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August in der Tonne: über Beeren, fliessendes Wasser an ungewöhnlichen Orten, Schadenfluten und warum man sich Jarg trotzdem als glücklichen Menschen vorstellen sollte

Sitzt Du im Loch hör auf zu graben!! (Martin Baltscheit: Der Tag, an dem die Musik verboten wurde)

Nein, natürlich kann der August nichts dafür. So ein Monat ist ja grundsätzlich schuldlos an menschlichem Unbill. Dennoch war spätestens ab Mitte letzter Woche klar, dass der Jahrgang 2014 dieses grundsätzlich für ein Sommerkind wie mich mit angenehmen Erwartungen und Erinnerungen verbundenen Monats insgesamt eher einen sauren Abgang haben würde.

Dabei fing alles so vielversprechend an an jenem ersten Tag des Monats: mit dem noch zu patentierenden Brombeerhaken und mit der – nervige Bremsen und Waldspaziergänger fernhaltenden – Schutzkleidung gerüstet, konnte ich im Schwabenurlaub in meiner hohenlohischen Beerenbonanza, diesem Shangri-La des modernen Waldbeerenjägers, kiloweise beste Früchte erlegen, tiefenentspannt und in sicherer Gewissheit, abends vor dem Einschafen köstliche große Brombeeren vor dem inneren Auge zu sehen. Bis zu diesem Anruf auf dem Smartphone, der eine rasche Heimfahrt herbeiführen sollte, ohne näher auf die Gründe einzugehen, was zu einer besorgniserregend zügigen Talfahrt mit dem Velo führte.

Um es kurz zu machen: es ist nicht schön, ja, durchaus nicht ungefährlich, mitten in der pflückend verbrachten Beerenmeditation gestört zu werden. Noch schlimmer ist es, wenn man dann erfährt, dass die blumengiessende Nachbarin in der einheimischen Wohung gerade das Wasser entdeckt hat, dass aus dem verstopften Fallrohr durch den Küchenabfluss in Küche und Wohnzimmer gelaufen war. Gesteigert wird das nur noch von den Empfindungen bei der Rückkehr, wenn man die von Nachbarn trockengelegte Wohung besucht und nach und nach die Schäden findet, die Wasser in Trockenbau, Holz und Linoleum verursachen kann. Es erstaunt einen danach nicht mehr, dass die alten Ägypter mit dem Druck aufquellenden Holzes Steinblöcke aus Felsen gesprengt haben, auch wenn dieses nun durch Erfahrung bestätigte Wissen wenig tröstlich ist. Denn nach dem Wassserschaden ist vor dem Schadensbericht für die Versicherungen samt Fotos, Beschreibung und etlicher Fomularseiten. Man glaubt nicht, wie schwierig ein Schadenfoto zu machen sein kann, wenn man dafür quasi unter den Küchentresen kriechen muss oder es raffinierten Schminkspiegeleinsatzes bedarf, um einen verdeckten Schaden überhaupt aufnehmen zu können. Da habe ich wieder etwas gelernt, war aber doch etwas schlechter zu sprechen auf den August.

Schweigen wir von der verlorenen Uhr. Dem unerwartet erhöhten Druck auf der Arbeit, dem sich zum Glück ein weiterhin unschätzbar gutes Team samt personeller Unterstützung von Aussen entgegenstemmt. Aber dann kam jener Morgen, an dem ich die Versicherungsangelegenheiten bezüglich des Wasserschadens abschliessend regeln wollte. Es ist nicht gerade leicht, die Schadensfotos in einen Bericht zu kopierten, wenn zwei Drittel des Bildschirms eines drei Jahre alten Notebooks plötzlich aufgrund eines überraschenden Displayschadens von strahlendem Weiss sind und der Rest in etwa die Monitorqualität eines zu heiß gebadeten, schwarzweißen 17-Zoll-Röhrenmonitors aus den späten 1990er Jahren erreicht. Die zwei Stunden, die ich danach damit beschäftigt war, die Datensicherung zu aktualisieren, bevor ich den Rechner zu Acer schickte, waren eigentlich dem zwillingsbegleiteten Aufenthalt im Freien zugedacht. Ebenso die Stunde, die ich brauchte, um geeignetes Verpackungsmaterial zu holen und das Teil einzutüten, um wenige Tage später einen Kostenvoranschlag über 500 € Reparaturkosten zu erhalten für ein gerät, dass seinerzeit etwa so viel gekostet hat.

Seither verbringe ich meine Zeit an einem quasi geliehenden Android-Tablet und surfe durch Testberichte, denn ich brauche einen neuen Laptop und verzweifle wie üblich an dieser unendlichen Auswahl, auch wenn die sich langsam eingrenzen lässt. Nebenbei versuche ich noch mehr schlecht als recht, diesen Blog lebendig zu halten, womit vielleicht die Kommentarwartezeiten und manche Rezension aus der Konserve hinlänglich erklärt und entschuldigt wären – so wie auch die nur noch selten, weil umständlich abgerufenen Privatmails.

Aber das Blatt wendet sich. Schon das Halb-Neun-Fest der Zwillinge, gebucht bei einer kleinen Eventagentur, erwies sich trotz mieser Wettervorhersagen als letztlich geglücktes, sonnenbeschienenes Ereignis: jeder, der einmal mit 21 schwimmwestenbestückten aufgeregten Kindern zwischen 8 und 9 Jahren und drei Erwachsenen in sieben Kanus auf Stadtparksee und Goldbekkanal geschippert ist, wird von so einem Abenteuer mit allem versöhnt sein: dank an den Kreischkutter,, auch Chaosvierer genannt, der trotz vier padddelweisend bestärkten Meinungen über die richtige Richtung am schnellsten vorankam, Dank an den rettenden Engel, der den Mädchendreier aus dem Ufergestüpp befreite, Dank auch an meine zwei kleinen Mitpaddler, die tatkräftig beim Abschleppen eines anderen Kanus halfen.

So muss man sich Jarg als glücklichen Menschen vorstellen, frei nach Albert Camus „Der Mythos des Sisyphos“, der weiter seinen Stein den Berg hinaifrollt, auch wenn er immer wieder hinunterkullert – und sich in den letzten Augusttagen sogar noch an einem einem norddeutschen Brombeereldorado erfreuen durfte. So rollen wir also munter weiter in den September, denken an Brombeeren, wild paddelnde Jungs und freche Mädchen und streichen den ganzen verdammten Rest.

Wer weiß, dass alles fliesst, dem wachsen Flossen (Sten Nadolny, Selim oder die Gabe der Rede)

In diesem Sinne allen ein in jeder Hinsicht schönes Wochenende!!

20 thoughts on “August in der Tonne: über Beeren, fliessendes Wasser an ungewöhnlichen Orten, Schadenfluten und warum man sich Jarg trotzdem als glücklichen Menschen vorstellen sollte

    • Liebe Carmen,
      im August schien es tatsächlich nicht aufhören zu wollen … und Murphys Gesetz schien für alles zu gelten. Aber jetzt scheint die in diesem Sprichwort so schön ersehnte Pause da. Sogar Silberstreifen wurden schon am Horizont gesichtet … alles wird gut.
      Liebe Grüsse von Jarg, durch August um einige Erfahrungen weiter.

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  1. Da hast du mir zum Abend noch eine schöne Kurzgeschichte geschrieben, die sich für den Unbeteiligten unterhaltsam aber trotzdem mit Mitgefühl liest, so ein Wasserschaden ist wirklich schlimm.
    Dann will ich mal hoffen, dass der September besser wird.
    lg Marlies

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    • Liebe Marlies,
      besten Dank für den freundlichen Kommentar. Das Leben schreibt ja immer die besten Geschichten … und man hat nach solchen Pechsträhnen ja immer etwas zu erzählen. September lässt sich richtig gut an … und so starten wir hoffnungsvoll in den Herbst😉
      Liebe Grüsse von
      Jarg

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  2. Lieber Jarg, bei Eurer Kanutour wäre ich auch gern dabei gewesen – Wasserschäden kenne ich auch zugut: Waschmaschine..seitdem gehts wöchentlich in den Waschsalon. Laptoptechnisch könnte ich Dir einpaar Hinweise gebe weil ich das Gesuche ja vor 8 Wochen auch hatte, nachdem mein Acer auch den Geist aufgegeben hatte, bzw. die festplatte. Also falls Du noch noch nen Tipp brauchst sag bescheid.

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    • Liebe Madameflamusse,
      danke für das Beratungsangebot. Ich hoffe mal, mit einem Acer Aspire E1-572PG mache ich nichts falsch, da da auch eine vernünftige dezidierte Grafikkarte enthalten ist!? Ein bisschen Gaming-Kapazität sollte schon sein, weil die Kinder und ich doch manchmal gerne Spiele spielen – ein reines Gaming-Notebook war mie eh zu teuer und irgendwann muss es dann eh die Xbox one sein, wenn wir wieder was gespoart haben😉
      Man wird ja schier wahnsinnig bei all den Varianten und Untervarianten der Hersteller und muss höllisch aufpassen, nicht aus Versehen etwas zu bestellen, bei dem entscheidende Elemente fehlen. Notebookcheck.de war mir eine gute Hilfe.
      Echt bescheuert ist, dass die Teile so gebaut sind, dass man die Akkus meist nicht austauschen kann und auch die an deren Komponenten nicht zwingend auf Austausch ausgelegt sind. Da müsste sich mal was ändern.
      Liebe Grüsse von Jarg

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      • Ja, ging mir auch so, mit den Varianten. Echt nervig. Fand die Beratung hinsichtlich meiner Bedürfnisse im Laden auch echt schlecht, und hab nur die Hälfte verstanden, nicht sehr Kundenfreundlich. Hab mich dann mit einem Bekannten beraten und auch meinen alten Rechner nochmal zum Vergleich rangezogen. Wollte halt auch nen guten Prozessor und eben ja Grafikkarte und so. Ich würde auch gern mal wieder was spielen, hab ich lang nicht mehr gemacht🙂

        Mich stören außer den unendlichen Varianten auch viele Details. Zum Bsp. hat mein neuer kein Drehrädchen für die Lautstärke, und die Usb Zugänge liegen so nah beieinander das man kaum 2 USB Stecker aufeinaml rein kriegt, da hängt ja manchmal noch etwas mehr dran, grade Sticks sind ja auch schon mal breiter, das nervt total. Mein Touchpad sagt mir auch nicht zu, genauso wie die neue Tastatur, in Höhe und Abstand der Tasten, gewöhn ich mich hoffentlich noch dran. Diesmal habe ich mir extra ein dunkleres Teil gekauft weil der alte helle dann doch etwas verfärbt aussah, aber man sieht jeden Fingertapper und die dunkle Farbe zieht die Katzenhaare magnetisch an – seufz. Ach und bei all den Laptops haben mir auch die CD Player nicht zugesagt, die sind immer total lavede. Ja, vieles merkt man erst im Verbrauch. Ich habe mich diesemla für einen HP entschieden, da gabs mit meinen Komponenten ein gutes Angebot. Leider muß ich den jetzt auch erst mal ewig abzahlen – war nicht geplant, mein alter Acer hat einfach den Geist aufgegeben, aber ich habe gehört das 6 Jahre eine gute Zeit sind. Ich steh ja eher auf Robuste Sachen. Also ich hätte lieber eins für Immer was ich halt mal bisschen ausbauen kann oder so. Vonwegen Obsoleszenz und so… Viel Freude Dir mit deinem neuen Gerät und den Kiddies. XBox würde mich auch mal interessieren – da gibts doch bestimmt Karaoke und Yoga für und so…🙂 LG

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      • Liebe Madameflamusse,
        sechs Jahre sind wirklich eine gute Zeit … ich hatte meinen vorletzten sieben Jahre, aber der war dann auch so langsam am Ende, dass der Aufruf eine Webseite locker für das Aufbruehen einer Tasse Tee reichte. HP war auch bei mir i. der engeren Auswahl, weil mir die Gehäuse stabiler schienen. Jetzt bin ich gespannt auf den Acer und sein Touchpad. Der letzte hatte einen recht sauberer Klang und war auch zum Filmegucken zu gebrauchen.
        Irgendwie ist das alles ja noch nicht so ausgereift: solange die Dinger nicht so robust und zuverlässig sind wie Toaster und man häufig defekte Teile nicht problemlos ersetzen kann, bleibt das Gefühl, das es mehr um Verkaufszahlen als dauerhaft zufriedene Kunden geht. Und teuer ist der ganze Mist ja auch noch ohne Ende …!
        Hab eine guten Donnerstag!
        Liebe Grüsse von Jarg

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      • Da sprichst Du was an, der Klang, mit dem bin ich nicht zufrieden, aber ich habs auch noch nicht besser erlebt bei den Laptops.
        Heute morgen beim aufwachen dachte ich auch so, EInfachheit, das issses. Ich bruach nicht jedes Jahr ein neues Programm und x anscheinend Verbesserungen ich möchte gern was lang haltendes stabiles. Hatte z.B. auch viele Jahre Phoposhop 7 und liebte Ihn – kein Bedürfniss nach noch mehr schnickschnack. Genauso geht mir das mit Handys und und und… seufz. Nun bin ich aber trotzdem sehr froh wieder Anschluß an mein 2. Zuhause – das Internet zu haben🙂
        Eine schöne Woche DIR

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      • Immer das neueste Programm muss es bei mir auch nicht sein. Kostet ja auch irre viel,sich da stets auf dem aktuellen Stand zu halten. Aber guter Klang und gutes Bild sind schon wichtig. Zum Glück scheint mein neuer Schlepptop da zu punkten. An die Kacheln von Windows 8.1 muss ich mich aber noch gewöhnen … und etliche Funktionen als APP sind schon am Anfang fremd inklusive der Bildschirmtapperei. Beste Grüsse in die noch junge Woche von Jarg

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      • Hey Jarg, mal ne Frage, Du kennst Dich doch mit WordPress so gut aus. Ich habe mein Farbschema des Dashboards irgendwie verstellt und finde das im Menü nicht mehr…ich wills wieder so haben wie es war…Hilfe… ich klick mich hier schon zum xten mal durch die Menü und Untermenüpunkte. Weißt Du wo das zu finden ist?

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      • Schau mal unter Design, Hintergrund, dann ganz unten Hintergrundfarbe.Wenn du es nicht findest, schicke ich dir morgen per Mail einen Screenshot

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