El Olivo – Der Olivenbaum / Regie: Icíar Bollaín. Drehb.: Paul Laverty. Schauspieler: Anna Castillo, Javier Gutiérrez, Pep Ambròs […]

Während der Finanzkrise sah sich mancher spanische Olivenbauer gezwungen, ale Bäume ins Ausland an solvente Firmen zu verkaufen. So ging es auch der Familie der jungen Anna: auf Betreiben ihres Vaters verkauften sie für 30.000 € gegen den Widerstand von Ramón, Annas Großvater, den fast 2000 Jahre alten knorrigen Olivenbaum, auf dem Anna schon als Kind gespielt hat. Seitdem schlägt sich die Familie, die in ein später Plete gegangenen Restaurant investiert hatte und weiterhin Olivenanbau betreibt, zusätzlich mühsam mit Einnahmen aus der Massenaufzucht von Hühnern durch. Anna ist mit ihrem Vater zerstritten, Annas Onkel Alcachofa hat nicht nur seine Spedition veroren, sondern auch seine Frau Estrella. Ramón selbst, der Patriarch der Familie, spricht nicht mehr, seit der Olivenbaum verkauft wurde.

Anna ist der festen Überzeugung, dass der Verkauf des Baumes am Unglück ihrer Familie schuld ist. Als es Ramón immer schlechter geht, fasst Anna einen Entschluss: sie will Weiterlesen

Deutschlands wilde Wölfe / Axel Gomille

Vor über hundert Jahren wurden die letzten Wölfe in Deutschland erlegt. Bis in die 1990er Jahre tauchten die faszinierenden Raubtiere nur noch selten in unseren durch die Agrarindustrie durchstrukturierten Landschaften auf. Wenn überhaupt, gab es Wölfe allenfalls in Zoos und Wildparks zu sehen, wo sie aufgrund der räumlichen Enge ein zum Teil vollkommen anderes Sozialverhalten an den Tag legen als in freier Wildbahn. Doch um das Jahr 2000 herum begann sich das zu ändern: Wölfe wanderten aus dem Osten zu, erster Nachwuchs stellte sich ein.

Heute leben in Deutschland etwa 31 Wolfsrudel, acht Paare und dazu ein paar Einzelgänger: insgesamt vermutlich über 300 Tiere. Insgesamt wäre in Deutschland Lebensraum genug für etwa 440 Wolfrudel. Sofern man sie lässt und ihnen geeignete Gebiete nicht streitig macht, können Wölfe recht unauffällig neben uns Menschen leben. Der Fotograf und ZDF-Redakteur Axel Gomille geht in Weiterlesen

Nix wie Heimat! : für euch unterwegs in Deutschland / Lisa Altmeier ; Steffi Petz

Die beiden Autorinnen dieses ungewöhnlichen Buches haben 2013 Crowdspondent gegründet und recherchieren seither Themen, die ihnen über ihre Webseite oder über Facebook und Twitter vorgeschlagen werden. Für „Nix wie Heimat!“ war die Vorgabe, durch die „Crowd“ zwei Vorgaben pro Woche zu bekommen: jede Woche musste eine spannende Geschichte erzählt und an einem spannenden Platz übernachtet werden. Auf diese Weise reisten Altmeier und Fetz drei Monate quer durch Deutschland von Helgoland bis München, von Köln bis Bautzen und berichteten im Internet und im Fernsehen mit Texten, Interviews und Filmen über ihre Begegnungen, Recherchen und Erfahrungen.

Das so eine von der „Crowd“ bestimmte Reise nicht banal sein muss, beweist Weiterlesen

Eine Geschichte Deutschlands in 100 Bauwerken / Maríon Bayer

Ich war ja zunächst etwas skeptisch ob des tatsächlichen Informationsgehalts eines Buches, dass die Geschichte Deutschlands erzählen will mit Hilfe von 100 Gebäuden. Doch kaum hatte ich mit der Lektüre begonnen, war ich angenehm überrascht. Marion Bayer hat mit großer Sorgfalt aus der Fülle potentiell interessanter Bauwerke Beispiele ausgewählt, die auf indirekte oder direkte Weise mit einem wesentlichen Teil deutscher (und damit oft auch europäischer) Geschichte verbunden sind.

Natürlich sind eine ganze Menge Gebäude dabei, die sehr bekannt sind, etwa das Westwerk des Naumburger Dom, den Kölner Dom, das Brandenburger Tor in Berlin, das Dürer-Haus in Nürnberg oder die Fuggerei in Augsburg. Auch das Nationaltheater in Weimar und den Reichstag hätte man erwartet. Aber Bayer stellt auch überraschende Bauwerke vor, die sich bei näherer Betrachtung als ebenso guter Fokus für ein Segment der deutschen Geschichte und Kulturgeschichte erweisen: darunter finden sich das Weiterlesen

Toilet Stories : 5 Toilets, 5 Stories / Regie: Sören Hüper & Christian Prettin. Darst.: Rudolf Waldemar Brem, Marie Anne Fliegel, Horst-Günter Marx, Dorkas Kiefer […]

Gemeinhin werden Toiletten im Film ja eher gemieden: selten einmal sieht man in Kino- oder Fernsehfilmen eine von innen und wenn doch, sind sie allenfalls der Ort, an dem in Krimis die Leiche gefunden wird. Ganze Szenen, die auf Toiletten spielen, dürften äußerst rar sein, auch wenn diese Erkenntnis mehr auf Vermutungen denn auf Empirie beruht.

In „Toilet Stories“ sehen wir fünf am Ende nur lose miteinander verknüpfte Geschichten, die sich immer wieder mit kleinen Zeitsprüngen in der jeweiligen Handlung abwechseln und alle Weiterlesen

Herr Huang in Deutschland : ein Chinese auf Weltreise zum Kulturerbe / Huang Nubo

Die offensichtlich in den Medien von der FAZ bis zum Fernsehen mit einiger Aufmerksamkeit begleitete 25tägige Reise von Huang Nubo, einem chinesischen, aus armen Verhältnissen stammenden Multimillionär und Extremsportler, ist weiland 2013 komplett an mir vorbeigegangen – vermutlich, weil ich mit dem Umtopfen einer nahen Angehörigen beschäftigt war. Huang Nubo hat sich zum Ziel gesetzt, innerhalb von zehn Jahren sämtliche UNESCO-Weltkulturerbestätten zu besuchen und dazu immer ca. 20 Tage zu reisen und 10 Tage in Peking zu arbeiten. Er begann seine Reise in Deutschland und hat sein damals geführtes Tagebuch als deutschsprachige Ausgabe im Olms-Verlag herausgebracht.

Huang Nubo ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: er ist nicht nur erfolgreicher Unternehmer im aufstrebenden chinesischen Tourismusbereich, sondern hat auch mehrfach den Mount Everest bestiegen und beide Pole bereist. Er scheint eine Menge Geld an wohltätige Stiftungen zu spenden und hat mehrere Gedichtbände veröffentlicht. Und er sieht sich – was ihn in meinen Augen besonders sympathisch macht – als Weltbürger. Ein durchaus spannender Mensch also.

Sein Buch ist ein ausgesprochen subjektiver Bericht über seine Tour-de-force durch Deutschland. Huang Nubo hat nicht nur Wert darauf gelegt, die Kulturerbestätten zu besuchen, sondern suchte auch Weiterlesen

Nimm mich mit nach Gestern … / Renate Delfs und Rike Schmid

Renate Delfs, die 1925 geborene Flensburger Volksschauspielerin, und die Schauspielerin und Autorin Rike Schmidt (Jahrgang 1979) lernen sich im Jahr 1999 bei Dreharbeiten zu der Fernsehserie „Aus gutem Haus“ kennen. Die beiden Frauen werden trotz des großen Altersunterschiedes schnell zu Freundinnen und überbrücken räumliche Distanzen mit einem bis in die Gegenwart geführten Briefwechsel. Als die Zeit des Nationalsozialismus zur Sprache kommt, spürt Weiterlesen