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Das Geheimnis der Bäume / Regie & Drehb.: Luc Jacquet. Darst.: Francis Hallé. Sprecher: Bruno Ganz

Tiere und Menschen beherrschen den Raum – Bäume beherrschen die Zeit(Filmzitat)

Die Unbeweglichkeit der Bäume macht sie für uns nicht selten zu zwar eindrucksvollen, aber auf den ersten Blick recht einfachen Lebewesen. Tatsächlich aber verfügen Bäume über eine ganze Reihe von Fähigkeiten, auf Reize aus ihrer Umwelt zu reagieren und das Fortbestehen ihrer Art zu sichern. Der Dokumentarfilm „Das Geheimnis der Bäume“ entstand nach einer Idee des franzöischen Botanikers Francis Hallé und wurde von Luc Jacquet („Die Reise der Pinguine“) in enger Kooperation mit ihm in Szene gesetzt.

Francis Hallé (*1938) entführt uns auf eine magische, faszinierende Reise durch die Ur- und Regenwälder Gabuns (Ivindo-Nationalpark im Osten und im Nationalpark Loango) und Perus (Nationalpark Manú) und erläutert uns die Naturkreiläufe, denen Bäume unterworfen sind und die ganze Landstriche über Jahrhunderte formen und prägen. Dabei zeigt er die Kraft, die Bäume über lange Zeiträume entwickeln können und setzt ihr immer wieder die Gefährung durch den Menschen entgegen, der ihr zu wenig Zeit und Raum zugesteht, sich entwickeln zu können und seine eigenen Gesetze und Notwendigkeiten gegen Lebewesen und Lebensräume setzt, die sich über viele Jahrzehnte und Jahrhunderte entwickeln, um dann unter Umständen in wenigen Stunden zerstört zu werden.

Jacquet setzt dabei stark auf die Kraft der Bilder und der Imagination und verbindet geschickt spektakuläre Naturaufnahmen mit darin eingebetteten, reale Vorgänge auf künstlerische und beschleunigte Weise verdeutlichenden Animationen (quasi einer Augmented Reality im Film). Francis Hallé begleitet uns dabei auf eine Reise über einen Zeitraum von 700 Jahren und macht deutlich, wie lange es dauert und wieviele Entwicklungstadien durchlaufen werden, bis eine Lücke im Wald wieder geschlossen. Zum Teil überrascht, auf jeden Fall aber fasziniert nehmen wir zur Kenntnis, dass Bäume miteinander kämpfen, Informationen miteinander austauschen, wenn Fressfeinde auftauchen, geiale Strategien zur Samenverbreitung entwickelt haben und erstaunliche Symbiosen mit Tieren (etwa Ameisen) eingegangen sind, die zumindest mir in dieser Form noch nicht bekannt waren.

Hallé und Jacquet gelingt es mit diesem wunderschönen Film, einen anderen, mehr emotionalen und dennoch wissenschaftlich fundierten Blick auf Bäume und den Wald zu werfen und dadurch den Respekt für die Leistung dieser so tief in der Zeit verankerten Lebensformen erheblich zu steigern. Der zauberhafte Soundtrack von Éric Neveux und Bruno Ganz als Synchronsprecher runden das Ganze ab und machen diesen Film zu einem eindrucksvollen Heimkinoerlebnis der etwas anderen Art, das man so schnell nicht vergessen wird.

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2 Kommentare zu “Das Geheimnis der Bäume / Regie & Drehb.: Luc Jacquet. Darst.: Francis Hallé. Sprecher: Bruno Ganz

  1. Der Film steht auch noch auf meiner Wunschliste.

    Es gibt hierzu ja auch ein Buch vom Verlagshaus Jacoby & Stuart. Falls du das gelesen haben solltest (oder noch lesen wirst), wäre ich gespannt darauf zu erfahren, inwieweit das Buch eine Ergänzung zum Film ist.

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    • Liebe Kathrin,
      das habe ich leider noch nicht gelesen, bin aber durch den Film schon ganz neugierig. Kann aber noch etwas dauern, bis ich es lese (und wenn es gut ist, werde ich bestimmt darüber schreiben).
      Liebe Grüsse von
      Jarg

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