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Anastasis / Dead Can Dance

Die britisch-australische Band Dead Can Dance gibt es seit mittlerweile über dreissig Jahren, was auf eine gewisse Nachhaltigkeit der Musik hinweisen könnte, die sich sicher nicht dem Mainstream zuordnen lässt. So bedient sich Dead Can Dance neben den klassischen Rockwerkzeugen verschiedenster Instrumente von afrikanischen Trommeln über Didgeridoos, Dudelsäcke und asiatische Saiteninstrumenten bis hin zu elektronischen Klangquellen. Musikalisch schöpfen sie aus unterschiedliche Quellen und verwenden asatische und arabische Klänge ebenso wie mittelalterliche Melodien und Elemente aus Rock, Neoklassik und Weltmusik.

„Anastasis“ ist ihr erstes Album nach 14 Jahren: sie liefern ein opulentes, ausgefeiltes Werk ab, dem man sich gerne anvertraut und dass geradezu hypnotisierende musikalische Eigenschaften aufweist. Der kontrastierende Gesang von Brendan Perry und Lisa Gerrard trägt sicher ebenso dazu bei wie die gekonnte Einbindung aussereuropäischer Elemente. Das Ganze ist ausgesprochen gradlinig abgestimmt und abgemischt, verzaubert mit dabei mit einer Mischung aus Melancholie und gesteigerter Leidenschaft und gibt dem ganzen Album eine eigenständige Stimmung, die man jedoch nie als langweilig oder monoton empfindet. Schon der erste Song „Children of the sun“ zieht einen tief in sich hinein, verstärkt durch die sanft anschwellende Musik und die nach und nach eisetzenden Bässe und Geigen. Herausragend schön sind das mitreissende, sich steigernde „Return Of The She-King“ und das afrikanisch angehauchte „Agabe“, bei dem man sich gerne den sanft mittragenden Rhythmen anvertraut.

Es mag sein, dass für viele Kritiker das erste Album nach 14 Jahren zu wenig Neues gebracht hat. Aber das musste es vielleicht auch nie, denn die beiden Protagonisten der Band haben mit „Anastasis“ ihren ganz eigenen Klang nochmal verfeinert und erfüllen so durchaus die Erwartungen des Connaiseurs, der nicht die revolutionär neue Musik erwartet, sondern eher die Veredelung eines als richtig und schön erkannten musikalischen Weges. Dabei ist „Anastasis“ ganz sicher eines jener musikalischen Werke, für die man sich Zeit nehmen sollte, um sie in ihrer ganzen Schönheit zu geniessen, und ein erneuter Beweis dafür, dass es die Albumkultur in der Zeit der wahllosen Songdownloads immer noch gibt.

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4 Kommentare zu “Anastasis / Dead Can Dance

  1. Ich durfte DCD im letzten Jahr das erste Mal live erleben – großes Kino! Wobei ich solo Brendan Perry deutlich lieber höre, weil er eine ganz besondere Stimme hat. Hat Lisa auch, aber ihre Stimme kann ich nicht immer hören, seine schon ;-). Brendan´s Album „Ark“ mag ich sehr. DCD sind schon etwas besonderes für besondere Stimmungen, für´s Hinhören und viel zu schade als Hintergrund-Musik.

    Danke für den Post, denn an mir ist mal wieder vorbeigezogen, dass sie eine neue „Platte“ rausgebracht haben. Guten Start in die Woche!

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    • Gern geschehen!
      Das Konzert war bestimmt ein echtes Erlebnis … live hat Musik doch oft nochmal eine andere, tiefere Wirkung!
      Liebe Gruesse von Jarg aus dem fruehlingshaften Hamburg

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    • Gern geschehen. Mir waren sie noch relativ unvertraut, trotzdem sie eigentlich zu meiner musikalischen Sozialisation hätten gehören können. Ich hoffe, sie gefällt dir!
      Herzlich grüsst
      Jarg

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