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Der heilige Pillendreher / Jean-Henri Fabre. Gelesen von Gert Heidenreich

Nicht nur zur Fussball-Welteisterschaft spielt das Runde ine Rolle: es gibt Tiere, die mit (fast) nichts anderem beschäftigt sind als „Bälle“ durch die Gegend zu treten: die Mistkäfer, von denen das hier vorgestellte Hörbuch handelt.

Schon „Die gelbflügelige Grabwespe“ zog mich magisch in den Bann. Naheliegend, dass ich als Gelegenheitshörer als nächstes zu „Der heilige Pillendreher“ griff: auch dieses Hörbuch hat seine Quelle in Fabres „Erinnerungen eines Insektenforschers“ – einem Buch, in dem er ebenso warmherzig und literarisch ansprechend wie exakt seine Insektenbeobachtungen schildert und dabei auch einzelne Gattungen und Insektenfamilien mit höchster Präzision und tiefer Liebe zum Subjekt beschreibt.

Gert Heidenreich macht daraus wieder ein akustisches Erlebnis, verbunden mit den Soundeffekten von Robert Hehnig. Fasziniert lauschen wir Fabres Ausführungen zum erstaunlichen Leben des Pillendrehers, seinem beschwerlichen Alltag, der kunstvoll gebauten Mistkugel, die er auf beschwerlichem Wege transportieren muss – manches Mal mit Hilfe „falscher Freunde“. Fabre hat die erstaunliche Gabe, uns in diese kleine Welt der Insekten zu versetzen und staunen zu machen, wie groß diese tatsächlich ist und wie mannigfaltig die Verhaltensmuster. Deutlich wird auch, mit welcher Geduld Fabre über Stunden die Tiere beobachtet, ihre Verhaltensmuster studiert, regionale Besonderheiten herausarbeitet und durch vorsichtige Modifikation den Tieren Herausforderungen stellt, um sie und ihre möglichen Reaktionen noch genauer beschreiben zu können. Das so unscheinbare Leben der Käfer vermag Fabre unerhört spannend zu erzählen und macht aus einer Insektenbeschreibung eine Geschichte, der man gerne, bereichert und berührt zugleich, zuhört.

Es ist unerhört entspannend und lehrreich zugleich, Fabre durch die Stimme Heidenreichs zu lauschen und nach knapp einer Stunde Zuhörens den Blick erneut geweitet zu fühlen für die kleinen Wunder am Wegrand, an denen wir großen Tiere allzuoft vorbeischreiten, ohne sie wahrzunehmen. Naturfreunden und allen, die im Mistkäfer mehr sehen können als ein Krabbeltier am Wegrand.

8 thoughts on “Der heilige Pillendreher / Jean-Henri Fabre. Gelesen von Gert Heidenreich

      • JA, da mache ich mit. Also ich mache das schon immer mal, wir haben einen alten Friedhof hier, also auch teilweise verwahrlost und sehr schön, da gibts ne Menge zu beobachten – aber viel zu selten und ich kenne leider die ganzen Namen nicht. Sehr gern mag ich die dicken Hummeln und auch die Bienen wie sie fast in die Blüten hineinkriechen und voller Blütenstaub sind, da kann ich mich gar nicht sattsehen.

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      • YES – und macht glücklich! Hatte heute morgen am Küchenfenster, Nordseite – ein Topf selbstgezogener Kapuzinerkresse besuch von einer wunderschönen und ganz fleißigen Biene…so toll. Und die Katze hatte damit auch gleich Unterhaltung.

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      • Bei uns ist auch immer ein munteres Bienen- und Hummelschwirren – da könnte ich stundenlang zusehen. Und ich hatte mal auf dem Balkon ein Zaunkönignest in meiner einen Klematis: wenn man bedenkt, dass der Vogel immer mehrere baut, um seine potentiellen Weibchen zu beeindrucken, dabei so schöne Kugeln zuwege bringt, von denen am Ende allenfalls eine bezogen wird, ist man froh, dass man es als Trockennasenaffe in der Regel bei einer Wohnung bewenden lässt und die heutzutage bei der „Brautwerbung“ auch nicht im Vordergrund steht😉

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