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Jogis Eleven: Beim Weltmeischter daheim / Sprecher: Christian Schiffer

Spätestens, als Jogi „Beutlin“ Löw – an der lautstark überdehnten Patellasehne von Schweinsteiger hangelnd – in das Allerheiligste von „Sméagol“ Blatter eindrang, um den echten Pokal an sich zu nehmen und nur durch (sagen wir mal) unflätiges Benehmen von Podolski auffliegt, war es um mich geschehen: ich konnte kaum noch das Autosteuer halten vor Lachen und musste die Stelle mehrmals wiederholt anhören, um endlich zur Ruhe zu kommen. Zum Glück stand ich im Stau.

Im Ernst: Jogis Eleven als Nachklapp der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien, entstanden als mediales Exzerpt einer Radioreihe, ist eine bestens gelungene Persiflage auf den Fußball-WM-Wahnsinn und kommt in einer Form von „höherem Unsinn“ daher, der ich mich kaum entziehen konnte. Die hörspielartig aufgebaute CD verfolgt den Siegeszug und Siegestaumel von Jogi Löw und seinen unerschrockenen Mannen auf unwiderstehlich überspitzte, schräge Weise in einer Art Rückblende, ausgehend von einem erinnerungsseligen Treffen von Löw mit „Calli“ Calmund. Natürlich tauchen sie alle auf: „Loddard“ Matthäus, ein sich langweilender Manuel Neuer, der schon mal zum Gegner rüberschlendert und sich selbst im Bett wie zwischen zwei Torpfosten fühlt, ein weinerlicher Philipp Lahm, der eigentlich nach Hause zu Mama will, „Basti“ Schweinsteiger als bayrisch-brachiale Urgewalt mit nützlicher Endlossehne und der Kaiser himself, Beckenbauer, der schon mal vom gemütlichen Dinner mit einem Drogenkartell anruft und Löw stets spüren lässt, dass er eigentlich der größte ist.

Nicht nur, dass die Stimmen der Protagonisten treffend nachgemacht werden – tatsächliche Situationen und Entwicklungen werden karikiert und die Eigenheiten der Protagonisten in gnadenlos in absurd-humoreske Höhen getrieben. Wer wissen wollte, wie es bei Extremschwaben Jogi Löw daheim zugeht (Radiergummifusseln zum Recyclinghof fahren), warum man Jerome Boateng immer ein wenig im Auge behalten muss, ob Podolski wirklich so einfach gestrickt ist und welch fieses Potential in Sepp Blatter steckt, bekommt hier dermaßen skurril und witzig eins aus der übervollen Satiretüte auf das Zwerchfell gebraten, dass man sich unwillkürlich und japsend am Ende fragt, warum es nur eine CD gibt und nicht zwei. Allein die atemlos-fressgierigen Kommentare und Äußerungen von „Calli“ Callmund sind schon allein humoreske Perlen.

Doch zum Glück gibt es ja verschiedene Kanäle für mehr Stoff, darunter über Facebook und FFN Niedersachen. Da gibt es dann auch eine Game-of-Thrones-Variante! Aber Vorsicht: nicht bei Geschwindigkeiten über 50 hören und sich am besten einen gemütlichen Stau suchen. Meiner dauerte zum Glück zwei Stunden – und ich habe ihn dank dieser CD bestens genossen!

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4 Kommentare zu “Jogis Eleven: Beim Weltmeischter daheim / Sprecher: Christian Schiffer

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