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Cautionary Tale / Dylan LeBlanc

Leider braucht es ja manchmal ein paar Alben, bis man auch hierzulande auf bemerkenswerte, außerhalb des Mainstreams musizierende Musiker aus Übersee aufmerksam wird. So auch bei Dylan LeBlanc, den ich erst mit seinem dritten, hier vorgestellten Album für mich entdecke. LeBlanc, 1990 geboren in Shreveport, Louisiana, wuchs dort und in Muscle Alabama auf. Er kam bereits früh über seinen Vater, zu dem er mit zehn Jahren zog, mit Musik in Berührung und begann im Alter von 15, selbst Songs zu schreiben und aufzutreten. Über verschiedene Bands aus den Bereichen Rock und Punk Rock gelangte er zu den Alabama Shakers, bei denen er heute noch spielt.

Sein erstes Album „Paupers Field“ erschien 2010 und er spielte als Opener für Künstler wie Laura Marling, Lucinda Williams und andere zu spielen. Mit „Cautionary Tale“ legt er ein bemerkenswertes drittes Album vor, in dem er sich offen mit sich selbst auseinandersetzt. Das Album beginnt mit dem Titelsong „Cautionary Tale“ noch schwungvoll und eingängig, um dann in „Easy Way Out“ epischer zu werden: hier erzählt LeBlanc mit melancholischem Timbre und Streicherunterstützung, dass sich aus guten Erfahrungen ebenso lernen lässt wie aus schlechten. Die schleppenden, verzögerten Rhythmen und die zurückhaltende Instrumentierung bei „Beyond The Veil“ zeigen schön, wie sich seine Stimme bei minimaler Instrumentierung entfalten kann.

Ungewöhnlich ist sie, diese hohe, sanfte Stimme LeBlancs, die ein wenig an den jungen Neil Young und an die Fleet Foxes erinnert und einen zusammen mit den wunderschönen, melancholisch, manchmal romantisch angehauchten Texten ein wenig in die 1970er Jahre entführt. Dabei sind die Texte des Songschreibers durchaus auf der Höhe der Zeit, treffen den Nerv der Twentysomethings unserer Zeit. Das Album beginnt etwas rockiger und wird zum Ende hin sanfter, ruhiger, während LeBlanc seine Geschichten immer beiläufiger, lakonischer zu erzählen scheint.

Ein beeindruckendes Album, das einen schnell fesselt, von einem Musiker, der mit seinen kaum 26 Jahren bemerkenswerte Tiefe in seiner Musik und seinen Texten zeigt und hoffentlich noch mehr von sich hören lassen wird.

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