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2:33 / Philipp Dittberner

Das ist dein Leben, das ist wie du lebst.
Warum du liebst und lachst und dich selbst nicht so verstehst.
Warum du dir wieder so fremd bist, in einer doch so hellen Zeit.
Warum du den wieder vermisst, der dich sicher nicht befreit.
Ja genau, das ist dein Leben; das ist wie du lebst.
Warum wir manchmal fliegen; nichtmal wissen wie es geht.
Und wir immer wieder aufstehen und anfangen zu gehen.
Ja genau, das ist dein Leben und du wirst es nie verstehen.

(Aus: Philipp Dittberner, „Das ist Dein Leben“)

Ein ganzes Album voller Lieder über Liebe und Trennung, Sehnsucht und Schmerz. Das kann ganz fürchterlich in die Hose gehen und die Ohrschnittstelle drastisch mit Schmalz überlasten. Das kann aber auch so wunderbar werden wie das Debütalbum von Philipp Dittberner: fein arrangierte, zum Teil sehr reduziert, zum Teil opulent instrumentierte Songs mit stimmigen, schön geschriebenen Texten. Der gelernte Physiotherapeut Dittberner, der mit 12 seine erste Gitarre geschenkt bekam, veröffentlichte erste Lieder seit 2012 auf soundcloud.com und bekam 2014 mit dem in Kooperatioon mit Marc (Marvin Webb) entstandenen Song „Wolke 4“ einige Aufmerksamkeit, bis der Song im März 2015 in die Top 10 der deutschen Singlestarts aufstieg. Das vorliegende Album wurde dann von Grönemeyers Label Grönland herausgebracht, bei dem Dittberner unter Vertrag steht.

2.33 überzeugt mit gut erzählten Geschichten, gesungen von dieser ganz leicht angerauhten, ebenso zurückhaltenden wie intensiven Stimme Dittberners. Songs, die von den Irrungen und Wirrungen der Liebe erzählen, vom Spatz in der Hand und vom notwendigen Kompromiss, aber auch von der unerfüllten Sehnsucht oder der beharrlich immer wieder erneut geretteten alten, jungen Liebe, die dann doch lieber auf Wolke 4 statt 7 wohnt. Lieder, die zwar durchaus gefühlvoll sind, aber erfolgreich am Kitsch vorbeisteuern und in den poetischen Texten eine melancholisch gefärbte Bereitschaft zum Lebenspragmatismus erkennen lassen. Das mag man kritisieren oder auch als allzu bodenständig und pragmatisch verurteilen, wie dies manche gegenüber Ditterberners Musik tun. Mir aber gefällt das – und da ich in musikalischen Dingen zum Exzess neige, liegt 2:33 bei mir derzeit sozusagen permament auf der Ohrschnittstelle. In Anbetracht der Jugend des Künstlers und dem gelungenen Debüt bin ich sehr gespannt, ob und wie das zweite Album wird.

5 thoughts on “2:33 / Philipp Dittberner

  1. Pingback: Schöne Zeiten_Sonntage /12.06.2016 | Es wird Zeit, dass es Zeit wird.

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