El Olivo – Der Olivenbaum / Regie: Icíar Bollaín. Drehb.: Paul Laverty. Schauspieler: Anna Castillo, Javier Gutiérrez, Pep Ambròs […]

Während der Finanzkrise sah sich mancher spanische Olivenbauer gezwungen, ale Bäume ins Ausland an solvente Firmen zu verkaufen. So ging es auch der Familie der jungen Anna: auf Betreiben ihres Vaters verkauften sie für 30.000 € gegen den Widerstand von Ramón, Annas Großvater, den fast 2000 Jahre alten knorrigen Olivenbaum, auf dem Anna schon als Kind gespielt hat. Seitdem schlägt sich die Familie, die in ein später Plete gegangenen Restaurant investiert hatte und weiterhin Olivenanbau betreibt, zusätzlich mühsam mit Einnahmen aus der Massenaufzucht von Hühnern durch. Anna ist mit ihrem Vater zerstritten, Annas Onkel Alcachofa hat nicht nur seine Spedition veroren, sondern auch seine Frau Estrella. Ramón selbst, der Patriarch der Familie, spricht nicht mehr, seit der Olivenbaum verkauft wurde.

Anna ist der festen Überzeugung, dass der Verkauf des Baumes am Unglück ihrer Familie schuld ist. Als es Ramón immer schlechter geht, fasst Anna einen Entschluss: sie will Weiterlesen

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Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück / Regie: Matt Ross. Darst.: Viggo Mortensen, Steve Zahn, Frank Langella (u.a.)

Vor Jahren sind Ben und Leslie, zutiefst deprimiert vom American Way of Life und dem Kapitalismus, in die abgelegene Wildnis im Nordwesten der USA gezogen, wo sie ihren sechs Kindern mittels hartem mentalem und körperlichem Training, Philosophie und den Idealen linker Politik auf das Leben vorbereiten: täglich wird hart im Wald das Überleben trainiert, Yoga gemacht, meditiert und im Heimunterricht schulisches Wissen vermittelt. Statt Weihnachten gibt es den Noam-Chomsky-Day, Tiere werden selbst erlegt, die Bill of Rights auswendig gelernt. Man diskutiert über Marxismus und redet auch vor den Kindern offen über Sexualität.

Als Leslie, die an einer bipolaren Störung leidet und bereits seit einigen Monaten Weiterlesen

Nói Albínói / Regie: Dagur Kári. Darst.: Tómas Lemarquis, Thrõsthur Leó Gunnarsson, Elín Hansdóttir, Anna Fridriksdóttir

Island im Winter in einem abgelegenen Dorf. Nói , 17 Jahre, ist Aussenseiter: ein Albino, aufgrund einer Krankheit ohne Haare. Er lebt bei seiner wortkargen Großmutter. Sein alkoholsüchtiger, heruntergekommener Vater arbeitet als Taxifahrer.

Nói schwänzt die Schule, lässt aber den Unterricht durch einen Freund mit dem Tonbandgerät aufzeichnen. Er will Anwalt werden und liest heimlich juristische Bücher. Ansonsten treibt er sich in der Gegend herum, schiesst auf Eiszapfen oder manipuliert das Glückspielgerät an der Tankstelle, um sich von dem gewonnenen Geld Malzbier zu kaufen. Sein Leben treibt ohne Aussicht auf Veränderung hoffnungslos vor sich hin.

Da beginnt die gleichaltrige Iris in der Tankstelle zu arbeiten. Der schüchterne Nói Weiterlesen

Toni Erdmann / Regie: Maren Ade. Darst.: Peter Simonischek ; Sandra Hüller ; Michael Wittenborn ; Thomas Loibl (…)

Es gibt Filme, die so tief reichen, dass man einige Tage braucht, um ihre Nachwirkung in Worte fassen zu können. „Toni Erdmann“, der für den Oscar in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ nominierte Film von Maren Ade, zählt zu diesen Filmen, die ihre Vielschichtigkeit erst in der Rückschau in Gänze entfalten.

Winfried Conradi ist ein pensionierter, einst in den 1960er Jahren studentenbewegter Musiklehrer, der allein mit seinem Hund lebt, einen schrägen Humor und ein großes Herz besitzt. Er lebt in einem mit Erinnerungen vollgestopften Haus, ein wenig weltfremd und in der Routine seines Alltags gefangen. Seine als Unternehmensberaterin erfolgreiche und derzeit von ihrer Firma „Morrison“ in Rumänien eingesetzte Tochter Ines sieht er selten und die Entfremdung zwischen den beiden ist auf einem Familientreffen deutlich spürbar: Ines, vollkommen unpolitisch, ist permament mit ihrer Selbstoptimierung beschäftigt und der möglichst perfekten Performance, wenn sie – wie in Rumänien – Menschen als Humankapital outsourcen soll. Entsprechend distanziert begegnet die komplett in der auf Effizienz und inhumanem Ressourcendenken ausgelegten Firmenkultur der Unternehmensberatung aufgehende Tochter ihrem empfindsamen Vater.

Als der Hund stirbt, beschliesst Winfried, seine Tochter in Bukarest zu besuchen. Ines nimmt ihn mit auf einen Empfang, bei dem auch ihr Auftraggeber Henneberg anwesend ist, für den sie eine Wartungsabteilung kostengünstiger organisieren soll. Ines ist fassungslos, dass Henneberg den skurillen Humor von Winfried offensichtlich schätzt und diesen in einen Club einlädt, in dem der Abend fortgesetzt werden soll. Nach wenigen Tagen Weiterlesen

Ich bin tot, macht was draus! / Regie & Drehb.: Guillaume Malandrin (u.a.). Darst.: Bouli Lanners, Wim Willaert, LyAes Salem (u.a.)

„Das ist gekocht, das kann nicht schlecht werden!“

Bisher spielte die belgische Altherrenband „Grand Ours“ vor allem in Clubs. Doch nun soll es endlich losgehen, denn die erste US-Tournee steht bevor. Doch kurz vor der Abreise stirbt unter bizarren Umständen der kettenrauchende Sänger Jipé. Echte Rocker kann das natürlich nicht abhalten: so entführen die graubärtigen Gitarristen Yvan und Wim kurzerhand Jipés Urne, füllen die Asche in einen Plastikeimer um und Weiterlesen

The Lady In The Van / Regie: Nicholas Hynter. Drehb.: Alan Bennett. Darst.: Maggie Smith, Alex Jennings […]

Der Schriftsteller Alan Bennett kauft ein kleines Haus in Camden, einem Bezirk von London. London. Dort begegnet er Miss Sheperd, einer obdachlosen Frau, die in einem Verbeulten Lieferwagen lebt, den sie von Zeit zu Zeit in eine andere Straße versetzt. Bennett hilft ihr, den Wagen anzuschieben, als dieser wie so oft nicht anspringt. Aufmerksam geworden auf die eigenbrötlische Frau, deren Fahrzeug niemand so recht vor seiner Haustür stehen haben will, bietet er ihr eines Tages an, vorübergehend in der Auffahrt zu seinem Haus zu parken.

Einmal angekommen, färbt der Verfall des Fahrzeugs und seiner Bewohnerin zwangsläufig Weiterlesen

Virgin Mountain (Orig.: Fúsi) / Regie: Dagur Kári. Darst.: Gunnar Jónsson, Ilmur Kristjánsdóttir, Sigurjón Kjartansson […]

Fúsi ist Mitte Vierzig, extrem übergewichtig, wortkarg und lebt noch bei seiner Mutter. Er, arbeitet als Gepäckpacker auf dem Flughafen von Reykjavik, nimmt nie Urlaub und war auch noch nie auf Reisen. Von seinen Kollegen wird er wegen seiner Statur und seiner Unerfahrenheit mit Frauen gemobbt und verbringt seine Freizeit mit dem Nachstellen von Weltkriegsschlachten im Modell, mal allein, mal mit seinem einzigen Freund. Eine Freundin hatte der gutmütige Fúsi Weiterlesen