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Lucia und der Sex / Regie: Julio Medem. Darst.: Paz Vega, Tristán Ulloa, Najwa Nimri […].

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Die Kellnerin Lucia zieht sich nach dem offensichtlich tödlichen Unfall ihres Freundes und Schriftstellers Lorenzo aus Madrid auf die Baleareninsel Formentera zurück, um zur Ruhe zu kommen. Sie kommt im Haus von Elena unter. Elena hat ihre Tochter Luna verloren und kann seither nicht mehr weinen. Bei ihrem Liebhaber Carlos versucht sie den Schmerz des Verlustes zu betäuben. Doch bald entdeckt Lucia, das Carlos der Stiefvater von Belén ist, dem Kindermädchen, dass für den Tod von Luna verantwortlich sein soll. Sehr bald findet sie heraus, dass es dunkle Seiten im Leben Lorenzos gab und sie auf geheimnisvolle Weise mit Elena, Carlos und Belén verbunden sind.

Medems Film „Lucia und der Sex“ erzählt keine konventionell-linerar aufgebauten Geschichte, sondern zeigt mehrere, eng miteinander verflochtene und verwobene, zum teil verschachtelte Liebesgeschichten, die sich zu einem feinen, leuchtenden Gespinst aus Sehnsucht, Angst, Verlangen und Lust verbinden. Der Zauber des Films liegt denn auch in der Poesie der verschlungenen Schicksalswege, der Umwege und Sackgassen, dem Vor und Zurück der Gefühle, Erwartungen, Sehnsüchte und Aggressionen. Die erotisch stark aufgeladene Atmosphäre des Films entlädt sich dabei in meist spontaner Sexualität, die jedoch nie effektvoll aufgesetzt wirkt, sondern integraler Bestandteil des Filmes und der psychologischen Motivation seiner Geschichte ist.

Ein sinnlich-poetisches, hocherotischer Film über eine vor ihrer persönlichen Tragödie fliehende Frau, die sie in ein neues, verwirrendes Drama um Sehnsucht und Verlust führt. Der Film bekam nach seinem Erscheinen im Jahr 2001 sehr schnell internationale Aufmerksamkeit, die er auch heute noch verdient.

2 thoughts on “Lucia und der Sex / Regie: Julio Medem. Darst.: Paz Vega, Tristán Ulloa, Najwa Nimri […].

  1. Ein wunderbarer Film, „sinnlich-poetisch“ finde ich eine sehr treffende Beschreibung. Eigentlich hast Du nur den tollen Soundtrack zu erwähnen vergessen😉

    Julio Medem ist einer meiner spanischen Lieblingsregisseure (Carlos Saura, Victor Erice und Pedro Almodovar wären da u.a. noch dabei). Falls Du seine anderen Filme noch nicht kennst, kann ich Dir besonders die älteren sehr ans Herz legen („Caótica Ana“ und „Ein Nacht in Rom“ haben auch ihren Reiz, kommen aber nicht an die ersten Filme heran, wie ich finde).

    Die Liebenden des Polarkreises (Los amantes del Círculo Polar) ist ganz großes Kino, unbedingt zu empfehlen. Wunderbar sind auch Kühe (Vacas), Das rote Eichhörnchen (La ardilla roja) und Erde (Tierra). Alle Filme sind großartig erzählt, sehr poetisch und haben eine philosophische Ader, die mich zum Nachdenken brachte. Mich hatten die Filme in kürzester Zeit gefangen, das was ich als Kinomagie bezeichnen würde. En la ciudad de Sylvia von José Luis Guerín ist auch so einer dieser magischen Filme.

    Ich habe mir alle Filme seinerzeit aus Spanien auf DVD gekauft, mittlerweile sind die glaube ich alle auch in Deutschland erschienen.

    Viele Grüße!

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    • Liebe Wortlandschaften,
      stimmt, den Soundtrack habe ich vergessen. Nach den anderen Filmen von Medem muss ich auch nochmal Ausschau halten (danke für die Tipps). Seinerzeit (den Film habe ich vor einer ganzen Weile gesehen) waren sie glaube ich noch nicht erhältlich, so dass ich nicht über weitere Werke von ihm stolpern konnte.
      Liebe Grüsse von
      Jarg

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