Das Fahrrad : eine Kulturgeschichte / Hans-Erhard Lessing

Wer sich mit der Geschichte des Fahrrads näher befasst, kommt zuweilen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Mittlerweile ist es ja schon fast ein Gemeinplatz, dass die Erfindung der Drais’schen Laufmaschine auch durch die globalen Folgen des Tambora-Ausbruchs von 1815 beeinflusst und befördert wurde. Aber die Geschichte des Fahrrads bietet auch dem interessierten Fahrrad-Enthusiasten einige Überraschungen.

Hans-Erhard Lessing, Physiker und Technikhistoriker, befördert etliche unbekannte oder vergessene Fakten aus der mittlerweile 200jährigen Geschichte des Fahrrads ans Licht. Mag einem in technischer Hinsicht die Verbindung zu Nähmaschinenherstellern in den 1860er Jahren wenig überraschen und vielleicht bereits bekannt sein, dass das Fahrrad nicht unwesentlich die technischen Grundlagen für die Entwicklung des Autos schuf, so verblüfft einen die Erkenntnis, dass und warum sich der erste Boom des Fahrrads im späten 18. Jahrhundert negativ auf Weiterlesen

2 Räder – 200 Jahre : Freiherr von Drais und die Geschichte des Fahrrades / Technoseum Mannheim [Katalog zur Großen Landesausstellung 2016 Baden-Württemberg]

Wer sich intensiver mit der der sich in diesem Jahr zum 200 mal jährenden Geschichte des Fahrrades auseinandersetzen wollte, kam eigentlich an der seit Ende 2016 laufenden Sonderausstellung des Technoseums in Mannheim nicht vorbei. Eine Reise ins Schwabenländle nutze ich daher im März, um mir die entsprechende und überaus sehenswerte Ausstellung anzusehen, die mit etlichen exotischen Exponaten und zum Teil überraschenden Erkenntnissen und Einsichten zur Kultur- und Verkehrsgeschichte des Fahrrades zu glänzen weiß.

Begleitend zur Ausstellung im Technoseum ist auch ein reich illustrierter Katalog erschienen, der nicht nur etliche Exponate aus der Ausstellung aufführt, sondern sehr kundig durch verschiedene mit dem Fahrrad, seiner Technik und seiner Geschichte verbundene Bereiche führt. So wird nicht nur die durchaus komplexe, in Teilen erst in jüngster Vergangenheit erschlossene Physik des Fahrradfahrens erklärt, sondern auch intensiv auf die Weiterlesen

Das Technikbuch: vom Katapult zum Rover Curiosity : 250 Meilensteine in der Geschichte der Technik / Marshall Brain

Mit den ersten einfachen Werkzeugen wie Faustkeil oder Pfeil und Bogen begann die Technik die kulturelle Entwicklung der Menschheit massgeblich und in zunehmendem Maße zu beeinflussen. Gab es vor Beginn unserer Zeitrechnung vereinzelte, aber einflussreiche Entwicklungen wie Beton durch die Griechen oder den Bau der ersten Wasserleitungen durch die Römer, stieg die Zahl der Erfindungen und wesentlichen technischen Entwicklungen nach 1800 drastisch an und beschleunigte sich zusehends.

Marshall Brain, der die in den USA beliebte Webseite Weiterlesen

101 Kultfilme, die Sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist / Steven Jay Schneider

Withnail & I, Grey Gardens oder Performance – Filme, von denen Sie vermutlich bisher ebenso wenig gehört haben wie ich. Aber gerade das macht den besonderen Reiz dieses kleinen, feinen Buches aus, das auf etwas über 400 Seiten unbekannte Filme, B-Movies und schräge cineastische Kostbarkeiten wie Weiterlesen

Bricks : Star Wars Special (Lego sammeln – Lego bauen – Lego kreativ)

Star Wars fasziniert mittlerweile seit vier Jahrzehnten. Seit 1999 gibt es auch eine Verbindung zu Lego: der dänische Spielwarenhersteller mit den tausendfach kombinierbaren Bauklötzchen schloss damals eine mitllerweile verlängerte Vereinbarung mit Lucasfilms und brachte als eines der ersten Modelle u.a. einen X-Wing Fighter auf den Markt. Seither hat Lego die Kinofilme mit etlichen Baukästen und Figuren begleitet. Auch wenn man die im Vergleich zu „normalen“ Baukästen erheblich teureren Star-Wars-Produkte vielleicht Weiterlesen

Der Mann, der einen Baum fällte und alles über Holz lernte / Robert Penn

Jeder dieser Gegenstände sprach für sich vom Geschick und Idealismus der Kunsthandwerker und Handwerker, die sie geschaffen hatten. Das Wissen dieser Menachen deutete auf eine Zeit hin, zu der das Verhältnis zwischen Mensch und Natur noch etwas sensibler und enger war. Gemeinsam sprachen die Gegenstände von der langen und kreativen Beziehung zwischen Menschheit und Esche, von einer Übereinkunft, die sich über Jahrtausende hinweg bewährt hatte und von einer Kultur an die andere weitergegeben worden war. Ich hatte eine Esche gefällt und das Beste aus ihrem Holz gemacht. Was könnte einfacher sein? Es war ein tief befriedigendes Unterfangen gewesen, das mich in einer sich ständig verändernden Welt fest an einem Ort verwurzelt hatte. (S. 247).

Der britische Autor und Journalist Robert Penn, einigen vielleicht bereits bekannt durch seinen fahrradleidenschaftlichen Bestseller „Vom Glück auf zwei Rädern“, lebt mit seiner Familie fern großer Städte in einer waldigen Gegend von Wales, hat zwei Hunde und eine Menge Äxte. Seit zehn Jahren lebt er auf dem Land und hat mit der Zeit auch gelernt, den zum Grundstück gehörigen Wald naturnah zu nutzen und wieder zu einer von Lichtungen durchzogenen, artenreichen Oase zu machen. Er lernt die Arbeit im Wald zu schätzen, die seinen Körper auf besondere Art fordert:

Was mich jedoch am meisten und längsten fesselt, ist die körperliche Aufrichtigkeit des Aktes selbst – einen Klumpen Stahl mit achtzig Stundenkilometern durch die Luft zu schwingen und ihn in einem Holzklotz zu versenken. Wenn ich ein großes, knotiges Stück vom unteren Stamm einer Eiche abschlagen will, die Schneide der Axt zurückprallt und nur eine kaum sichtbare Kerbe hinterlässt, flutet der gescheiterte Versuch über den Axtstiel aus Eschenholz in meine Arme bi sind meine Schultern hinein zurück. Dann spüre ich die Kraft eines Baumes, der sich dem Willen unzähliger Stürme widersetzt hat. Durchdringt die Axt andererseits die Oberfläche eines Eschenblocks, fahren die Wangen des Axtkörpers durch die Spalte im Holz wie Wasser, das an Felsen brandet, und fallen zu beiden Seiten des Hackklotzes zwei cremig weiße Holzstücke hinunter – dann wird mein ganzer Körper von dem unvergleichlichen Gefühl erfüllt, etwas vollbracht zu haben. […] Als scheinbare banale Alltagstätigkeit ist das Hacken von Eschenholz einfach unschlagbar. (S. 55-56)

Als er im Laufe der Jahre auch Eschen freischneidet und ihren Wuchs bewundert, erinnert er sich Weiterlesen

Neues von vorgestern : die ganze Geschichte der alltäglichen Dinge / Greg Jenner

Wie üblich bei uns Menschen bilden wir uns ja ungeheuer viel ein auf unsere Gegenwart und schauen gerne abschätzig auf vergangene Zeiten. Schliesslich schlafen wir in einem eigenen Bett, haben eine Toilette mit Spülung, einen Wecker, ausgefeilte Frühstücksgewohnheiten, eine warme Dusche und ein Haustier, netzwerken munter mit unseren Freunden und Bekannten, kleiden uns aufwändig und geben Partys, nach denen wir uns ausgiebig die Zähne putzen – bevor es wieder ins Bett geht. Bei genauerer Betrachtung mag zwar die Art der Ausführung alltäglicher Gewohnheiten sehr modern sein. Tatsächlich aber gehören viele Abläufe, die unseren Tag gliedern, schon sehr lange zum Menschsein dazu und haben sich lediglich technisch den jeweiligen Zeitläuften angepasst.

Greg Jenner, ein britischer Historiker und Comedian, führt uns am Beispiel eines typischen zeitgenössischen Samstages durch die Geschichte ganz alltäglicher Gegenstände und Gewohnheiten und weist auf ausgesprochen humorvolle Weise nach, dass grundlegende Gewohnheiten und Bedürfnisse des Menschen schon immer Weiterlesen