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Wandern mit Jargsblog: Schiefer geht es nicht?

Wer Kindern das Wandern nahebringen und die Lust daran erhalten will, wird oft nach Rundwanderungen Ausschau halten, die nicht zu lang sind, abwechslungsreiche Wege bieten und immer wieder die eine oder andere Attraktion am Wegesrand zu bieten haben. Unser Kurzurlaub im Nahetal im letzten Oktober in der relativ hässlichen Stadt Bad Kreuznach bot uns mehrere solcher Rundkurse in der Umgebung. Darunter war auch diese Tour, die uns gleich am ersten Tag zu gleich drei Attraktionen führte.

Von einem Parkplatz aus ging es zügigen Schrittes leicht bergab durch den bereits farbig belaubten Wald zum Besucherbergwerk Herrenberg. Den Zwillingen bot sich dort nicht nur die Gelegenheit, mit Hilfe von Vaters altem Fossiliensammlerhammer ein paar Schieferplatten (erfolglos) zu spalten, sondern auch der Besuch des alten Schieferbergwerks Herrenberg, dass bis in die 1960er Jahre in Betrieb war. Hier wurde über viele Jahrhunderte in körperlicher Schwerstarbeit Schiefer abgebaut und so nach und nach ein beeindruckendes Stollensystem in den Berg getrieben. Dabei fanden sich auch Fossilien, von denen Abgüsse zu sehen sind.

Vom Besucherbergwerk ging es rasch weiter das Tal hinab, bis wir über eine Holz-Eisenbrücke den Hahnenbach queren konnten und der Ansteig zur Schmidtburg begann: die Burgruine der im 9. Jahrhundert n.u.Z. errichteten Burg liegt direkt in der Flußkehre des erwähnten Baches und ist bis auf zwei Gebäude weitestgehend zerstört, was am imposanten Anblick nichts ändert. Die weitläufige Anlage bot uns einen geeigneten Platz zur Mittagsrast in der warmen Herbstsonne, wunderbarerweise gänzlich abgeschottet von der Umwelt, denn in diese abgelegenen Ecke versagten zumindest unsere modernen Kommunikationsmittel völlig: kein Empfang. Dafür Eidechsen. Was will man mehr?

Das Burggelände bot den Zwillingen nach der Mittagssträrkung reichlich Raum und Gelegenheit zum Spielen unter den wachsamen, stets den Absturz fürchtenden Blicken der Eltern. Entsprechend fiel die Motivation für den erneuten Aufbruch nicht unebdingt euphorishc aus, auch wenn der wildromantische Abstieg zunächst an der Burgflanke entlang und dann in Richtung einer weiteren Brücke Abwechslung genug bot, um die Stimmung nicht umschlagen zu lassen.

Nach Querung der besagten Brücke folgte ein steiler Aufstieg mit nicht ungefährlichen, Trittsicherheit erfordernden Stellen, der atemberaubende Ausblicke in das Hahnenbachtal und auf die Burgruine bot. Als weitere Attraktionen sind mehrere in den Fels geschlagene Tunnel zu nennen, durch die früher eine zum Schieferabtransport dienende Schmalspurbahn gefahren sein muss, deren Gleisüberreste an einigen Stellen gut zu sehen sind: heute führt der Wanderweg hindurch.

Die Hahnenbachtaltour gehört offenbar zu den Premiumwanderwegen. Für die achtjährigen Zwillingen und uns war es jedenfalls eine unvergesslich schöne Tour, auch wenn wir der Schleife zur Altburg kurz hinter dem Bergwerk nicht gefolgt sind.

Zur Rettung der eingehend als hässlich bezeichneten Stadt Bad Kreuznach sei gesagt, dass es in ihrer Umgebung etliche bezaubernde Wanderwege gibt, darunter einen mit einem Quecksilberbergwerk als Ziel und besonderen Attraktionen am Wanderweg dorthin. Und dass es in Bad Kreuznach ein wunderbares Puppentheatermuseum gibt. Aber davon ein andermal.






3 thoughts on “Wandern mit Jargsblog: Schiefer geht es nicht?

  1. Für sowas sind in der Region Mittelrhein die Traumpfade oder auch einzelne Rheinsteig-Etappen sehr empfehlenswert. Da ist auch häufig mal ne Burg am Wegesrand zum besichtigen, dann wirds den Kindern auch nicht langweilig😉

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