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Tracker / Mark Knopfler

Manche Musik erobert einen im Sturm, für andere wiederum braucht man Zeit und Muße, damit man offen genug für sie ist. Nimmt man sich diese Zeit, stellt man plötzlich fest, dass sich die so völlig unspektakuläre Musik sich einem langsam und unterschwellig l ins Herz vorgearbeitet hat. So erging es mir mit „Tracker“, dem achten Soloalbum von Mark Knopfler, der sich bereits auf „Privateering“ gelegentlich dem Blues ergab.

„Tracker“ kommt noch intimer herüber als das vorige Album: wieder bedient sich Knopfler verschiedenster Stile, setzt dabei aber den Fokus auf Blues und British Folk, um dann seine subtil instrumentierten Songs zum besten zu gebe, kleine Geschichte, Beobachtungen und Erfahrungen, die er mit britischem Humor würzt. Gelegentlich blitzt etwas Jazz durch, erklingt ein Saxophon eine Harfe oder ein Dudelsack. Das alles wird getragen von einem entspannten, klaren und warmen Sound und zurückhaltendem Arrangement. Dazu Knopflers markante Stimme, mit der er seine Geschichten erzählt von Bars, Liebe, Frauen, mondbeschienenen Straßen und der lange zurückliegenden Jugend. Leise Melancholie, gepaart mit einer heiteren Abgeklärtheit und vor allem Humor kennzeichnet die Songs, die bis auf das etwas rockigere „Beryl“ recht ruhig daherkommen und einem in ihrer musikalischen Tiefenentspanntheit das Seelebaumelnlassen sehr leicht machen.

Mein persönlicher Favorit und Anspieltipp ist das bluesige „Broken Bones“ das sichb einem einfach rasch ins Herz groovt. Ein wunderbares, herrlich chartunkompatibles Album von diesem bemerkenswerten Ausnahmemusiker – und ein schöner musikalischer Beweis dafür, dass die Albumkultur noch nicht kaputt ist.

3 thoughts on “Tracker / Mark Knopfler

  1. Lieber Jarg,
    wie schön, dass Du auf diesen wunderbaren Musiker und sein schönes neues Album Tracker hinweist. Wobei ich übrigens Deinen Anspieltipp sehr schön finde (das ist sehr J.J. Cale) – aber für das ganze Album eher nicht so repräsentativ, weil es sich doch ein bisschen von diesem wunderbaren Flow abhebt, der das Album in der Tat, wie Du schreibst, zu einem zusammenhängenden machst. Ich bin ja alter Album-Hörer und schätze das sehr.
    Eines meiner Lieblings-Alben von Knopfler ist der Ragpicker’s Dream. Das empfehle ich immer wieder gerne. Mein Lieblings-Song darauf ist Quality Shoes. Das Album ist sehr ruhig und hat in meinen Augen ebenfalls so einen Flow.
    So, jetzt hör ich lieber mal auf mit meinen Geschichten, bedanke mich für diesen schönen Post und wünsche ein schönes Wochenende!
    Liebe Grüße
    Kai

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    • Lieber Kai,
      danke für deinen Kommentar – da bin ich mit meiner Begeisterung für dieses Album (und die Albumkultur) ja nicht allein. Mein Anspieltipp ist natürlich nicht repräsentativ für das Album: der Song hat sich aber so tief in meiner Ohrschnittstelle verankert, dass der einfach genannt werden musste. Irgendwann muss ich den mal live sehen!
      Sonnige Grüsse von
      Jarg

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