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Jargsblogs beste Bücher 2013: Kinderbücher

Rezensionen von Kinderbüchern gehören seit dem Start von Jargsblog vor bald drei Jahren zu den regelmäßig erscheinenden Beiträgen und erfreuen sich offensichtlich einiger Beliebtheit unter den Leserinnen und Lesern dieses Blogs, wenn man der Statistik und den Kommentaren vertraut.

Auch in 2013 gilt es also, eine Essenz zu ziehen aus all den gelesenen Kinderbüchern, die gemäß dem radikal-subjektiven Ansatz von Jarg auch als Rezension den Weg in diesen Blog gefunden haben – so schwierig das ist. Auch hier ist der Link zum vollständigen Beitrag angegeben. Wer seine eigene kinderliterarische Essenz aus diesem Blog für 2013 ziehen möchte, kann sich alle Rezensionen in absteigender zeitlicher Reihenfolge hier ansehen.

Michael Roher verbindet in seinem Bilderbuch „… 6, 7, 8, Gute Nacht“ wunderbare collagenartige Graphiken mit schräg-schön gereimten Worten zu einer Reihe von Miniaturgechichten in VersformReime und Bilder gehen eine gelungene Verbindung ein und machen das Buch zu einem Vorlesespaß mit Niveau.

Nicht nur die Zwillinge – auch ich liebe „Jagdgeschichten“, wenn sie gut gemacht sind. Ein furioses Buch dieses Genres ist „Bühne frei für Papa Bär!“ von Benjamin Chaud. Es begeistert mit einer in knappen Worten begleiteten Verfolgungsjagd: auf deren Stationen gilt es nicht nur immer wieder den kleinen Bären zu entdecken, sondern auch eine Menge aberwitzige Details. Die Geschichte steuert unaufhaltsam auf den Höhepunkt zu, verharrt in einem auch bildlich gut getroffenen Moment der Spannung und löst sich danach wunderbar auf. Herrlich rasanter Bilderbuchspaß für alle.

Eines schwierigen Themas nimmt sich „Mein glückliches Leben“ an, für das Rose Lagercrantz und die Illustratorin Eva Eriksson verantwortlich zeichnen. Sensibel versetzt es sich in die Gefühls- und Gedankenwelt eines Mädchens, das durch die Trennung von der besten Freundin nicht mehr aus seinem Kummer herausfindet. Sorgfältig wird in der vorwiegend in Rückblenden erzählten Geschichte entwickelt, was Glück für Dunne bedeutet hat und wie sich innerlich nach dem Wegzug von Ella Frida verändert, bis ein Ereignis die Wendung bringt und Dunne verändert und gestärkt aus ihrer inneren Krise hervorgehen kann.

Bücher mit Bildern von Sybille Hein sehe ich und muss sie haben. Und Bücher mit guten Reimen (die selten sind) machen mich ebenfalls schwach. So kam ich auch an „Fips, der kleine Nasenbär“ nicht vorbei, ein wunderbar witzig illustriertes kleines Bilderbuchkunstwerk vorgelegt, humorvoll und mit sicherem Gespür für Reim und Sprachklang.

Eine Wiederentdeckung ist „Latte Igel“ von Sebastian Lybeck. Die klassisch und unaufgeregt erzählte Abenteuergeschichte erfreute sich als wohltuend dickes Buch mit zahllosen für das abendliche Vorlesen geeigneten „Klippenhängern“ bei den Zwillingen und mir großer Beliebtheit und regt zu Rollenspielen an. Natürlich gewinnen die kleinen, guten Tiere mit List und Witz gegen die großen, bösen Tiere – und so muss es in solchen Büchern ja auch unbedingt sein.

Ja, ich mag die Illustrationen von Eva Eriksson. So darf auch „Der beste Sänger der Welt“ von Ulf Nilsson hier nicht fehlen, ein wunderbaresBuch über Schüchternheit, Lampenfieber und dem Glück, beides zu überwinden.

Max Kruse, der mittlerweile ein hohes Alter erreicht hat, gehört zu den Klassikern der Kinderliteratur, hat uns bezaubert mit dem Urmel, dem Löwen und zahllosen anderen Geschichten. Einen sorgfältig zusammegestellten Auszug aus seinem Werk und viele mir noch nicht bekannte Gedichte und Geschichtchen finden sich in „Ich und du und Müllers Kuh und 1000 Kaffeebohnen“. Wer ein schönes Vorlesebuch sucht, dass gleichermaßen für das beschauliche Abendritual wie für vergnügliche Morgenlektüre geeignet ist, wird hier bestens bedient und kann sich auch guter Zwerchfellmassage sicher sein.

Ein unerwartetes Sommerabenteuer erleben Ole und Katharina in „Das Schiff im Baum“ von Jutta Richter. Geschickt und behutsam führt sie uns in die Lebens- und Gedankenwelten von Kindern und alternden Erwachsenen und lässt aus den kreativen Energien zweier Generationen eine poetische und berührende Geschichte entstehen, die ohne jedes Pathos auskommt. Am Ende der Geschichte haben die Kinder aus der Langeweile mit eigenen Ideen herausgefunden, verstärkt durch die fantastischen Geschichten von Onkel Fiete wunderschöne, abenteuerliche Ferien erlebt – und sich selbst verändert.

In „Bär im Boot“ steigt ein Junge zu einem Bären ins Boot. Er will auf die andere Seite. Der Bär beginnt zu rudern. Er kann dem Jungen nicht sagen, wie lange es dauert. “Ein Weilchen” meint er. Der Junge verstaut seine Tasche und schläft ein. Erst am nächsten Morgen wacht er auf. Leider sind sie immer noch nicht da. Der Bär aber meint, alles sei in Ordnung. Als Kapitän der Harriet muss er es ja wissen, denkt der Junge. Und wenn der Bär sich so seelenruhig immer um vier Uhr seinen Tee kocht, muss es ja stimmen. Oder?
Für mich ist dieses warmherzige, bibliophil gestalgtete Buch mit seinem feinen, britischen Humor in Wort und Bild und seinem geradezu existenzphilosophischen Subtext eines der schönsten Bücher des Jahres. Die wunderbaren Illustrationen verbinden sich dabei wunderbar mit dem Text und geben dem Buch zusätzlich einen ganz besonderen Reiz.

Fantastisch und abenteuerlich zugleich ist „Die Tierfamilie“ von Randall Jarrell mit Bildern von Maurice Sendak. Ein zauberhaftes Buch von großer atmosphärischer Dichte, in dem geschickt märchenhafte und fantastische mit lebensnahen Elementen verbunden werden. Sprachlich überaus ansprechend, kann man sich der Geschichte, die sich gut zum abschnittsweisen Vorlesen eignet, kaum entziehen und ist nach jedem Kapitel gespannt darauf, wie es weitergeht mit dieser seltsamen Zufallsfamilie.

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