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Onkel Oswald und der Sudankäfer / Roald Dahl

Der Erzähler bekommt eine Lieferung merkwürdiger Holzkisten und entdeckt darin die Tagebücher seines verblichenden Onkels Oswald, eines reichen Lebemannes und berüchtigten Frauenverführers. Posthum veröffentlicht er zwei der Tagebücher – und wird nach dem zweiten Band überrannt von Anfragen und Angeboten: denn Onkel Oswald war der Entdecker eines Parfums von wahrhaft gigantischer aphrodisischer Potenz war, dass jeden Mann sofort willenlos und leidenschaftlich einer Frau verfallen liess, die danach duftete. Alle Welt scheint nach diesem Parfum zu fragen und dem Erzähler werden höchste Summen geboten für eine Substanz, von der er tatsächlich nicht ein Tröpfchen besaß.

Der Erzähler wagt es Jahre nach diesen dramatischen Folgen der Publikation, einen weiteren Band zu veröffentlichen: wohl ahnt er, dass die damit verbundenen Enthüllungen viele Freunde und Familienangehörige erschüttern könnten, schätz aber ihren wissenschaftlichen und historischen Wert wesentlich und die daraus folgende Notwendigkeit der Veröffentlichung höher ein.

Tatsächlich nämlich ist sein Onkel nicht nur der Entdecker dieses überaus potenten Parfums, gewonnen aus dem Sudankäfer, und verkauft es in kleinen Dosen zu hohen Summen. Er nutzt die Wirkung des Pülverchens auch für ein wesentlich lukrativeres Geschäft: verborgen in edlen Schoko-Trüffeln, verführt seine Komplizin Yasmin Howcomely die reichsten und mächstigsten Männer, um ihren Samen zu stehlen, in einer eigens vom verschrobenen Genie Professor Woresley konstruierten Kühleinrichtung aufzubewahren und an Frauen zu verkaufen, die Nachwuchs von den Reichen, Schönen und Mächtigen haben wollen. Ob Einstein oder Rodolfo Valentino, Diagileff oder Picasso, James Joyce oder King George … sie alle gehen Oswald und seinen Komplizen auf den Leim. Doch die furiose Geschichte hält für Samensammler Oswald am Ende einige Überraschungen bereit …

Der furiose und durchaus frivole Roman Roald Dahls erschien 1979 und wurde 1985 von Sybil Gräfin Schönfeldt ins Deutsche übertragen. Die skurrile Geschichte nimmt rasch Fahrt auf und wirft einen frivol-satirisch Blick auf die Gesellschaft der 1920er und 1930er Jahre. Schräg, aberwitzig und mit schwarzhumorigem Blick auf so manchen hochgeschätzten Zeitgenossen der beschriebenen Zeit und seine im sexueller Höchstextase entblössten Charakterzüge und Marotten. Kurzweilig und absurd komisch. Ein echter Dahl, der seinerzeit sicherlich etliche Leute mächtig pikiert hat und heute noch eine äußerst vergnügliche Lektüre ist.

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