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Ada von Goth und das Vollmondfest / Chris Riddell (Text & Ill.)

Auf Schloß Gormengraus steht das Vollmondfest an und alle sind furchtbar aufgeregt und beschäftigt. Zahllose Gourmetköche aus dem ganzen Land sind angereist, um ihre Kunst beim Backwettbewerb unter Beweis zu stellen, obwohl Mrs Beat’em, die Schlossköchin, William Flake, Mary Huckleberry, Nigellina Sugarspoon, Heston Harboil und all die anderen Kochkünstler am liebsten gar nicht in ihre Küche lassen möchte. Seltsame Gestalten treffen auf Gormengraus ein, darunter auch die ballonreisenden spitzzahnigen Mitternachtskrämer von „Dangle & Doppelmoussee, Edwina Stobart und ihr riesiger, von acht Zottelochen gezogener Wagen mit dem Spiegelzelt, die düstere, gänzlich humorfreie Familie Glum-Stoker mit ihrer Transsilvanischen Dampfkirmes und etliche Maler, unter denen sich auch der berühmte J. M. W. Turnip befindet.

Da Lord Goth abwesend ist, wird alles von Lord Sidney Whimsy koordiniert – und natürlich von Maltravers, dem Kammerwildhüter. Naheliegend, dass Ada, die derzeit von der Gouvernante Lucy Borgia im Duellregenschirmfechten unterwiesen wird, auch in diesem Jahr davon ausgeht, dass man ihren am gleichen Termin liegenden Geburtstag vergessen wird. Wenn nur Maltravers sich nicht wieder so verdächtig benehmen würde. Da niemand sich um Ada kümmert, wird ihr bald langweilig – und sie beginnt, mit offenen Augen durch die chaotischen Vorbereitungen des Festes zu streifen – sofern sie sich nicht um ihre liebeskranke, meist unsichtbare Kammerzoge Marylebone kümmern muss.

Auch das zweite Abenteuer der jungen Ada von Goth zieht einen schnell in den Bann: dabei ist es nicht nur die Spannung der Geschichte, die einen rasch fesselt. Auch die zahllosen Wortspielereien tragen erheblich zum Lesevergnügen an diesem im Vergleich zum ersten Band nochmasl gruseligeren Roman bei, den Autor Chris Riddell mit schrägen Gestalten und absurden Dingen gefüllt hat, die er in seinen meisterhaften Illustrationen auch zeichnerisch mit großer Liebe zum skurrillen Detail zum Leben zu erwecken weiß. Ergänzt um zahllose „Entenfußnoten“ mit erläuternden Informationen, einer herzergreifenden Liebesgeschichte um die endlich mutiger und damit sichtbar werdende Kammerzofe Marylebone, ein paar Geheimagenten und etliche wunderbare literarische Anspielungen und geschickte Volten wird daraus ein wunderbarer schräger Grusel- und Schauerroman, der in ein furioses Finish mündet und Lust macht auf den hoffentlich bald ins Deutsche übertragenen nächsten Teil der Geschichte.

Absurder Gruselspaß auf hohem (zeichen)künstlerischen Niveau für alle kleinen und großen Freunde des besonderen Jugendbuches ab ca. 10 Jahre.

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