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Wolfsbrüder / Regie & Drehb.: Gerardo Olivares. Darst.: Manuel Camacho, Juan Jóse Ballesta, Sancho Gracia, Carlos Bardem […]

Sierra Morena, Spanien, 1954. Vor allem die Landbevölkerung des von Diktator Franco beherrschten Spaniens leidet nach dem Zweiten Weltkrieg unter Armut und Not. Viele sind abhängig von Großgrundbesitzern und deren Willkür. Als seine Söhne beim Ziegen hüten fünf Tiere an die Wölfe verlieren, entscheidet sich ihr Vater, ein hoch verschuldeter Bauer, auf Druck der Stiefmutter seinen siebenjährigen Sohn Marcos an den reichen Großgrundbesitzer abzugeben.

Marcos wird daraufhin von Ceferino, der rechten Hand des Don, in die Einsamkeit der Sierra Morena zum alten Atanasio gebracht, der in einer Höhle lebt, Ziegen hütet und sein mehr als karges Mahl mit geschickt gestellten Fallen aufbessert. Ceferino, der auf Seiten Francos und der Guardia Civil steht, setzt bei dieser Gelegenheit Atanasio unter Druck, ihm den Aufenthaltsort des gesuchten Widerstandskämpfers Ballila zu verraten. Doch Atanasio verrät nichts, obwohl sich später herausstellt, dass Ballila sein Sohn ist.

Rasch freundet sich Marcos mit dem alten Atanasio an, der ihm beibringt, wie man mit Fallen ode mit Hilfe eines zahmen Frettchens Tiere fängt. Atanasio ist es auch, der Marcos zeigt, wie man sich mit den Wölfen gut stellt. Marcos gelingt es daraufhin sogar, eine Beziehung zu einem jungen Wolf aufzubauen. Als Atanasio krank wird, pflegt Marcos ihn. Doch Atanasio ist zu krank und stirbt eines Tages. Auf sich allein gestellt, wird das Überleben für Marcos zu einer harten Bewährungsprobe, die er ohne die Hilfe der Wölfe und des Frettchens nicht bestehen kann …

Gerardo Olivares ist mit der Verfilmung dieser auf wahren Ereignissen beruhenden Geschichte ein überaus berührendes Werk gelungen, das bedrückenden Szenen von Armut und Not wunderschöne Naturbilder gegenüberstellt. Manuel Camacho, der damals knapp zehnjährige Darsteller des 7jährigen Marcos, verkörpert auf überaus beeindruckende Weise die Rolle des in die Einsamkeit versetzten Kindes. das lernt, mit der Natur zu leben und zu überleben und dabei tief in ein Leben jenseits der Zivilisation eintaucht: ein paar Jahre später wird Camacho übrigens in Olivares Film „Wie Brüder des Windes“ erneut beeindrucken. Sancho Gracia spielt mit großer Empathie für seine Figur den alten Atanasio und hat in Juan Jóse Ballesta als fiesem Ceferino einen starken Gegenspieler in diesem stark auf die Hauptfigur Marcos und ihre Sicht fokussierten Film.

Die Natur- und Tiefaufnahmen gehören mit zu den schönsten, die ich in letzter Zeit in einem Film gesehen habe: insbesondere die Tierszenen mit den Wölfen sind von großer Intensität und Unmittelbarkeit, was einen wesentlichen Beitrag zur Wirkung des Films leistet: hier wurden Tiere mit hoher Professionalität auf eine Weise in Szene gesetzt, die einen vollkommen vergessen lässt, dass dies ein inszenierter Spielfilm ist.

Ein zugleich spannender und tief bewegender Film für die ganze Familie, der in diesem Regenjuli 2017 erfolgreich in Begleitung handaufgezogenen Popcorns zwillingsgetestet wurde und einem lange im Gedächtnis bleibt.

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