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Lucy / Regie: Luc Bresson. Darst.: Scarlett Johansson ; Morgan Freeman […]

Vor einer Milliarde Jahren wurde uns das Leben geschenkt – macht etwas daraus!

Lucy (Scarlett Johansson) studiert in Taipeh und lässt sich nach anfänglichem Widerstreben von ihrem Freund überreden, einen geheimnisvollen Koffer einem gewissen Mr. Jang zu übergeben. Doch kaum hat sie nach Mr. Jang, einem mächtigen Triadenboss – gefragt, eskaliert die Situation: ihr Freund wrd erschossen und Lucy gerät in die Gewalt von Mr. Jangs Schergen. Gewaltsam wird ein Beutel mit der neuen Designerdroge CPH4 in den Bauch implantiert und sie selbst unter Androhung von Gewalt gegenüber ihren Verwandten gezwungen, die Drogen nach Europa zu schmuggeln.

Lucy wacht, in Ketten gelegt, in einem Container auf und wird von einem von Jangs Leuten in den Unterleib getreten. Dadurch platz der Beutel und die Droge gerät in massiver Dosis in ihren Körper. Das löst einen enormen Entwicklungsschub aus: Lucys Gehirnleistungen steigern sich enorm, ihre Sinne werden supersensibel, ihr Körper entwickelt enorme Kräfte. Sie entwickelt telekinetische Fähigkeiten und kann unter anderem elektromagnetische Wellen mit ihrem Willen beeinflussen. Sie weiß, dass sie nur noch 24 Stunden zu leben hat – und hat nur noch zwei Ziele: mit ihren Fähigkeiten Mr. Jang und seine Handlanger zur Strecke zu bringen und ihr phänomenal gesteigertes Wissen weiterzugeben. Dazu sucht sie auch Kontakt zum Hirnforscher Samuel Norman (Morgan Freeman), dessen Theorien zur Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns sie in wahnwitziger Geschwindigkeit gelesen hat und an sich selbst bestätigt sieht. Es beginnt ein gnadenloser Wettlauf mit der Zeit …

Luc Bressons actionreicher Science-Fiction-Thriller baut auf dem populären, wissenschaftlich nicht haltbaren Mythos auf, wonach der Mensch nur 10% seiner Hirnkapazität nutzt. Die Geschichte selbst – Rachefeldzug einer vom China-Mafia-Drogengangster durch Gewalt zum Schmuggel gezwungenen Frau – ist so rasch erzählt wie simpel und man sollte keinesfalls versuchen, in den kurz aufblitzenden Sinnstiftungsangeboten Bressons nach Substanz zu suchen und die logischen Handlungsbrüche erklären zu wollen. Philosophische Tiefe ist nicht der Anspruch, an diesen Film stellen sollte: Lucy versetzt den Zuschauer in einen furios inszenierten und perfekt mit computeranimierten Szenen und enNaturaufnahmen von großer Schönheit verwobenen Bilderrausch, der mit rasanten Schnitten auf ein spektakuläres Finale zusteuert.

„Lucy“ erinnerte nicht zu Unrecht manchen Rezensenten an Bressons „Das fünfte Element“, ist aber ganz auf die sich in Tempo und Intensität stetig steigernde Action zugeschnitten und lässt den Zuschauer atemlos zurück. Scarlett Johansson brilliert neben einem zurückhalten agierenden Morgan Freeman als hyperintelligente Kampfmaschine in einem eineinhalbstündigen Film, der nur so strotzt von Reminiszenzen an Klassiker des Genres und einen keine Sekunde langweilt. Allein die irrwitzige Taxifahrt durch Paris lohnt schon das Ansehen des Films. Bestes Popcornkino mit einer starken Frauenfigur: perfekt gemacht.

8 thoughts on “Lucy / Regie: Luc Bresson. Darst.: Scarlett Johansson ; Morgan Freeman […]

  1. Ich mochte ihn auch ganz gerne, und auch genau wie du, eher der Action und der Rasanz als des Inhaltes wegen. Besonders klug war er ja nicht und die „Philosophie“ konnte man ja kaum ernst nehmen. Als sinnlicher Bilderrausch hat’s aber gut funktioniert. In dem Sinne kann ich deinen Text nur unterschreiben. Hier mal meiner, den ich zur Kinoveröffentlichung geschrieben hab:
    https://dienachtderlebendentexte.wordpress.com/2014/08/17/lucy/

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    • Lieber Simon, danke für den Kommentar und den Link zu deiner Rezension. Dann bin ich ja nicht alleine mit meinem „Spaß“ an diesem Film!
      Sonnige Grüße von
      Jarg

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  2. Ich war auch sehr angetan von diesem Film. Für ein Action-Film dieser Art hatte er überraschenden viel Tiefgang. Vor allem der Schnitt am Anfang des Films hat mir gut gefallen: Szene mit Scarlett, Szene mit gejagtem/gefangenem Tier – so was hab ich noch nie (und so gut) in einem Film gesehen.

    Ich bin schon gespannt auf Deinen Interstellar-Review; der darf ruhig sehr ausführlich ausfallen, wenn Dir danach ist.

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    • Der Schnitt gerade in den Anfangsszenen ist wirklich bemerkenswert, da hast Du recht. „Interstellar“ ist bereits bestellt – und ich hoffe, dass ich Anfang Mai in einer kurzen familienfreien Phase Zeit finde, ihn zu sehen. Ich werde berichten …

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  3. Moin und vielen Dank für die tolle Besprechung! Ich war von dem Film auch sehr begeistert. Endlich mal wieder ein kluger SF-Film, der unglaublich gut gemacht ist und durch die glaubhafte schauspielerische Leistung mehr als überzeugt. Mich haben zuletzt zwei Zukunfts-Filme sehr angesprochen: „Lucy“ und „Interstellar“. Interstellar glänzt auch durch die Schauspieler, Bilder und die philosophische, anspruchsvolle Handlung. Der Film verneigt sich vor den Kubrick-Filmen. Also neben Lucy, meine Filmempfehlung!
    Herzliche Grüße, Hauke

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    • Gern geschehen, lieber Hauke, und vielen Dank meinerseits für den schönen Kommentar, der mich nochmal an „Interstellar“ erinnerte. Da der Film vermutlich in mein „dienstliches Portfolio“ passt, wird er vermutlich im April/Mai auf meinem Schreibtisch landen und dann sofort gesehen!! Ich bin gespannt, denn eine Verneigung vor Kubricks Filmen macht schon sehr, sehr neugierig!!
      Herzlich grüßt
      Jarg

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