eigenen Wohnpräferenzen zu reflektieren, bei denen weniger ja doch zu mehr führen kann. Wäre ich räumlich unabhängig, könnte ich mich jedenfalls rasch für etliche der vorgestellten Wohneinheiten erwärmen, die zum Teil in ausgesprochen schöner Umgebung fotografiert werden und so eine ästhetische Verbindung mit der Umgebung eingehen.

Für alle, die gerne Bildbände über das Wohnen, über Architektur und Bauen anschauen, ein ausgesprochen schöner, zweisprachiger Bildband.

2 thoughts on “Homes on the move : Mobile Architektur / Donato Nappo & Stefania Vairelli

  1. Lieber Jarg,
    das ist aber spannend! Ich finde im Heim durch die Welt zu fahren sehr gemütlich. Das erlebte ich allerdings bislang nur auf längeren Schiffsreisen und einer Reise in einem umgebauten Postbus durch Afrika.
    Danke für den Hinweis.
    Ganz liebe Grüße dir
    Klausbernd
    Hast du die Sturmflut gut überstanden?
    Bei mir ist alles fein, obwohl ich noch immer vom Wasser umgeben bin, aber das Meer zieht sich langsam zurück. Zum Glück habe ich ab heute Morgen wieder Strom🙂

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    • Lieber Klausbernd,
      das klingt nach spannenden Reiseerfahrungen – Afrika im umgebauten Bus dürfte auch heute noch ein Abenteuer sein. Und Schiffsreisen haben ja auch einen besonderen Reiz – manchmal träume ich von einer Reise als Frachtschiffpassagier, obwohl es in naher Zukunft wohl nur für Alsterdampferfahrten reichen wird. Auch ein Anfang …
      Die Flut hat Hamburg zum Glück mit seinen Deichen gut abgewettert. Wir selbst wohnen ja hoch genug und weiter weg von der Elbe.
      Aber in Schleswig-Holstein hatte die Bahn einige Probleme – nur meine Arbeitsstrecke blieb weitestgehend verschont von Sturmschäden.
      Das ist freilich nichts gegen Deinen Bericht von Stromausfällen und Wasser vor dem Haus. Auf den Fälligen muss es auch hart gewesen sein – weshalb die stoische Gelassenheit der Bewohner um so mehr erstaunt …
      Aus dem vorweihnachtlichen Hamburg herzliche Presse an die Küste Norfolks an Dich und die Buchen von
      Jargon

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