Über das seltene Glück, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren

Ich beneide ja jeden, der täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren kann, auch wenn ich über die Jahre durchaus die Vorzüge des Pendelns mit U-Bahn und Regionalexpress zu schätzen gelernt habe: schlummern, den Blick ins Land richten, Menschen sehen, mit manchen interessante Gespräche zu führen und – vor allem – Unmengen von Büchern lesen.

Da mich seit der Radtour an der Nordseeküste grössere Distanzen nicht mehr schrecken und ich meine Kraft in Verbindung mit dem neuen Rad mittlerweile gut einschätzen kann, war es in Anbetracht des verlockenden Wetters natürlich an der Zeit, mich nicht nur für kleinere zwei- bis dreistündige Touren in Hamburgs Nordwesten, Südwesten und Süden herumzutreiben. Was lag da näher, als einfach mal zur Arbeit zu Weiterlesen

Sauber zerlegt: über Urlaub, Kongresskoks und kleine Blogungereimtheiten

Vor 25 Jahren hätte ich den Urlaub in einem familientauglichen Hotel mit Rundumversorgung vermutlich spiessig gefunden. Damals war ich bevorzugt mit Rucksack und Wanderschuhen unterwegs, schlief gerne im Zelt, ernährte mich von Hafer-Rosinen-Sojamehlpamps oder Brot und Käse und war froh, immer mal wieder etwas frisches Quellwasser zu finden. Duschen reichte auch alle paar Tage, denn Gesellschaft brauchte ich meist nicht und war morgens suf dem Zeltplatz der Erste, der aufbrach.

Nicht das sich daran etwas geändert hätte: auch heute noch könnte ich mir einen solchen Urlaub gut vorstellen. Nur leider wird derzeit niemand aus der Familie bereit sein, sich zwei Wochen lang von Haferbrei in allen möglichen heissen und kalten Aggregatzuständen zu ernähren und auf dünnen Isomatten zu schlafen. Aber ich habe Hoffnung.

Fakt ist: es gibt auch andere Arten von Urlaub. Zum Beispiel in Weiterlesen

Über Interkontinentalflüge, Tomatensaft und die unergründlichen Wege von Dihydrogeniumoxid

Liebe Abonnentinnen und Abonnenten dieses bescheidenen Buch- und Medienblogs, meine sehr verehrten Damen und Herren, Römer, Landsleute, Hottenträger!

Heute blogge ich mal zur Abwechslung aus zehntausend Metern Höhe an Bord eines Airstuss B 0815 der deutschen Zoohansa auf dem Flug von Hamburg-Stellingen zur Kokos-Insel (Pazifik). Die beiden mächtigen Turbofloptriebwerke vom Typ FlipFlop 500x-Neo schaufeln unsere zweistöckige, luxuriös ausgestattete Maschine zuverlässig in Richtung Westen. Gerade komme ich zurück aus der Bordbar, wo ich ein nettes Gespräch mit einem amerikanischen Ölmagnaten geführt habe, schnalle mich in meinem bequemen Sitz in der ersten Klasse an und bringe die Rückenlehne in die maximalen Liegegenuß verheißende Position. Das Bordfernsehen wird uns gleich eine exklusive Preview des neuen Starwars-Films zeigen und ich warte nur noch auf den Steward, der mir einen frischen Tomatensaft bringen wird.

Da klingelt es. Verwirrt schnalle ich mich ab und Weiterlesen

Über Jarg allein zu Haus, die unerträgliche Verlockung voller Kühlschränke und eine Kinoempfehlung

Ich habe ja nie so recht verstanden, warum es in Hamburg Skiferien gibt. Skiferien? In Hamburg?? Ja, Sie haben richtig gelesen: Skiferien. So nannten wir es damals jedenfalls. Meine Familie und die meisten meiner Altersgenossen fuhren allerdings in diesen offiziell Frühjahrsferien genannten, meistens aber komplett verregneten und naßkalten Urlaubszeiten nie zum Skifahren. Höchstens Eislaufen war drin. Mit Glück auf der zugefrorenen Alster, wenn auch selten. Meiner Vermutung nach hat Hamburg deshalb so früh Ferien, weil irgendwann in den 1950er Jahren einige Hamburger Honoratioren das lobbygeneralstabsmäßig höchst oben durchdrückten, damit ihre aufs Johanneum gehenden Sprösslinge, die dereinst die gutgehende Kanzlei (oder Arztpraxis oder Privatbank oder Reederei) übernehmen würden, mit Papa 300er Benz und Papas Chauffeur am Steuer in den Alpen abhängen konnten, bevor der niedere Plebs aus anderen Bundesländern dort einfiel. Ich ging derweil mit meinem besten Freund H. in die Fossiliensammlung des Geomatikums oder auf Butterfahrt nach Sonderburg – was immer schön war und komplett arztkinderfrei.

Es nutzt nun natürlich alle graue Theorie nichts, wenn wieder die Ski- oder Frühjahrsferien anstehen und die freie Zeit außerhalb der Schule gefüllt sein will. Also fährt die hamburgische Familie richtigerweise in den Süden. Natürlich Weiterlesen

5 Jahre Jargsblog: eine kurze Bilanz und eine Ankündigung

Exakt vor fünf Jahren am 6. Februar 2010 ging Jargsblog mit seiner ersten Buchrezensiononline: Zeit, eine kurze Bilanz zu ziehen.

Eigentlich ist Jargsblog ein Ableger: schließlich begann ich im Winter 2009/2010 auf Anregung eines ebenfalls buchaffinen, mittlerweile nach Brisbane ausgewanderten Freundes zunächst für meinen Literaturlesekreis zu bloggen, der sich alle paar Wochen eines neuen Buches annimmt, es liest und darüber gemeinsam diskutiert. Was zunächst enthusiastisch aufgenommen wurde, entwickelte sich mangels ausreichenden Atems meiner auserkorenen Mitblogger rasch zur One-Man-Show, die mittlerweile ein recht kümmerliches Dasein am Rande der Bloggergalaxis führt und vermutlich recht bald von einem Schwarzen Loch verschluckt wird.

Also entschied ich mich zu einem zweiten Projekt, um Weiterlesen

Und nun zu etwas völlig anderem: Zwillingen!

Wer diesen Blog liest, bekommt ja den leisen Verdacht, dass ich mich mit nichts anderem beschäftige als Büchern, Büchern, Büchern und ein paar Filmen und Musik. Wahr ist, dass die genannten Themen für mich sehr wichtig sind und beruflich wie privat, am Tag, am Abend und in der Nacht, daheim, im Büro, in der U-Bahn oder im Café um die Ecke stark beschäftigen.

Eigentlich stehen aber unsere Weiterlesen