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Jahrhundertsommer : Roman / Raoul Biltgen

Es waren zwei außergewöhnliche Sommer in den Jahren 2003 und 2004 – auch für einen namenlosen Wiener Studenten, der sich während eines Ferienjobs in Bregenz im heissen Sommer 2003 rettungslos in eine junge Frau verliebt, die während der Bregenzer Festspiele mit einem kleinen Traktorzug Touristen durch die Gegend fährt. Tatsächlich finden die beiden zusammen und stürzen sich in eine leidenschaftliche Liebe, die sie alles vergessen lässt. Überraschend zieht sie zu ihm nach Wien und sein Leben scheint glücklich wie nie. Im Winter 2003 jedoch endet de Liebe zwischen den beiden allerdings jählings und der Student bleibt verzweifelt und lebensmüde zurück. Vergeblich versucht er auf skurrile Weise Selbstmord zu begehen und verwahrlost immer mehr, bis er eine andere Frau kennenlernt. Plötzlich scheint ein Ausweg aus seiner Lebenskrise möglich …

Der Schauspieler, Theatermacher und Schriftsteller Raoul Biltgen erzählt die Geschichte einer leidenschaftlich überhöhten Liebesgeschichte, die unglücklich endet und den Protagonisten in tiefste Verzweiflung und Trauer stürzt. Gekonnt verknüpft Biltgen in einander abwechselnden Kapiteln die im Präsenz erzählte Liebesgeschichte mit der in der Vergangenheitsform gefassten Erzählgegenwart und verschränkt so nach und nach beide Erzählstränge. Konsequent jeglichen Kitsch meidend, findet Biltgen klare, ungeschönte, manchmal drastische Worte für die Lage seines „Helden“, den er tief abstürzen und auf absurd-komische Art nach dem Selbstmord trachten lässt. Das Ende ist überraschend und lässt der Fantasie des Lesers Raum für Spekulationen, wie es weitergehen könnte.

Der Roman löst beim Leser unwillkürlich eigene Reflexionen über die Liebe aus und fesselt von der ersten Seite an durch seine dichte Atmosphäre, ebenso starke wie zarte Bilder das subtil steigende Tempo und fast schon krimihafte Handlungselemente. Biltgen geht der Liebe in ihren Verästelungen, ihren Wirrungen, ihrer Gewalt und ihrer Zartheit mit großer Empathie für seine Figuren und sein Thema nach und erzählt so einen beeindruckend modernen und dabei spannenden Liebesroman, der ohne Sentimentalität auskommt, doch tief zu berühren vermag und lange nachwirkt.

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