Penguin Bloom: Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete / Cameron Bloom ; Bradley Trevor Greive

Sie sind eine glückliche Familie, die Blooms aus Australien. Der Fotograf Cameron und die Bäckerin und Krankenschwester Sam haben sich früh kennen- und lieben gelernt, reisten viel zusammen um die Welt, haben irgendwann geheiratet und drei Jungs bekommen. Endlich sind die Jungs groß genug, um an alte Leidenschaften anzuknüpfen und mit ihnen auf eine weite Reise zu gehen. Doch in Thailand passiert das Unglück: Sam Weiterlesen

Der Geschmack von Laub und Erde : Wie ich versuchte, als Tier zu leben / Charles Forster

Wenn wir alle oft genug über Grenzen hinwegpendeln, wird die Welt vielleicht doch nicht auseinanderfallen. (S. 95)

Der britische Professor für Ethik und Rechtsmedizin, zugleich Tierarzt, Anwalt und Teilnehmer am Marathon de Sable, möchte wissen, wie Tiere empfinden, wie sie Leben und ihre Welt wahrnehmen. Um sich der Gedanken-, Gefühls- und Erlebniswelt von Tieren anzunähern, trifft er den Entschluss für ein kühnes Experiment: er wird versuchen, ihr Leben so genau wie möglich nachzuahmen. Die Tierarten, die er sich dafür aussucht, können unterschiedlicher nicht sein: Dachs, Otter, Fuchs, Rothirsch und Mauersegler unterscheiden sich in ihren Lebensweisen und Habitaten weit voneinander.

Es beunruhigt mich, dass ich in der Welt womöglich ganz allein bin: dass das Andere völlig unzugänglich ist. […] Wenn ich eine Beziehung zu einem nicht menschlichen Lebewesen aufbauen kann, besteht Weiterlesen

Der Fuchs in der Stadt / Lutz Artmann

Mit der Veränderung der Landschaft durch die industrialisierte Landwirtschaft, Flurbereinigung und Flächenversiegelung ging nicht nur die Vielfalt an Flora und Fauna vielerorts verloren: die immer noch idealisierten ländlichen Räume gleichen mittlerweile nicht selten Agrarwüsten. Zeitgleich fanden und finden erstaunlicherweise immer mehr wilde Tiere ihr Auskommen in der Stadt, darunter auch der Fuchs.

Lutz Artmann geht in seinem Buch dieser Besiedlung der Stadt durch den Fuchs nach, beschreibt Weiterlesen

Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur / Andrea Wulf

Humboldt trug die Daten zusammen, die er brauchte, um die Natur als einheitliches Ganzes zu begreifen. Wenn sie ein Netz des Lebens war, reichte es nicht, sie mit den Augen eines Botanikers, eines Geologen oder einen Zoologen zu betrachten. Er benötigte Informationen von überall, sagte Humboldt, weil „Beobachtungen aus den verschiedenen Erdstrichen miteinander verglichen werden“ müssen. Er trug so viele Ergebnisse zusammen und stellte so viele Fragen, dass einige Leute ihn für dumm hielten, weil er sich nach „Selbstverständlichkeiten“ erkundigte. Einer der Führer berichtete, Humboldts Jackentaschen waren wie die eines kleinen Jungen – vollgestopft mit Pflanzen, Steinen und Papierschnipseln. Nichts war zu klein oder zu unbedeutend, um nicht untersucht zu werden. Alles hatte seinen Platz in dem großen Teppich, den das Leben knüpfte. (S. 125)

Die Bedeutung Alexander von Humboldts für unser heutiges Verständnis der Natur kann gar nicht hoch genug geschätzt werden. Der Kosmopolit Humboldt, der vielleicht einer der letzten Universalgelehrten und zu seiner Zeit weltberühmt und global vernetzt war, ist trotzdem heutzutage weitgehend vergessen. Die 1972 in Indien geborene, in Deutschland aufgewachsene und in Großbritannien lebende Kulturwissenschaftlerin Andrea Wulf legt mit ihrem Buch „Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur“ mehr als eine Biografie vor.

Ihr in fünf Teile gegliedertes Buch folgt den Lebensspuren Humboldts, beleuchtet dabei seine frühe Faszination für Weiterlesen

Sturmwarnung : Das aufregende Leben von Kapitän Schwandt / Jürgen Schwandt. Stefan Kruecken.

In jeder Stunde, in jeder Minute sieht die See anders aus. Sie lebt, sie ist immer anders, mal grün, mal grau, mal strahlend blau, sie kräuselt sich, sie stürmt, sie schmeichelt einem oder sie fordert den Seemann zum Kampf. Der Wind wird ein Freund und kann der Feind sein, ständig wechseln die Formationen der Wolken. Die Natur ist ganz nah, man bewegt sich darin wie ein Elementarteilchen, und jeder, der eine Seele in sich findet, spürt, Teil eines großen Ganzen zu sein. Und er empfindet großen Respekt vor Weiterlesen

Die rote Olivetti: Mein ziemlich wildes Leben zwischen Bielefeld, Havanna und dem Himalaja / Helge Timmerberg

1970. Der 18jährige Helge Timmerberg zieht sich in einer Londoner Wohnung LSD rein, verwandelt im Rausch unzählige Plastikbecher in psychedelische Skulpturen und bricht am Tag darauf aus einer sauber rauchgeschwärzten Bude nach Indien auf. Jimi Hendrix ist in der gleichen Nacht zwei Häuser weiter gestorben – was im weiteren Fortgang der Reise nach Indien nicht ohne Folgen bleibt, glaubt der bedröhnte Timmerberg doch nach der Begegnung mit einem belgischen Ex-Professor und LSD-Adepten bald, das Hendrix Seele in ihm wiedergeboren wurde. Über viele Tausend Kilometer bleibt das so, bis ihm in einem Ashram an den Füßen des Himalaja eine Stimme zuflüstert: „Geh nach Hause und werde Journalist“.

36 Jahre und viele Reportagen und Bücher später legt Timmerberg, dieser furiose Reisereporter mit dem Nimbus des ewigen Hippies, sein Leben Revue passieren in seiner ganzen Bandbreite zwischen den Untiefen des Lokaljournalismus, burlesken Erfahrungen als Veggierestaurantbesitzer, seinen Erfolgen als unkonventioneller Reporter für Weiterlesen