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Desaster / Regie: Justus von Dohnányi. Darst.: Jan Josef Liefers ; Justus von Dohnányi ; Stefan Kurt

Mafiaboss Mischa will den Staatsanwalt Jürg Würsch bestechen, um den Aufenthaltsort von Kronzeugen zu erfahren und so einer Anklage zuvorzukommen: er lädt Würsch in seine Villa nach Saint-Tropez ein. Zur Sicherheit hat Würsch, der auf viel Geld und eine Affäre mit Mischas schöner Gattin Lydia hofft, die beiden in die Jahre gekommenen Auftragsmörder Ed und Mace engagiert, um auf ihn aufzupassen. Er trifft in der Villa ein, während Mischa noch in Nordeuropa ist, wo er offensichtlich noch ein paar geschäftliche Angelegenheiten mit Gewalt klären muss.

Doch leider läuft nichts wie geplant: dummerweise sind auch Mischas Gattin Lydia und seine Mutter hinter dem Geld her. Wie sich bald herausstellt, verbirgt sich der Zugangscode zum Safe auf dem Tachostand des Autos, in dem Lydia mit ihrem Liebhaber Johann eine kurze Fahrt unternommen hat – um damit unbeabsichtigt den Code zu löschen. Als Ed dann aus Versehen Mischas Mutter von der Terrasse stößt, haben Würsch und seine beiden Profikiller nicht nur eine Leiche, sondern noch ganz andere Probleme. Zu allem Überfluss haben sie sich aus der Villa ausgesperrt und der Versuch, über den Schornstein einzusteigen, bringt erst recht alles ins Stocken. Während Mischa ahnt, dass in Saint-Tropez einiges schief läuft und mit aberwitziger Geschwindigkeit nach Süden rast, spitzt sich in Saint-Tropez die Lage dramatisch zu …

Zunächst sei darauf hingewiesen, das die Kennzeichnung des Films mit FSK 12 beim Zuschauer die Erwartung wecken könnte, dass es sich um eine vergleichsweise harmlose Kriminalkomödie handeln könnte, in der zwar der eine oder andere gemeuchelt wird, letztlich aber nicht allzuviel Gewalt zu sehen ist. Dem ist nicht so: „Desaster“ ist ein explizit gewalttätiger Film, dem ich eher eine FSK 16 verpasst hätte, um ihn dann am Ende trotz meines zartbesaiteten Cineastengemüts doch, aber dann allein und ohne die doch recht entsetzte Mitzuschauerin anzusehen. So wurden die Erwartungen auf einen schwarzhumoriges-heiteren Heimkinoabend der leichteren Sorte enttäuscht.

Was nicht heißt, dass der Film nicht gut ist. „Desaster“ spielt gekonnt mit üblichen Klischees des Mafia- und Gangsterfilms und zieht alle Register des schwarzen und eben auch bösen, bitterbösen Humors. Die Geschichte reitet von einer Eskalationsstufe zur nächsten bis zum brutalen, furiosen Finish. Insofern beste Popcornunterhaltung mit allerdings zuweilen ausgesprochen verstörenden Bildern, bei denen man auch gerne mal zwischen den Fingern durchlinst – wenngleich den Tierfreunden unter uns versichert sei, dass dem Kanarienvogel nicht geschieht. Wirklich absolut nichts.

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2 Kommentare zu “Desaster / Regie: Justus von Dohnányi. Darst.: Jan Josef Liefers ; Justus von Dohnányi ; Stefan Kurt

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