Epitaph / Moriarty

Natürlich ist es mal wieder peinlich. Da existiert eine Band seit mehr als zwanzig Jahren und ich entdecke sie erst jetzt. Andererseits habe ich vor zwanzig Jahren auch deutlich andere Musik gehört, so dass es wohl verzeihlich sein mag, wenn ich Moriarty erst jetzt entdecke. Nach dieser Entdeckung hoffe ich aber nun in Anbetracht des aktuellen Albumtitels „Epitaph“ (Grabesinschrift) natürlich, dass der Albumtitel nicht wörtlich gemeint ist und man weitere Musik dieser multikulturellen franco-amerikanischen Band mit ihrem breiten instrumentalen und musikalischen Spektrum erwarten darf.

Begründen lässt sich diese Hoffnung allein schon aufgrund der Qualität dieses Albums: „Epitaph“ erwischt einen faktisch von der ersten Note an. Die Multiinstrumentalisten um Sängerin Rosemary Standley, die sich nach einer Romanfigur aus Jack Kerouacs „Unterwegs“ zum Bandnamen inspirieren liessen, fesseln einen bereits vom ersten Song an. Ein Album voller Weiterlesen

Better Than Home / Beth Hart

Eine rauhe, kernig-markante Stimme, die nach Whiskey und vielen Zigaretten klingt und Janis Joplin erinnert: Beth Hart hat nicht zufällig Joplin in dem Musical „Love, Janis“ verkörpert. Und wie die Bluesroc-Ikone hat auch die 1972 geborene Musikerin einiges hinter sich: insbesondere die späten 1990er und frühen 2000er Jahre sind gekennzeichnet durch Alkohol- und Drogenmißbrauch, der ihr körperlich zu schaffen macht und die Künstlerin in Verbindung mit Liebespech und Selbstzweifeln in die Krise stürzen.

Doch jede Krise birgt auch immer kreatives Potential. Hart tauchte bereits 2003 nach dem Entzug wieder auf, um etliche Erfahrungen und Tätowierungen reicher, verarbeitete ihre Krise in dem Album „Leave The Light On“ und kam damit nicht nur in den USA, sondern auch in Teilen Europas gut an. Weitere Alben sowie Kooperationen unter anderem mit Joe Bonamassa (Don’t Explain und Seesaw) folgen.

Mit „Better Than Home“ scheint sie die alten Dämonen Weiterlesen

Muddy Wolf At Red Rocks / Joe Bonamassa

Joe Bonamassa, der schon als 12jähriger mit B.B. King auf der Bühne stand, ist einer der besten Blues-Gitarristen der Gegenwart. In einer Zeit, in der Blues von den Medien eher als musikalische Randerscheinung wahrgenommen wird, zeigt er regelmäßig und in verschiedenen Kooperationen und Projekten, wie lebendig und zeitgemäß der Blues immer noch ist. Seine Stiftung „Keeping The
Blues Alive“ hat sich zum Ziel gesetzt, den Blues zu erhalten und unterstützt Schüler und Schulen.

Muddy Waters und Howlin‘ Wolf gehören zum Blues-Urgestein – und Joe Bonamassa setzt Weiterlesen

Too Many Roads / Thorbjørn Risager & The Black Tornado

Da legt man sich nichtsahnend Musik aufs Ohr von einer Band, die einem bisher völlig unbekannt war, wird sofort von der Musik mitgerissen und ist nachher verblüfft, dass es eben diese Band schon seit Jahren gibt und die nicht ihr erstes Album ist. Sie kennen das!

Zuletzt erging mir das vor ein paar Tagen mit Weiterlesen

Angus & Julia Stone / Angus Stone ; Julia Stone

If I ever, ever did stray
Would you come back
Come back to me?
But you can’t follow a dog home
No you can’t call a dog home
If you don’t know his name

Just as long as you gon‘ get home
You get home
Just as long as you gon‘ get home
You get home

(Aus dem Lied: Get Home)

In Australien sind die Geschwister Angus & Julia Stone bereits recht bekannt. Bereits 2011 gingen sie auf Europatournee, unterliefen aber sträflicherweise mein damals von anderen Dingen okkupiertes musikalisches Radar. Bis jetzt.

Mit „Angus & Julia Stone“ legen sie ihr mittlerweile sechstes Album vor und trafen mich mit dem Zauber Weiterlesen

Heart of Memphis / Robin McKelle & The Flytones

Die 38jährige Robin McKelle, die in der 2000er Jahren mit Bigband-Jazz und später mit Jazz und Soul-Jazz erste Erfolge hatte und bereits früh mit Sarah Vaughn und Ella Fitzgerald verglichen wurde, war bisher an meiner Ohrschnittstelle völlig vorbeigegangen. Mit dem 2014er Album „Heart of Memphis“, das menühaft in „Apetizers“, „Main Course“ und „Desserts“ gegliedert ist, geriet sie nun endlich spät, aber nicht zu spät auch auf mein Medienradar: was für eine ohrkulinarische Entdeckung!

Das Album, dass bis auf zwei Coverversionen („Please don’t let me be misunderstood“ und „Forgetting you“) aus eigenen Songs besteht, widmet sich ganz dem Weiterlesen

For In My Way It Lies / Jesper Munk

For in my way it lies’ heißt so viel wie ‘for he’s in my way’. Macbeth bezieht diese Aussage auf Malcom, die Hürde, die er nehmen muss, um König zu werden. Ich fand die Wortästhetik sehr schön und die Bedeutung der Hürde passt gut zu der Lage, in der man sich mit 20 Jahren befindet. Ich meine damit die Hindernisse, die man beim Werden überwinden muss. Ich habe das Zitat zuerst in den Song ‘The Everlasting Good’ eingebaut, welcher für eine sehr besondere Frau und Shakespeare-Liebhaberin geschrieben wurde, dann wurde der Titel des Albums daraus.(Jesper Munk. Quelle: Kultmucke, Seitenaufruf am 24.9.2013)

Superlative wie „Einzigartige Neuentdeckung“ oder lassen mich ja immer ein wenig skeptisch werden und auch das Label „ehemaliger Straßenmusiker“ muss nicht unbedingt der Ausweis für außergewöhnliche, mitreissende Musik sein, sondern kann auch für schrecklichstes U-Bahn-Klampfgeschrammel stehen: dafür gibt es zuviele hochgepushte One-Hit-Wonder, zuviel Popstars-Sternchen und Superstaraspiranten, zuviele Wunderkinder, deren Lieder dünn und wenig überzeugend aus den Lautsprechern zirpen und wenig mehr hinterlassen als ein Rauschen im Ohr.

Mit dieser Haltung im Kopf fällt mein Blick auf das künstlich angeranzte CD-Cover von Weiterlesen