Leolo / Regie u. Drehb.: Jean-Claude Lauzon. Darst.: Maxime Collin, Ginette Reno, Julien Guiomar, Pierre Bourgault (…)

Weil ich träume bin ich nicht.
Denn wenn ich träume bin ich nicht verrückt.
Weil ich mich meinen Träumen überlasse in der Nacht.
Bevor mich der Tag empfängt.
Weil ich nicht liebe.
Weil ich Angst habe zu lieben.
Ich träume nicht mehr.
Ich träume nicht mehr.“. (Filmzitat)

Montreal. Der 14jährige Leo Lauzon lebt mit seiner Familie in armen, beengten und bedrückenden Verhältnissen, umgeben von Gewalt, sinnlos erscheinendem Alltag und offenbar wahnsinnigen Verwandten. Leo mag sich nicht an das Erwachsenenleben gewöhnen und flüchtet in die Fantasie, in Tagträume: er stellt sich vor, nicht von seinem Vater gezeugt worden zu sein, sondern durch Weiterlesen

Das Duell / Regie: Kieran Darcy-Smith. Darst.: Darsteller: Liam Hemsworth, Emory Cohen, Woody Harrelson, Alice Braga […]

Texas, 1887. An den Ufern des Rio Grande werden immer wieder Leichen angespült. Der Gouverneur beauftragt den Jungen Ranger David Kingston mit der Aufklärung der Morde. Er soll sich unter falschem Namen in die grenznahe Stadt Mount Hermon begeben, in der Abraham Brant, der „Prediger“, ein hartes Regiment führt. Gegen seinen Willen schließt sich ihm auch seine mexikanische Frau Marisol an. Kingston weiß, dass die Aufgabe nicht leicht wird: er hat den Prediger zuletzt als Weiterlesen

Antonias Welt / Regie und Drehb.: Marleen Gorris. Darst.: Willeke van Ammelrooy, Els Dottermans, Dora van der Groen […].

Ein Dorf in den Niederlanden nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Antonia kehrt mit fast vierzig Jahren zusammen mit ihrer Tochter Danielle nach zwanzig Jahren Anwesenheit zurück in ihre Heimat, um ihre Mutter zu beerdigen, die nicht ohne zahllose Flüche auf ihren Ehemann verstorben ist. Im Dorf löst Antonias Rückkehr Unmut und Sticheleien aus, da sie als „schwarzes Schaf“ betrachtet wird. Doch die mutige, selbständige, ganz und gar nicht gottesfürchtige , redegewandte Antonia lässt sich davon nicht beirren, baut sich mit ihrer Tochter eine neue Existenz in einem rosa Haus auf dem Hof aus und beginnt, das Land wieder zu bewirtschaften. Nur die alten Freundschaften zu Russin Olga und zu „Krummer Finger“, einem intellektuellen Eigenbrötler, lässt sie wieder aufleben.

Der grossgewachsene, zurückgebliebene Lippen Willem und die geistig behinderte Desireé finden Zuflucht und ein Auskommen auf Antonias Hof und bald auch zueinander. Antonia selbst wendet sich Sebastien zu, einem verwitweten, von allen gemiedenen Bauern mit fünf Söhnen. Und Danielle, erwachsen geworden und künstlerischen Begabungen nachgehend, möchte Mutter werden, ohne mit einem Mann zusammen zu sein und sucht sich gezielt in der Stadt einen Vater für ein Kind: sie wird schwanger mit der kleinen Thérèse. Antonia nimmt die schwangere Letta mit ihren zwei Kindern auf, die sich in einen aus der Kirche ausgetretenen Kaplan verliebt und mit ihm aus lauter Begeisterung für das Schwangersein jedes Jahr ein Kind zeugt. So füllt sich der Hof mehr und mehr, sitzen immer mehr Menschen um Antonias Tisch, bevölkern Antonias Welt mit Leben und Liebe.

Doch als sein Vater Sebastien stirbt, kommt Pitte, der älteste Sohn, und fordert seinen Anteil an dem mittlerweile äußerst einträchtigen Hof. Es kommt zum Konflikt …

„Antonias Welt“ bekam 1996 zu Recht den Oscar als bester ausländischer Film. Er erzählt die Geschichte einer starken, selbständigen Frau, die sich in einer von Männern dominierten Welt mit Worten und Taten durchzusetzen versteht, für die Gerechtigkeit und Solidarität einzutreten bereit ist und dabei nicht und niemanden zu fürchten scheint.

Ein kraftvoller Film über eine (Wahl)familie, bevölkert mit starken, zum Teil exzentrischen, skurrilen Figuren, der zwar von starken Frauen und der Kritik an männlichem Machogehabe dominiert wird, dabei aber nie in Klischees verfällt. Eine melancholischer, dramatischer Film und zugleich eine Komödie – unbedingt sehenswert, immer wieder.

Nói Albínói / Regie: Dagur Kári. Darst.: Tómas Lemarquis, Thrõsthur Leó Gunnarsson, Elín Hansdóttir, Anna Fridriksdóttir

Island im Winter in einem abgelegenen Dorf. Nói , 17 Jahre, ist Aussenseiter: ein Albino, aufgrund einer Krankheit ohne Haare. Er lebt bei seiner wortkargen Großmutter. Sein alkoholsüchtiger, heruntergekommener Vater arbeitet als Taxifahrer.

Nói schwänzt die Schule, lässt aber den Unterricht durch einen Freund mit dem Tonbandgerät aufzeichnen. Er will Anwalt werden und liest heimlich juristische Bücher. Ansonsten treibt er sich in der Gegend herum, schiesst auf Eiszapfen oder manipuliert das Glückspielgerät an der Tankstelle, um sich von dem gewonnenen Geld Malzbier zu kaufen. Sein Leben treibt ohne Aussicht auf Veränderung hoffnungslos vor sich hin.

Da beginnt die gleichaltrige Iris in der Tankstelle zu arbeiten. Der schüchterne Nói Weiterlesen

Virgin Mountain (Orig.: Fúsi) / Regie: Dagur Kári. Darst.: Gunnar Jónsson, Ilmur Kristjánsdóttir, Sigurjón Kjartansson […]

Fúsi ist Mitte Vierzig, extrem übergewichtig, wortkarg und lebt noch bei seiner Mutter. Er, arbeitet als Gepäckpacker auf dem Flughafen von Reykjavik, nimmt nie Urlaub und war auch noch nie auf Reisen. Von seinen Kollegen wird er wegen seiner Statur und seiner Unerfahrenheit mit Frauen gemobbt und verbringt seine Freizeit mit dem Nachstellen von Weltkriegsschlachten im Modell, mal allein, mal mit seinem einzigen Freund. Eine Freundin hatte der gutmütige Fúsi Weiterlesen

Zafir – Der schwarze Hengst / Regie: Marlene Vilstrup. Darst.: Rose Marie Hermannsen ; Katrine Schnoor [u.a.]

Dänemark. Annas Schwester ist vor einem Jahr bei einem Unfall mit ihrem Pferd Zafir gestorben. Annas Eltern verbieten ihr, das Pferd zu reiten, obwohl Anna Zafir über alles liebt. sie haben Angst, dass Anna etwas passieren könnte und halten Zafir für ein gefährliches Tier. Doch dann kommt Sharbat, ein Flüchtlingskind, das Weiterlesen

Wie Brüder im Wind / Regie: Gerardo Olivares, Otmar Penker. Darst.: Manuel Camacho, Tobias Moretti, Jean Reno.

Alpenrand, 1960er Jahre. Der zwölfjährige Lukas spricht schon seit einer Weile nicht mehr mit seinem Vater, dem rauhen Bergbauern Keller. Beide leben und arbeiten nebeneinander her in der Bergeinsamkeit.

Als Lukas in der Nähe einer Felswand ein Steinadlerküken findet, das von seinem Adlerbruder außen Nest gestoßen wurde, versteckt er ihn in ihrer alten, niedergebrannten Hütte vor seinem Vater, der Weiterlesen