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Alternativmedizin : was sie leistet, wann sie schadet / Dr. med. Michael Prang

Viele misstrauen der wissensbasierten, oft als „Schulmedizin“ verunglimpften Heilkunde und setzen ihre Erwartungen auf alternative Heilmethoden, die als behutsamer, natürlicherer Weg zur Gesundung empfunden werden. Abgesehen von der Tatsache, dass wir ohne die Errungenschaften der modernen Medizin der letzten 100 Jahre nicht eine so hohe Lebenserwartung hätten, verkennt die naive Sicht auf die sogenannte Alternativmedizin nicht nur, dass viele der als natürlich angepriesenen und oft irreführenderweise mit dem wertsteigernden Etikett „altes Wissen“ ausgestatteten Heilmethoden nicht nur äußerst fragwürdig sind, sondern etliche von ihnen durchaus Gesundheitsrisiken bergen.

Der Arzt und Journalist Michael Prang setzt sich in seinem Buch mit zahllosen, zum Teil skurrilen, zum Teil weit verbreiteten Heilmethoden auseinander, beleuchtet auch an Hand zum teil erschreckender Fallbeispiele (Steve Jobs könnte wahrscheinlich noch leben, wenn er der Schulmedizin mehr vertraut hätte) nüchtern ihre Wurzeln, ihre tatsächlichen Heilerfolge und ihre Risiken.

Die Bandbreite der untersuchten Methoden reicht von der obskuren „Germanischen Medizin“ über Akupunktur, Osteopathie, Blutgruppendiät, Homöopathie, Bioresonannztherapie bis hin zu Schüssler-Salzen und Ayurveda, Aderlass, Entschlackung und Entgiftung, aber auch Klassiker wie kalte Wickel oder Zwiebelsäckchen. Schnell wird deutlich, dass es sich um einen Milliardenmarkt handelt, der von den handelnden Personen zäh verteidigt wird, obwohl die Wirksamkeit der meisten Methoden nicht erwiesen ist. Prang verschweigt dabei nicht, dass die Erfolge alternativer Heiler oft darin liegen können, dass sie sich Zeit (wie etwa Homöopathen) für ein Gespräch nehmen und damit ganz erheblich Einfluss auf Heilungsprozesse nehmen können. Das ändert aber in der Regel nichts daran, dass die von ihnen teuer verschriebenen Mittelchen und Pülverchen in ihrer Wirksamkeit in aller Regel nicht über Placeboeffekte hinausreichen – und es durchaus Risiken gibt.

Die können darin liegen, schulmedizinische Ansätze zugunsten alternativmedizinischer ganz aussen vor zu lassen und so Krankheiten eher zu verschlimmern. Risiken bestehen aber auch in den Heilmethoden selbst, kann doch eine schlecht ausgeführte Massage durchaus kränker machen – und das auch die Inhaltsstoffe „natürlicher“ Arzneimittel letztlich chemische Wirkstoffe sind mit den entsprechenden Risiken erwähnt er auch. Prang bewertet die einzelnen Verfahren, streicht bei verhältnismäßig wenigen auch heraus, dass sie nachweislich sinnvoll sind und man ihnen – ergänzend oder sogar alternativ – vertrauemn kann. Die meisten anderen bewertet er entweder als unschädlich, aber unnütz oder bestenfalls dem Wellnessbereich zuzuordnen – und warnt auch dezidiert vor einigen Methoden.

Wer sich als Laie fundiert mit alternativen Heilmethoden auseinandersetzen möchte, findet in Prangs Buch einen anregenden, offenen Ratgeber, der kritisch abwägt und nüchtern bewertet.

25 thoughts on “Alternativmedizin : was sie leistet, wann sie schadet / Dr. med. Michael Prang

  1. Eine gesunde Skepsis ist bei beiden Bereichen angebracht. Es gibt Schulmediziner, die nur noch an ihr Fachgebiet denken und gar nicht mehr sehen, das der Mensch nicht nur aus Herz oder Darm besteht, sondern das alles zusammenspielt. Genauso gibt es aber auch natürlich Alternativmediziner, die einfach nur irgendwas zusammenbrauen, was bestenfalls harmlos ist, schlimmstenfalls sogar schadet.

    Ich bin Krankenschwester und in der Palliativpflege tätig. Ich habe schon Menschen gepflegt, die ihr letztes Geld für „Heiler“ ausgegeben haben, die mit Handauflegen Tumore bekämpft haben – natürlich erfolglos und diese Menschen irgendwann mit stärksten Schmerzen in unserer Abteilung gelandet sind.
    Genauso habe ich aber auch schon Menschen gepflegt, die eine OP nach der anderen über sich haben ergehen lassen bis praktisch nichts mehr da ist, was noch entfernt werden kann – diese Menschen sind dadurch so extrem geschwächt, haben oft riesige Wunden, leiden ebenfalls extrem unter Schmerzen und sie sind teilweise regelrecht traumatisiert durch den langen Leidensweg…

    Ich suche mal in der Bücherei nach dem Buch – interessant klingt es auf jeden Fall und deshalb danke für die Vorstellung!

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    • Danke für den Kommentar. Das beschriebene Extrem ist wirklich furchtbar … und man kann nur für sich selbst hoffen, dass man in solchen Augenbliclen auch die Kraft hat, nein zu weiteren OPs und Behandlungen zu sagen. Zum Glück gibt es ja auch die Mediziner, die einem dann reinen Wein einschenken statt die Apparate nochmal lukrativ und vergeblich lufen zu lassen … und die einen dann auch unterstützen, wenn klar ist, dass es für den Angehörigen zuende geht: mit Schmerzmitteln, Zuspruch und Ruhe!

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  2. Ps.: Man könnte auch dasselbe Buch in Grün schreiben. Schulmedizin, was sie leistet und wann Sie schadet🙂
    Mir ist die ganze Schulmedizin immer noch viel zu unkritisch, mit zu vielen erhobenen Zeigefingern, und oft auch in Persona überheblich. Und was lernen die angehenden Mediziner eigentlich? Die Medizin ist ein sehr männlich geprägtes Wissensgebiet wo es oft mehr um das Ziel als den Weg geht. Leider.
    Du siehst ein großes Thema für mich. Liebe Grüße

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    • Ich gebe Dir recht, dass es noch viele Mediziner gibt, die arrogant daherkommen, wenig Mit- und Feingefühl bei harten Diagnosen. Und natürlich gibt es auch in diesem Berufsstand viele, die alles so machen wie immer (also wie sie es mal gelernt haben) und sich nicht weiterentwickeln. Ganz abgesehen von der fehlenden Zeit für das Patientengespräch, die Mediziner stattdessen heute in das effizienzhörige Berichtswesen investieren müssen.
      Aber im Gegensatz zur Alternativmedizin, die oft auf unveränderlichen Glaubensgrundsätzen basiert, die niemand in Frage stellen darf, und Heilung postuliert, die sich im Regelfall nicht nachweisen lässt (da nicht mehr als Placebo), beharrt die wissensbasierte Medizin da, wo sie ernst betrieben wird (etwa in der Forschung und an Unikliniken) durchaus nicht dogmatisch auf einmal aufgestellten Grundsätzen, sondern entwickelt sich stetig fort: wenn ich mir alleine anschaust, was man in den letzten zwanzig Jahren über den Darm herausgefunden hat, der (bzw. dessen Mikrobiomzusammensetzung) möglicherweise sogar verantwortlich sein kann für Depressionen, MS, Alzheimer etc. … und welche zum Teil verblüffenden Heilungsmöglichkeiten sich da bereits heute eröffnen, kann ich nur noch staunen. Gleiches gilt für die Neurobiologie … Du merkst, mich alten Skeptiker und Wissenschaftsbegeisterten bewegt das Thema auch😉
      Liebe Grüsse von Jarg

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      • Naja auch Schulmedizin basiert auf teilweise unveränderlichen Glaubenssätze – und meiner Meinung nach bewirkt so ein Buch auch eine Ablenkung davon das die Schulmedizin dringend einiger Überholung bedarf, vorallem was den Umgang mit dem Patienten angeht, der nun mal der größte Spezialist für seinen eigenen Körper ist.

        Ich bin mir nicht sicher ob Wir das gleiche mit Alternativmedizin meinen, das wäre sicher schlau das an diesem Punkt der Diskussion zu klären.
        Bist Du der Meinung das Hömöopathie Placebo ist?

        Ich mein inzwischen sind Wir auch bei der Quantenforschung soweit das dies inzwischen nicht mehr als Placebo angesehen würden dürfte – denn die Schwingung der Mittel ist sicher kein Placebo. Und grade bei der Naturheilkunde, was ja nicht Homöoptahie ist, werden die Mittel auch an bestimmten Stellen erst zusammen verarbeitet etc.
        Warum soll etwas was vielleicht erst im Kern des Atoms meßbar Wirkung zeigt weniger Wirksam sein als eine Chemische Pille mit ner Menge Nebenwirkungen? Ich empfinde die Methodik der Schulmedzin oft sehr brachial, genauso wie die Diagnostik. Vielleicht gibt es mehr geheilte Patienten weil auch mehr Krankheistfälle durch mehr Untersuchungen festgestellt werden? Und wer spricht von den nicht geheilten, nicht erfolgreichen Behandlungen? Welchen Arzt interessiert wirklich was seine Verordnung vielleicht ausgelöst hat. Ich wurde nach einer Krankenhausbehandlung so krank das ich 3 Wochen später wieder im Krankenhaus war, und über 1 Jahr brauchte um wieder auf die Beine zu kommen, mit einer Sensibilisierung die bis heute Nachwirkt. Die Medikamente oder Mittel die ich immer mal brauche bezahlt übrigens keine Krankenkasse. Sowas interessiert keine Statistik etc. Solche Fälle fallen gelinde gesagt gerne unter den Tisch.
        Und ehrlich der Darm tut mir manchmal schon leid – Darm mit Charm ist übrigens ein tolles Buch.
        Es gibt viele Gründe für viele Dinge – aber auch hier wird wieder das geistig/seelische außer acht gelassen. Es gibt viele Dispositionen mit denen wir auf die Welt kommen – und dann kommt es trotzdem drauf an wie Wir damit umgehen.
        z.B. Kinder die mit Kaiserschnitt auf die Welt gehoöt werden haben kein so gutes Immunsystem wie die die auf normalem Weg auf die Welt kommen (siehe Darm mit Charme – hast Du doch auch gelesen, oder?) Auch weiches Essen beeinflusst die Stimmung, Depressionen können auch davon kommen das man ein leben nach Vorgaben lebt anstatt nach seinem Gefühl und seinen Wünschen.

        Aber klar gibts interessante Forschungen. Aber Heilung? Meistens wird ja nicht geheilt sondern nur ein Syntom beseitigt.

        Die germanische Heilkunde oder wie das hieß wurde erwähnt, ich hab da mal quer gelesen, und ja das klingt verdammt krass, aber auch sehr sehr interessant und bedenkenswert. Nur weil die Medizin als Wissenschaft bezeichnet wird hat Sie noch lange nicht die Weißheit mit Löffeln gefressen oder ist die einzig wahre Wahrheit. Abgesehen davon basiert jede Wissenschaft auf Vergleichen und der Anzahl von Vergleichen.. also einer teilwahrheit, die man irgendwann irgendwie festgeschrieben hat – bissle weniger zement bei der Sache fände ich äußerst Fortschrittlich.
        Und warum kommt eigentlich die Zahnmedizin gar nicht vom Fleck obwohl doch da auch soviel geforscht wird. Warum werden Patienten mit einer Krebsdiagnose sofort in den medizinischen Kreislauf eingeliedert – mir kommt es vor wie eine Maschinerie, anstatt die Menschen erstmal zu Sinnen kommen zu lassen? Ja man kann davon sterben. Das Leben ansich ist tödlich. So ist es. Und ja manch einer hat durch die Medizin noch einige Zeit geschenlt bekommen – aber das reicht mir nicht zu.

        Ich Danke Dir sehr für die lebendige Diskussion, die Frau mit den Globulis 😉

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      • Bezüglich der Schulmedizin wage ich leise Zweifel anzumelden: wenn Du Dir verschiedene Aufflagen von Standardlehrbüchern vornimmst, die zum teil schon seit vielen Jahren erscheinen, wirst Du über die Jahre deutliche veränderungen sehen können. Da wandern auch alte Lehrmeinungen über Bord, wenn sie nicht mehr evident sind und neuere Forschungen andere Wege weisen.
        Die germanische Heilkunde ist recht obskur: Prang beleuchtet ja bei jedem Heilverfahren auch die zugrunde liegenden Lehrsätze – die leider oft Leersätze sind und eher in längst überholten Körpervorstellungen verhaftet sind: ob das die Vier-Säfte-Lehre der Antike ist oder die vor ein paar Jahren so beliebte Blutgruppenmedizin, die totaler Humbug ist. Leider würde ich (und zählt Prang) auch die Homöopathie dazu zählen: gerade in letzter Zeit ist es ja modern geworden, als Beweis für die Wirksamkeit der Homöopathie und dem von ihr beschworenen Gedächtnis des Wassers Quanteneffekte heranzuziehen. Nur haben die Homöopathen da leider nicht aufgepasst: sie ziehen verschränkte Zustände als Beweis heran, wenden diese aber ohne klare mathematische Definition auf ihre Heilkunde an und unterschlagen, dass quantenphysikalische Effekte extrem instabil sind. Ich halte es da eher mit Vince Ebert😉
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        Lies mal den Prang: er bemüht sich sehr, an alternativmedizinischen Heilverfahren nachweislich positive Effekte zu finden – in den wenigsten Fällen ist das tatsächlich der Fall. Und klar: Darm mit Charme ist ein Hammerbuch. Aber auch da geht es um Forschung, nicht um Mutmassung. Das macht es ja so ungemein spannend, oder?! Und wir sind da längst nicht am Ende – ich lese viel im Bereich Naturwissenschaft udn kann mich dafpr sehr begeistern, auf welche Fragen wir mittlerweile Antworten wissen – und welche neuen spannenden Fragen die wiederum aufwerfen.
        Liebe Grüsse vom eingefleischten (wenn auch vegetarischen) Skeptiker

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      • Ja, gut ich hab das Buch vom prang nicht gelesen, aber ich habe bei der Überschrift auch keine Lust drauf bis jetzt.
        Ich finde es sehr sehr schade wenn z.B. Naturheilkunde, Homöopathie, Geistheiler, und wegen mir die germansiche Heilkunde in einen Topf geworfen werden. Und ich finde die germanische Heilkunde einen Gedanken wert. Genauso finde es wichtig alle Dinge zu hinterfragen und nichts ainfach so hinzunehmen. Ich spreche nur aus meinen eigenen Erfahrungen, ich weiß nicht was DIE Homöopathen dazu sagen. Ich habe es aber erfahren wie natürliche Mittel und/oder Homöopathie mir ganz erstaunlich geholfen hat. Und ich finde auch das die Menschen in der Antike ziemlich schlauf waren, vieles was Sie schon wußten und wieder vergessen wurde gilt heute noch und hat so manche Wahrheit gefunden… vielleicht nicht 1 zu 1. Die Medizin ist ja eigentlich etwas was eigentlich auf Erfahrungen basiert und die ist manchmal auch schon älter.

        Und ich finde es auch schade nur Dinge zu glauben die sofort greifbar sind oder durch eine Wissenschaftliche Theorie erklärt werden kann – es gibt einfach Dinge die wir noch nicht mit unseren zur verfügung stehenden Mitteln in Formeln oder Thesen packen können, für mich bleibt Wissenschaft erstmal immer noch eine These, eine idee die Aufgeschrieben wird und eben erstmal so da steht, das heißt nicht das sie einer vollkommenen Wahrheit entspricht.
        Pflanzliche Mittel arbeiten auf einer anderen Ebene, und auch Homöopathische Potenzen haben noch eine andere Ebene, oder die chemischen Tabletten auch. Das kann man meiner Meinung nach nicht so einfach vergleichen. Und es kommt auch auf den Menschen und seine Konstitution an, wie er auf was anspricht.
        (und im Darm mit Charm gehts z.B. auch ums Essen und bestimmte Bewegungen – das hat nichts wirklich mit Schulmedizin zu tun. Die Autorin ist da offen und hat einen so menschlichen und humorvollen Ansatz – echt toll das Sie Medizinerin wird🙂

        Als Bsp noch Homöopathie und auch die Antroposophische Medizin gehen auf sehr sehr lange Forschungen und Erfahrungswerte zurück, das gibts ja nicht erst seit gestern und das sind auch keine Mutmaßungen, das merkt man ganz schnell wenn man die Vorgehensweise eines richtigen Homöopathen kennt oder bei einem guten Heilpraktiker war.

        Wußtest Du das die Heilpraktikergesetze noch aus dem Nationalsozialismus sind?

        Ich bin übrigens auch eine große Skeptikerin und die Erfahrungen die ich mit der normalen Medizin gemacht habe, und ich habe schon viele Ärzte kennengelernt waren eher so das ich da kein gutes Gefühl habe, sehr misstrauisch bin, und alles erstmal überprüfe bevor ich einem Arzt irgendwas einfach so glaube, so wie ich das früher getan habe. Die haben manchmal auch sehr obskure Antriebe und Einstellungen. Und die Schulmedizin ist einfach brachial.

        Begeistert bin ich von der Antroposophischen Medizin und auch von der chinesischen Heilkunde und was Homöopathie und Naturheilkunde betrifft ist es sowas wie mein Hobby und ich bin sehr sehr dankbar darauf gestoßen zu sein.

        Schulmediziner die sich Selbst und Ihr Art der Behandlung hinterfragen ok. Aber trotzdem bin und bleibe ich der Meinung das es sehr sehr sinnvoll wäre hier einiges zu ändern und zu überholen was ganz viel mit Einstellung zu tun hat woraus meiner Meinung nach auch eine andere Behandlungsart und einen anderen Umgang mit der Medizin nach sich ziehen würde. Trotzdem ist sicher vieles in der modernen Medizin auch ein Segen, zumindest was ich da so gehört habe (speziell Thema Schmerzmedikation) ich bleibe auch hier weiter Skeptikerin, die ist einmal erwacht nicht mehr müde zu kriegen.

        Ja, da kommen wir 2 wohl nicht so ganz zusammen🙂
        Liebe Grüße

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      • Nee, ich fürchte auch, da sind wir disparater Meinung. Obwohl sich ja gerade Prang dadurch auszeichnet, dass er nicht alles hinnimmt. manchen Methoden Wirksamkeit (und sei es in psychologischer Hinsicht zugesteht) und durchaus auch seiner eigenen Zunft Defizite ausstellt. Aber wenn etwas nicht beweisbar ist, ist es eben glaube – und nur mein Glaube, dass mir ein paar Kügelchen geholfen haben, räumt nicht den Zweifel (oder die Notwendigkeit des Beweises) aus, dass die Krankheit (wie viele) nicht auch so gegangen wäre).
        Das Spannende an der Wissenschaft ist ja gerade, dass sie permanent hinterfragt … und wenn Du dir die Leeren vieler alternativmedizinischer Verfahren anschaust und die dahinter stehenden Körpervorstellungen, ist das schon einigermaßen bizarr. Wissenschaft stellt immer in Frage – auch alte Lehrmeinungen, sonst ist sie keine Wissenschaft. Und wenn da auch manche früher als gesichert geltende wissenschaftliche Erkenntnis der Medizin über die Wupper geht, so ist unser Wissen und unser Verständnis über das Tier Mensch und seine Biologie in den letzten 100 Jahren so gewachsen wie in 10.000 Jahren davor nicht. Gerade „Darm mit Charme“ stellt zwar auch Essen und andere Dinge wie Bewegung heraus … aber immer mit wissenschaftlicher Grundlage, was es wohltuend von anderen Büchern abhebt und mir die Augen geöffnet hat für ein Körperorgan, von dem man ja nicht so gerne spricht.
        Wenn sich ein Nachweis für die Wirksamkeit der Homöopathie finden liesse, wäre ich sofort dabei: aber die 1 Million Dollar, die der Skeptiker James Randi vor 11 Jahren als Preis für den Nachweis in Aussicht gestellt hat, werden so schnell wohl nicht abgeholt. Und was es an sogenannten Forschungen zur Homöopathie gibt und einen angeblichen Nachweis postuliert, genügt bisher keinem der seit langem anerkannten wissenschaftlichen Standard: da ist die unlogische Verknüpfung mit der Quantentheorie nur ein Besipiel. Leider. Schätze, als leidenschaftlicher Skeptiker bin ich da nicht so leicht zu überzeugen😉
        Liebe Grüsse von
        Jarg

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      • Ich sehe Wissenschaft nicht als einzige Wahrheit an, und ich denke es noch nicht alles so nachweisbar wie wir das gern hätten – dazu verhaften wir noch zu sehr in einem „das muß beweisbar sein mit genau diesen Mitteln“ – Denken.

        Und ich möchte nochmal betonen das Homöopathie keine Naturheilkunde ist und ich beides nicht als Alternativmedizin in den Topf werfen würde in dem eine z.B. eben die Germanische Heilkunde drin ist. Und selbst der Vergleich insgesamt ist ein sehr hinkender (Schulmedizin, Alternativen (viele)) weil das ist als würde man eine Aprikose mit einer Kartoffel vergleichen. Ein ganz starker Grund für mich ist dabei die Ebene der Wirkung.
        Man müßte zuallererst mal eine Einigung finden was was eigentlich bedeutet und wo was drunterfällt?

        Ich hab übrigens hier ein historischen ganz tolles Buch von einem Antroposophischen Arzt liegen, und wenn ich darin lese bleibt mir regelmäßig die Spucke weg. Dieser Mensch kennt sich so so sehr mit dem menschlichen Körper aus das er unheimlich viel sehen und ertasten kann . das beherrscht heute kein Arzt (mehr)… da müssen erst die Apparate dran.

        Bis später, Grüße😉

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      • Da bin ich halt zu sehr der Wissensgesellschaft verhaftet … aber solche Diskussionen schaerfen ja die Argumente. Daher trotz weitgehendem „Einigungsmangel“ vielen Dank und liebe Gruesse von Jarg

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      • ps.: und wie gesagt bei bestimmten Krebsarten wurde auch schon gezeigt das es ohne Behandlung auch zur Gesundung kam. Ich denke es kommt stark drauf an was es ist. Und eben auch auf die Konstitution des Patienten.

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  3. Noch eine Methode: Gänsedreck auf Wunden. War sehr beliebt im Mittelalter. Sinnvoll finde ich dagegen, dass viele Ärzte inzwischen Pülverchen und Chemie kombinieren.
    Übrigens hat die Verunglimpfung der Schulmedizin dazu geführt, dass viele Kinder nicht mehr geimpft werden und z. B. der Keuchhusten wieder auf dem Vormarsch ist. Nur mal so als Anmerkung.

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    • Das ist das Gute an Prang: er zeigt schon auf, wo es nachweislich Sinn macht, wo es nicht unbedingt schadet (ein Gespräch mit einem Schamanen weist er in etwa die Wirksamkeit einer Psychotherapie zu) und wo es definitiv schaden kann. Das mit dem Impfen ist wirklich übel – und schadet letztlich auch anderen.

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      • Das klingt gut, inzwischen nach reichlich eigenen Erfahrungen glaube ich kaum noch an Psychotherapie (habe übrigens grade eine Fortbildung zum Thema gemacht). Aber sehr an Rituale und altes Wissen und vorallem Lebenserfahrung. Und Schamanismus ist äußerst Interessant so wie auch die Buddhistischen Ansätze in der Psychologie (gibts zumindest schon mal Bücher zu).

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      • Psychotherapie … das ist auch so ein Ding. Im Gegensatz zur Verhaltenstherapie habe ich da manchmal den auch durchaus persönlich zu nehmenden Eindruck, dass sie es eher befördert, in der ewigen Nabelschau (und der Anklage gegen was auch immer) stecken zu bleiben, statt den Problemen ins Auge zu sehen – und dann munter das Beste daraus zu machen, weil einem eh nix anderes übrigbleibt und persönliche Defizite sich ja durchaus auch zu persönlichen Stärken machen lassen. Von daher hätte mir (trotz meiner heidnisch-ungläubigen) Lebenseinstellung vor dreissig Jahren das Gespräch mit einem Zen-Mönch wahrscheinlich mehr geholfen als manches andere😉

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    • Ja, aber wo bleibt der Nachweis, ob mich das – sagen wir mal – „Auspendeln“ geheilt hat oder die Krankheit auch so weggegangen wäre (was auch oft der Fall ist). Nur mal so … (schreib der Skeptiker)😉

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      • Ja diese Fragen gibt es z.B. auch bei Krebs. Zu Prostatakrebs gab es sogar eine Studie. 50%mit der normalen Schulmedizinischen Behandlung 50% ohne, und soweit ich das Verstanden habe hat bei dieser Form von Krebs die Behandlung die Sache nicht verbessert (stand mal in der Geo).
        Ich habe durch 2 Krebsfälle in der Familie viel geforscht was das Thema angeht. Das läßt sich natürlich nicht verallgemeinern, aber die Krebsbehandlungen haben extrem viele Nebenwirkungen die manchmal mehr kaputt machen als das Sie heilen. Und ja die Schulmedizin kann da viel aufhalten und rauszögern, aber meistens kommt es wieder. Und oft ist es die Frage: einen guten und friedlichen Tod doer Jahrelanges leiden (bei krasseren Krankheiten) Ich denke allgemein ist es hier so so wichtig die Selbstverantwortung zu leben und eben sich nicht einfach den ärzten zu überlassen, habe da auch meine iegen geschichte und die Bahndlungen habenbei mir die Dinge nicht verbessert aber Nebenwirkungen habe ich noch heute. Und so ist es oft auch mit Antibiotika, mit dem ja nur so um sich geschmissen wird, was viele auf Dauer aber auch Krank macht weil gewisse Sache wenn Sie im Körper einmal sensibilisiert sind nicht rückgängig gemacht werden kann. Ich denke wirklich Aussagen treffen kann zu solchen Thema nur jemand der wirklich betroffen ist und in beidem Erfahrung hat. Allein die Überschrift sagt mir aus das hier stark in einem veralteten Denken verharrt wird. Meiner Meinung nach wäre es drngend an der Zeit die Dinge zusammen zu bringen und aus allem das Beste zu nutzen. Die Psyche spielt eine so viel größere Rolle als die Schulmedizin das zugibt.

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      • Fakt ist aber auch, dass heute wesentlich mehr Menschen Krebs überleben (oder sogar geheilt werden) als noch vor 30/40 Jahren und viele Krebsarten sehr viel gezielter behandelt werden können und mit teilweise weniger Nebenwirkungen als bei den Hammerchemos vergangener Jahre. Meine Ma wäre mit ihrem inoperablen Bronchialtumor ohne Chemo längst tot oder hätte massiv Wasser in der Lunge mit allen Folgeerscheinungen – so schlägt sie sich wacker trotz Nebenwirkungen durch und hat noch was von den Enkeln und der Welt. Mittlerweile ist es (noch sehr teuer) bereits möglich, Krebsmarker im Blut zu erkennen, bevor du den Krebs überhaupt lokalisieren kannst – und die Forschung zu dem ganzen Themenkomplex ist unglaublich spannend und vielversprechend!!

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  4. Was ist denn der Dr. Prang für einer? Schulmediziner wie es klingt. Und war er schon mal richtig krank? Die Schulmedizin könnte sich einiges abkucken von alternativen Konzepten und auch in der herkömmlichen Medizin gibt es oft schlimme Nebenwirkungen die kränker machen können, nicht jeder verträgt chemische Medizin oder Antibiotika (damit wird eh viel zu sehr rumgeschmissen.) Verzwiefelte Menschen suchen oft eben nicht ind er Schulmedizin Hilfe weil Sie Ihnen nicht hilft und weil dort oft ein furchtbarer Umgang herrscht. Die Seele und der Geist sind ja genauso beteiligt wie der Körper. Und Schulmedizin kuckt nach den Ursachen nur wenig was oft nicht grade nachhaltig gedacht ist. Manche Krankheiten kommen dann auch gerne wieder. Und was Steve Jobs angeht er wollte vielleicht einfach einen würdevollen tot. Manchmal zögert die Schulmedizin das Leiden einfach raus und raus und raus. Sterben gehört zum Leben dazu. Und die Schulmedizin will ja auch hier meistens um jeden Preis retten, hat Sie ja in Ihrem Eid stehen. Das ist aber nicht immer besser. Und ja was ein Arzt sagt kann die Heilungschancen extrem beeinflussen negativ oder positiv was wieder sehr dafür spricht, das Krankheit etwas mit Seele und Geist zu tun hat – was die Schulmedizin sehr gerne und meistens vergisst und übersieht.

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    • Lies es einfach mal: er untersucht das schon sehr seriös und preist durchaus nicht die wissensbasierte Medizin in den Himmel, sondern schreibt ihr auch Defizite zu (etwa die wenige Zeit, die für Beratungsgespräche zur Verfügung steht, die aber ein wichtiger psychologische Faktor für Patienten und den Heilungsprozess an sich sind). Und Steve Jobs war leider da nicht so schlau wie sonst: eine frühe OP hätte ihn bei der Art von Krebs definitiv mit hoher Wahrscheinlichkeit retten können, wenn man den Ausführungen von Prang glauben darf.
      Aber ich gebe zu: ich bin totaler Skeptiker bei 95% aller alternativmedizinischen Ansätze … und nur sehr schwer von Wirksamkeiten zu überzeugen, die nicht höher als bei einem Placebo liegen – wobei ein Placebo durchaus im Bezug auf Heilung sinn machen kann, das ist unbestritten 😉

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    • Sie führen eine Menge einleuchtender Gründe auf, wie die Nebenwirkungen vieler Medikamente, das zu lange Herauszögern des Todes durch Schulmediziner, wo die materiellen Interessen auch nicht vergessen werden sollten und der Einfluss, negativ oder positiv, der ein Arzt hat. Also, das wäre dann im positiven Sinn der äuserst wichtige Placebo Effekt, der wichtiger sein kann als ein Medikament.
      Besten Dank für eure interessante Auseinandersetzung.

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