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Jargsblog beste Scheiben : Nachlese Musik 2016

Zum Glück entdeckt man in der seichten musikalischen Häppchen- und Schnittchenkultur unserer Tage immer wieder auch Perlen der Musik, Alben, die einen von Anfang bis Ende packen und für Tage oder Wochen nicht loslassen. Aus diesen hörenswerten Perlen habe ich in diesem Jahr wieder einige für diese Nachlese ausgewählt

Bisher kannte ich Glen Hansard nur als Hauptdarsteller aus „Once“ von John Carney – und ich wusste, dass er Musik zu „Can A Song Save Your Live“ beigetragen hatte. Mit „Didn’t He Ramble“ legt der Sänger von The Frames sein zweites Soloalbum vor. Wer je geglaubt hat, es gäbe mittlerweile genug Singer und Songwriter, wer denkt, da gäbe es nichts Neues, Besonderes mehr – der hat sich getäuscht. Hansard bezaubert mit einem ganz eigenen Klang. Dabei vermeidet Hansard den Kitsch, obgleich er ungemein gefühlvoll spielt und mit seiner Musik, die zwischen Melancholie, Sehnsucht und Liebe oszilliert, einen Schauer über die Haut zu jagen vermag. Wunderbare Musik, die einem von der Ohrschnittstelle direkt in Bauch und Herz fährt, wenn man sich die Zeit dafür nimmt. (Zur vollständigen Rezension geht es hier)

Man kann und darf erstaunt sein über die Qualitäten von Enno Bunder, dessen Album „Flüssiges Glück“ für mich zur musikalischen Entdeckung wurde: bemerkenswert schöne Texte in Verbindung mit einer Musik, die zwischen Chamberpop und Elektrodance oszilliert, dem Ohr mit seiner akustischen Vielseitigkeit und manchem delikaten Klang appetitlich eingeht, ohne je beliebig zu werden. Zum Weinen, zum Lachen schön. Mehr soll dazu nicht gesagt werden: hören Sie einfach mal rein und lassen Sie Ihre Ohren entscheiden. (Zur vollständigen Rezension geht es hier)

Natürlich ist es mal wieder peinlich. Da existiert eine Band seit mehr als zwanzig Jahren und ich entdeckte sie erst jetzt. Andererseits habe ich vor zwanzig Jahren auch deutlich andere Musik gehört, so dass es wohl verzeihlich sein mag, wenn ich Moriarty erst jetzt entdecke. Nach dieser Entdeckung hoffe ich aber nun in Anbetracht des aktuellen Albumtitels „Epitaph“ (Grabesinschrift) natürlich, dass der Albumtitel nicht wörtlich gemeint ist und man weitere Musik dieser multikulturellen franco-amerikanischen Band mit ihrem breiten instrumentalen und musikalischen Spektrum erwarten darf. Begründen lässt sich diese Hoffnung allein schon aufgrund der Qualität dieses Albums: „Epitaph“ erwischt einen faktisch von der ersten Note an. Ein Album voller melancholisch-schwermütiger Songs, das zwischen Bluegrass, irischer Folkmusic, Blues und Country oszilliert und doch schwer zufassen ist in seinem Reichtum an Klängen. Da finden klassische Musikinstrumente wie Kontrabass, E-Gitarre, Kazoo oder Mundharmonika ebenso Verwendung wie Schreibmaschinenklänge und ähnliche Alltagsgeräusche. Einfach schön und besonders. (Zur vollständigen Rezension geht es hier)

Leider braucht es ja manchmal ein paar Alben, bis man auch hierzulande auf bemerkenswerte, außerhalb des Mainstreams musizierende Musiker aus Übersee aufmerksam wird. So auch bei Dylan LeBlanc, den ich erst mit seinem dritten, hier vorgestellten Album „Cautionary Tale“ für mich entdecke. Ungewöhnlich ist sie, diese hohe, sanfte Stimme LeBlancs, die ein wenig an den jungen Neil Young und an die Fleet Foxes erinnert und einen zusammen mit den wunderschönen, melancholisch, manchmal romantisch angehauchten Texten ein wenig in die 1970er Jahre entführt. Dabei sind die Texte des Songschreibers durchaus auf der Höhe der Zeit, treffen den Nerv der Twentysomethings unserer Zeit. Das Album beginnt etwas rockiger und wird zum Ende hin sanfter, ruhiger, während LeBlanc seine Geschichten immer beiläufiger, lakonischer zu erzählen scheint. Ein beeindruckendes Album, das einen schnell fesselt, von einem Musiker, der mit seinen kaum 26 Jahren bemerkenswerte Tiefe in seiner Musik und seinen Texten zeigt und hoffentlich noch mehr von sich hören lassen wird. (Zur vollständigen Rezension geht es hier)

Kari Rueslåtten legt mit „To The North“ ein äußerst melancholisches, zurückhaltend instrumentiertes und live eingespieltes Folk-Album vor, das von den einsamen Weiten des norwegischen Nordens inspiriert scheint und nur in wenigen Stücken („Letting Go“) rockiger wird. Begleitet von Gitarre oder Klavier erzählt Rueslåtten in ihren Songs Geschichten von unglücklicher Liebe, Hoffnung & Sehnsucht, Einsamkeit & Erinnerung. Zusammen mit dem wunderbar zart interpretierten klassischen Song „Turn, Turn“, Turn“ (The Birds) wird daraus ein überaus eindrucksvolles Album. Eine bemerkenswerte, ebenso zarte wie kraftvolle Stimme, der man im Verlauf des Albums mehr und mehr verfällt, bis man schliesslich ganz abgetaucht ist in die hochemotionalen Untiefen von Rueslåttens Musik. Sehr hörens- und empfehlenswerte Musik, der man rasch verfällt. (Zur vollständigen Rezension geht es hier)

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4 Kommentare zu “Jargsblog beste Scheiben : Nachlese Musik 2016

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