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Silo : Roman / Hugh Howey

Sheriff Holston steht offiziell an zweiter Stelle in der Hierarchie des Silos, einer abgeschlossenen, tief unter die Oberfläche der lebensfeindlich gewordenen Erdoberfläche reichenden Welt, in der die vorgeblich letzten Menschen in einer streng reglementierten Welt überleben, in der die Vergangenheit keine Rolle spielen darf. Drei Jahre nach dem Tod seiner Frau, die zur Reinigung der Beoachtungslinsen an der aus der Erde ragenden Oberseite des Silos verurteilt wurde, spricht Holston die verbotenen Worte aus, weil er endlich wissen will, wie es draussen wirklich ist. Vor seinem Tod entdeckt er die unfassbare Wahrheit – und hat mit der versierten Mechanikerin Juliette eine Nachfolgerin, die durch ihre Nachforschungen nach dem auf Holstons Ende folgenden mysteriösen Tod von Major Jahns auf erschreckende Zusammenhänge stösst, die alles auf den Kopf stellen. Doch damit legt sie sich mit dem in Wirklichkeit mächtigsten Mann im Silo an und wird ebenfalls an die Oberfläche in den sicheren Tod geschickt … und macht eine Erfahrung, deren Folgen nicht nur die Machtverhältnisse des Silos erschüttern, sondern die Welt verändern werden.

Hugh Howey ist mit „Silo“ eine atmosphärisch dichte, beklemmende Dystopie gelungen. Mit geschicktem Spannungsaufbau, einer nicht zu üppig ausgebauten und damit Raum für die Entwicklung der Charaktere lassenden Anzahl von Protagonisten und gekonnt eingebauten Klippenhängern schafft er er, eine ungemein spannende Geschichte zu erzählen, die man nicht mehr aus der Hand legen möchte. Dabei vermeidet er die üblichen Klischees des Genres und gibt selbst den Gegenspielern Juliettes Tiefe und Glaubwürdigkeit.

Souverän führt er den Leser in eine stark reglementierte, totalitäre Welt voller Manipulation und Täuschung, in der die Menschheit zu überleben versucht und niemand die vor Jahrhunderten aufgestellten Regeln hinterfragen darf, bis endlich durch die Nachforschungen einiger weniger das System die Wahrheit an sich ans Licht zu kommen droht, das System instabil zu werden beginnt und ein Konflikt zwischen Loyalität und Menschlichkeit eskaliert. Mit Juliette, der hochbegabten, eigenwilligen Mechanikerin aus den unteren Stockwerken des Silos, die eigentlich gar nicht Sheriff werden wollte, hat Howey eine starke Hauptfigur geschaffen, mit der sich der Leser gerne identifiziert. An ihre Seite stellt er weitere Protagonisten, deren Charaktere er sorgfältig im Laufe der Geschichte weiter entschlüsselt und entwickelt. Überraschende Volten und die sorgfältig komponierte Geschichte machen „Silo“ zu einer herausragenden dystopischen Geschichte, zu einem ungemein spannenden Roman über Macht und Freiheit, über eine düstere Zukunft in einem klaustrophobischen Gefängnis und den Glauben an die Kraft der Wahrheit.

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