2:33 / Philipp Dittberner

Das ist dein Leben, das ist wie du lebst.
Warum du liebst und lachst und dich selbst nicht so verstehst.
Warum du dir wieder so fremd bist, in einer doch so hellen Zeit.
Warum du den wieder vermisst, der dich sicher nicht befreit.
Ja genau, das ist dein Leben; das ist wie du lebst.
Warum wir manchmal fliegen; nichtmal wissen wie es geht.
Und wir immer wieder aufstehen und anfangen zu gehen.
Ja genau, das ist dein Leben und du wirst es nie verstehen.

(Aus: Philipp Dittberner, „Das ist Dein Leben“)

Ein ganzes Album voller Lieder über Liebe und Trennung, Sehnsucht und Schmerz. Das kann ganz fürchterlich in die Hose gehen und die Ohrschnittstelle drastisch mit Schmalz überlasten. Das kann aber auch so wunderbar werden wie das Debütalbum von Philipp Dittberner: fein arrangierte, zum Teil sehr Weiterlesen

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Didn’t He Ramble / Glen Hansard

Bisher kannte ich Glen Hansard nur als Hauptdarsteller aus „Once“ von John Carney – und ich wusste, dass er Musik zu „Can A Song Save Your Live“ beigetragen hatte. Mit „Didn’t He Ramble“ legt der Sänger von The Frames sein zweites Soloalbum vor. Wer je gelaubt hat, es gäbe mittlerweile genug Singer und Songwriter, wer denkt, da gäbe es nichts Neues, Besonderes mehr – der hat sich getäuscht. Hansard bezaubert mit einem ganz eigenen Klang.

Seine stark akustisch geprägte Musik ist ebenso Weiterlesen

Flüssiges Glück / Enno Bunger

Wieder einmal gilt es hier Musik vorzustellen, die unverzeihlicherweise bisher komplett an meinem Ohr vorbeigegangen ist. Trotzdem der Künstler, den es hier zu würdigen gilt, seinen Lebensmittelpunkt derzeit in meiner Heimatstadt Hamburg hat.

Nun könnte man mir natürlich daraus den Vorwurf machen, aufgrund sentimentaler Verblendung das aktuelle Album „Flüssiges Glück“ hier – wie bereits jetzt anzukündigen ist, in höchsten Tönen zu loben: schliesslich findet sich auf dem Album eine etwa zehnminütige melancholische Liebeserklärung an Weiterlesen

I Awake / Sarah Blasko

Es ist verhext: kaum entdecke ich eine Musikerin oder einen Musiker, hat er oder sie gerade einen Auftritt in Hamburg. So ging es mir weiland mit Sarah Blasko, deren Album „I Awake“ ich hier endlich vorstellen möchte.

Die 1976 geborene australische Musikerin scheint hierzulande noch wenig bekannt, was erstaunlich ist, hat sie doch vor bereits 11 Jahren ihr erstes Album veröffentlicht und damals bereits einige Aufmerksamkeit zumindest in englischsprachigen Ländern erzielen können: in ihrer Heimat Australien gehört sie zu den bekannten Musikern. „I Awake“ ist ihr viertes Studio-Album und mein Einstieg in die musikalische Welt der Sängerin und Songwriterin.

Das mit dem Bulgarischen Staatsorchester aufgenommene und deshalb Weiterlesen

Tracker / Mark Knopfler

Manche Musik erobert einen im Sturm, für andere wiederum braucht man Zeit und Muße, damit man offen genug für sie ist. Nimmt man sich diese Zeit, stellt man plötzlich fest, dass sich die so völlig unspektakuläre Musik sich einem langsam und unterschwellig l ins Herz vorgearbeitet hat. So erging es mir mit „Tracker“, dem achten Soloalbum von Mark Knopfler, der sich bereits auf „Privateering“ gelegentlich dem Blues ergab.

„Tracker“ kommt noch intimer herüber als das vorige Album: wieder bedient sich Knopfler Weiterlesen

We’re Not the Ones We Thought We Were / Alin Coen Band

Seit ich nicht mehr Samstags mit dem Auto zur Arbeit fahre, entdecke ich manche Musik ja erst mit erheblicher Verzögerung, da der heimische CD-Spieler von Teufelskicker & Co. beherrscht wird und im Regionalexpress und der U-Bahn das Buch mein bevorzugter Begleiter ist. So ging es mir auch mit der Alin Coen Band und ihrem dritten Album „We’re Not the Ones We Thought We Were“, das erst vor kurzem den Weg in meine Ohren fand.

Mit dem zurückhalten vorgetragegen, von dazugesampelten Geräuschen und Klängen unterstützen Song Weiterlesen

Wo soll ich suchen / Dota und die Stadtpiraten

Und bei Gewitter geh ich nicht baden.
Und bei Sturm schwimm ich nicht zu weit raus.
Und meide die Eichen und finde
den anderen unter den Gleichen.

Wo soll ich dich suchen? Wo soll ich dich suchen?

Da wo die feinen Bläschen aufsteigen?
Da wo die Vögel plötzlich aufgeflogen sind?
Da wo die Weiden sich übers Wasser neigen?
In den Wellentälern bei Wind?
Da wo der Wald am allertiefsten ist am Steilhang?
Beim südlichen Weg zu der Burg?
Am Himmelsstrand auf meinem Badetuch im warmen Gras?

Wo soll ich dich suchen?

Es gibt sie zum Glück immer wieder: Musik, die man fast beiläufig entdeckt in der ganzen Fülle dessen, was es heute so an Musik gibt, sich zunächst ohne große Erwartungen anhört, um dann überrascht innezuhalten und nach dem ersten Durchgang noch einmal genauer hinzuhören, Details zu entdecken, tiefer zu geniessen und sich zu freuen, dass man ganz offensichtlich auf eine musikalische Perle gestoßen ist – vielleicht gar eine, in denen ein feines lyrisches Ich durch sorgfältig gemachte Texte schimmert und einen nahezu direkt anzusprechen scheint. Wenn mir das passiert, neige ich ja bekanntermaßen zu akustischen Exzessen und das entsprechende Album wird zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit über die Ohrschnittstelle konsumiert.

So ging es mir auch mit dem Album „Wo soll ich suchen“ von Weiterlesen