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Convergence / Malia & Boris Blank

Es gibt Alben, die einen komplett überraschen. Zwar hatte ich in Anbetracht der Mitwirkung von Boris Blank (von der bekanntermaßen experimentierfreudigen Band Yello) am neuen Album von Malia schon erwartet, dass hier nicht gängiger Mainstream abgefeiert wird. Schon der erste E8indruck des von Blank produzierten Longplayers ist aber geradezu fulminant: sanft und zurückhaltend einsetzendes Schlagwerk bereitet im Opener „Celestial Echo“ die akustische Bühne für Malias beeindruckende Stimme, die einen sofort in den Bann zieht und an die großen, stimmgewaltigen Sängerinnen ab Shirley Bassey & Co. erinnert.

Wie magnetisiert hängt man an den Lautsprechern, folgt einem rauh gehauchten und zurückhalten percussionierten „Embraceable Moon“, um mit „I feel it like you“ die Apotheose des James-Bond-Filmssongs zu erleben. „Touching Ghosts“ ist ein wunderbar melancholischer Song über die Sehnsucht, das Vermissen, um von einem treibend-sinnlichen „Cadillac“ gefolgt zu werden. Dunkel und traurig swingt sich das mit leichter Sixties-Patina angehauchte „Raising Venus“ in unserer dem Album schon längst verfallenes Herz. Das treibende „Smouldering Ashes“ leitet dann reduktionistisch über zum elegischen, wunderbar arrangierten „Magnetic Lies“, das einem innerlich ganz wunderbar weit werden lässt.

Melancholisch, ja leise verzweifelt wird es in dem kongenial von Vibrafon und Saxophon begleiteten cooljazzigen „Tears run dry“, nach dem mit „Turner’s Ship das Album auf einen weiteren Höhepunkt zusteuert: intensiv, hypnotisch, kraftvoll in der Musik, legt sich darüber die ungeheuer ausdrucksstarke Stimme Malias, die hier ihre Stärken voll ausspielt und am Ende dieses Albums mit einem an die Zeit der Sklaverei erinnernden Songtext einen kraftvollen Schlusspunkt setzt.

Ein wundervolles, unerhört sinnliches und unbedingt in einem Stück zu geniessendes musikalisches Kunstwerk, das zu einer erstaunlichen Mischung zwischen Elektro und Jazz geworden ist, die ich so nicht für möglich gehalten hätte und für mich zu einem der schönsten Alben des Jahres zählt.

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4 Kommentare zu “Convergence / Malia & Boris Blank

    • Ja, hoffentlich machen die nochmal was zusammen. Auf jeden Fall werde ich den Fokus jetzt auf die anderen Alben von Malia setzen, die bisher komplett an mir vorbeigegangen sind.
      Herzlich grüsst Jarg

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  1. Tolle Empfehlung. Bin ja nur noch selten zu aktueller Musik zu verführen. Aber diese Stimme und die Arrangements liessen mich gerne schwach werden. Danke, wieder mal ein schöner Beleg dafür, dass sich bloggen – schreiben und lesen – lohnt.

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    • Gern geschehen, lieber Thomas. Zum Glück gibt es ja auch im musikalischen Einheitsbrei unserer Tage immer wieder Rosinen …
      Habe eine feine Woche mit stets der richtigen Musik im Ohr!
      Herzlich grüsst Jarg

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