My Head Is An Animal / Of Monsters and Men

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We are far from home / but we’re so happy / we came here on his back / and we caught your eye / the salty ocean wind / made the seagulls cry („From Finner“, Of Monsters an Men)

Immer mal wieder begegnet einem eine Band, deren Songs direkt in den Bauch gehen: so geht es mir auch mit dem ersten Album der isländischen Band Of Monsters and Men. Die Band gewann 2010 den isländischen Bandwettbewerb Músiktilraunir und wird bei Auftritten und auch auf dieser zuerst 2011 in Island und jetzt endlich auch in Deutschland vorgelegten CD gelegentlich von der Trompeterin Ragnhildur Gunnarsdóttir unterstützt.

Mit „My head is an animal“ legt die Band ein furioses Debüt vor, dass einen sofort an die wunderbare, schon fast legendäre kanadische Rockband Weiterlesen

Lieder von Liebe und Tod / Bobo

Ein Album mit deutschen Volksliedern und vertonten klassischen und romantischen Gedichten weckt nicht unebdingt hohe Erwartungen: viele Volkslieder kennt man in den unterschiedlichsten klassischen Interpretationen. Auch das vertonte Gedicht lässt einen zunächst eher an die klassisch-strenge, von zumeist zeitgenössischer Musik inspirierte und umspielte Variante denken.
Bobo (In White Wooden Houses) alias Christiane Bobolina Hebold, der ausgewiesene Theatermusiker Sebastian Herzfeld (präpariertes Klavier) und Annette Kaftan (Saxophon und Bassklarinette) wagen mit „Lieder von Liebe und Tod“ eine Neuinterpreation, die gekennzeichnet ist von extrem Weiterlesen

The Something Rain / Tindersticks

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„At the albums heart lies the memory of the people we have lost in these last two years, but we were in no mood to be maudlin. It’s to them. But it’s for us. We are still drinking, laughing, crying, fighting, fucking, making our music. They wouldn’t have wanted it any other way.“ (Tindersticks-Frontmann Stuart A. Staples zu „The Something Rain“)
Es gibt Musikalben, deren Songs Geschichten erzählen, denen man wieder und wieder zuhört, als wären sie der Soundtrack zu einem Film, der vor dem inneren Auge abläuft, während man den Songtexten lauscht, getragen vom Klang der Musik.
Mit „The Something Rain“ ist der mittlerweile gut zwanzig Jahre alten britischen Independent-Band Tindersticks ein solches Album gelungen. Stuart A. Staples warme, rauhe Weiterlesen

La Grande / Laura Gibson


La Grande ist eine Stadt in Orgegon, USA, an der man „normalerweise vorbeifährt“. Für die Singer-/Songwriterin Laura Gibson, die dem Alternative Country zuzuordnen ist und deren Musik starke Einflüsse aus Delta Blues, Jazz und Appalachian Folk anzumerken sind, ist dort aber eine eigenartige Energie zu spüren, weshalb sie ihrem aktuellen Album den Namen dieser Stadt gab.
Beginnend mit der wundervollen titelgebenden Hymne, fährt sie fort mit dem ausgesprochen soulig-zärtlichen „Milk-Heavy, Pollen-Eyed“, nach dessen akustischem Genuss der Hörer dem Album nicht mehr entrinnen kann. Die fragile, vom Weiterlesen

Life is sweet! Nice to meet you! / Lightspeed Champion

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Es dauert ja immer, bis ich meine CD-Stapel durchgehört habe … und so habe ich mir das im Februar 2010 erschienene zweite Album „Life is sweet! Nice to meet you!“ von Lightspeed Champion alias Devonté Hynes erst heute am Neujahrstag beim Rennen um den Zoo über die Ohrschnittstelle ins Hirn geladen – und war begeistert von der Virtuosität des 1985 in Houston, Texas geborenen und in England aufgewachsenen Sängers und Songschreibers, der von Kreativität geradezu überzuschäumen scheint. Da werden gerne mal instrumentale Zwischenspiele eingeschoben oder es wird eine geradezu klassische Klavieretüde zelebriert, da gibt es wunderbaren melancholisch-pathetischen Kammerpop wie in „Smooth day (at the library)“ mit traurigen Weiterlesen

Swanlights / Anthony and the Johnsons

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Nach dem dunkel-melancholischen, introvertierten The crying light legen Anthony and the Johnsons ein weiteres Album mit wundervollem Kammerpop vor, dem die volle Aufmerksamkeit des Ohres zu schenken sich in jeder Hinsicht lohnt. War „The crying light“ ausgesprochen zurückhalten arrangiert, lässt sich das Ausnahmetalent Anthony Hegarty diesmal von geradezu üppigen Instrumentierungen mit Streichern, Gitarrensoli, ja Bläsern begleiten. Und wieder springt der Weiterlesen

Postmarks: Memoirs at the end of the world

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Man legt die Postmarks in den CD-Spieler und wird abrupt in eine andere Zeit versetzt, eine Zeit, die zu lange zurückliegt, um sie bewusst erlebt zu haben (jedenfalls ich): gemeint sind die 60er Jahre, an deren Musik, insbesondere Filmmusik der Stil der Weiterlesen