Gangsta-Oma / David Williams, Tony Ross (Ill.)

Es ist nicht leicht für Ben. Seine Eltern sind Tanzshowfanatiker, die keine Sendung ihres Lieblingsimpresarios verpassen, und haben kein Verständnis dafür, dass Ben, der Tanzen hasst und nichts mehr liebt als Rohre, Abwassersysteme und Siphons liebt, leidenschaftlich gerne Klempner werden würde. Außerdem muss er jeden Freitag zu seiner langweiligen Oma, die am liebsten Kohl ist, dementsprechende Flatulenzen absondert und für ihr Leben gern Scrabble spielt.

Doch eines Tages findet Ben heraus, dass seine Oma eine berühmte Juwelendiebin war und Weiterlesen

Die Legende von Barney Thomson – Waschen, schneiden, umlegen / Regie: Robert Carlyle. Darst.: Robert Carlyle, Emma Thompson, Ashley Jensen, Ray Winstone […]

Bridgeton, Glasgow (Schottland): Barney ist seit zwanzig Jahren Friseur im Salon „Henderson’s Barbers“, um die fünfzig Jahre alt und lebt ein strunzlangweiliges Leben. Da er Konversation hasst und zuweilen eine sehr brüske Art hat, lassen sich die Kunden lieber bei seinen Kollegen die Haare schneiden. Seine kettenrauchende Mutter ist enttäuscht von ihm und lässt ihn immer wieder ihre Verachtung spüren. Als er seinen Job zu verlieren droht, stirbt durch Weiterlesen

Der Mann, der einen Baum fällte und alles über Holz lernte / Robert Penn

Jeder dieser Gegenstände sprach für sich vom Geschick und Idealismus der Kunsthandwerker und Handwerker, die sie geschaffen hatten. Das Wissen dieser Menachen deutete auf eine Zeit hin, zu der das Verhältnis zwischen Mensch und Natur noch etwas sensibler und enger war. Gemeinsam sprachen die Gegenstände von der langen und kreativen Beziehung zwischen Menschheit und Esche, von einer Übereinkunft, die sich über Jahrtausende hinweg bewährt hatte und von einer Kultur an die andere weitergegeben worden war. Ich hatte eine Esche gefällt und das Beste aus ihrem Holz gemacht. Was könnte einfacher sein? Es war ein tief befriedigendes Unterfangen gewesen, das mich in einer sich ständig verändernden Welt fest an einem Ort verwurzelt hatte. (S. 247).

Der britische Autor und Journalist Robert Penn, einigen vielleicht bereits bekannt durch seinen fahrradleidenschaftlichen Bestseller „Vom Glück auf zwei Rädern“, lebt mit seiner Familie fern großer Städte in einer waldigen Gegend von Wales, hat zwei Hunde und eine Menge Äxte. Seit zehn Jahren lebt er auf dem Land und hat mit der Zeit auch gelernt, den zum Grundstück gehörigen Wald naturnah zu nutzen und wieder zu einer von Lichtungen durchzogenen, artenreichen Oase zu machen. Er lernt die Arbeit im Wald zu schätzen, die seinen Körper auf besondere Art fordert:

Was mich jedoch am meisten und längsten fesselt, ist die körperliche Aufrichtigkeit des Aktes selbst – einen Klumpen Stahl mit achtzig Stundenkilometern durch die Luft zu schwingen und ihn in einem Holzklotz zu versenken. Wenn ich ein großes, knotiges Stück vom unteren Stamm einer Eiche abschlagen will, die Schneide der Axt zurückprallt und nur eine kaum sichtbare Kerbe hinterlässt, flutet der gescheiterte Versuch über den Axtstiel aus Eschenholz in meine Arme bi sind meine Schultern hinein zurück. Dann spüre ich die Kraft eines Baumes, der sich dem Willen unzähliger Stürme widersetzt hat. Durchdringt die Axt andererseits die Oberfläche eines Eschenblocks, fahren die Wangen des Axtkörpers durch die Spalte im Holz wie Wasser, das an Felsen brandet, und fallen zu beiden Seiten des Hackklotzes zwei cremig weiße Holzstücke hinunter – dann wird mein ganzer Körper von dem unvergleichlichen Gefühl erfüllt, etwas vollbracht zu haben. […] Als scheinbare banale Alltagstätigkeit ist das Hacken von Eschenholz einfach unschlagbar. (S. 55-56)

Als er im Laufe der Jahre auch Eschen freischneidet und ihren Wuchs bewundert, erinnert er sich Weiterlesen

The Loney : Roman / Andrew Michael Hurley

England, 1970er Jahre. Der halbwüchsige Tonto gehört einer kleinen Glaubensgemeinschaft an, die einmal im Jahr zu Ostern nach „The Loney“ pilgert, einem einsamen, Wind und Wetter ausgesetzten, abweisenden Landstrich an der Küste Nordenglands. Tonto muss auf seinen älteren Bruder Hanny aufpassen, der eigentlich erwachsen ist, doch sich wie ein Kind verhält und nicht reden kann. Tonto ist der Einzige, der Hannys Zeichen wirklich verstehen kann.

Auch 1976 fährt die Gemeinde nach „The Loney“: doch dieses Mal ist alles anders. Father Wilfried ist im Vorjahr unter mysteriösen Vorzeichen gestorben und Father Bernard, der die Gemeinde diesmal begleitet und nach Erfahrungen in Belfast ein überaus pragmatisches Verhältnis zum Glauben hat, genügt den religiösen Ansprüchen von Tontos und Hannys Mutter, die in der Glaubensgemeinschaft eine dominierende Rolle spielt, nicht. Denn diesmal soll es in der Wallfahrtskirche nicht weniger als ein Wunder geben, dass Hanny erlösen soll. Doch während Hanny alles für ein abenteuerliches Spiel hält und mit seinem Bruder Tonto in den Bunkerruinen am Strand herumtollt, wird die Wirklichkeit immer mehr Weiterlesen

It’s teatime, my dear!: Wieder reif für die Insel / Bill Bryson

Tempo und Maßstab britischen Daseins haben etwas an sich – die Wertschätzung kleiner Freuden, eine gewisse Zurückhaltung in Bezug auf Habsucht – , das das Leben seltsam angenehm macht. Die Briten sind wirklich die einzigen Menschen auf der Welt, die man ungemein aufmuntern kann, wenn man ihnen ein heißes Getränk und einen schlichten kleinen Keks vorsetzt (S. 475)

Großbritannien ist unerschöpflich. Nirgendwo auf der Welt gibt es auf so engem Raum so viel zu bestaunen – nirgendwo hat es über einen so langen Zeitraum eine derartige Produktivität auf hohem Niveau gegeben. Kein Wunder, dass sich mein Trip nicht so anfühlte, als wäre er abgeschlossen. Ich würde niemals alles sehen können (S. 471).

Gerade in jüngeren Jahren bin ich viel durch die Welt gereist und dabei des Öfteren auch über dieses Land hinweggeflogen. Leider aber war ich – wie ich zu meiner Schande gestehen muss – noch nie da. Trotzdem ich vieles von dort schätze: den Humor, die Teekultur (obwohl ich derzeit dem Kaffee zuneige), die Literatur, so manchen feinen, kleinen Film, eine gewisse Höflichkeit, gepaart mit Understatement und so manches mehr. Wenn man aus Hamburg kommt, ist ja trotz unleugbarer familienbedingter kölnischer Mentalitätseinflüsse eine gewisse Nähe zur britischen Lebensart sowieso unvermeidlich.

Nun trifft es sich gut, dass ich Bill Brysons Bücher mag: so bin ich mit seinem aktuellen Reisebericht über Weiterlesen

Ada von Goth und das Vollmondfest / Chris Riddell (Text & Ill.)

Auf Schloß Gormengraus steht das Vollmondfest an und alle sind furchtbar aufgeregt und beschäftigt. Zahllose Gourmetköche aus dem ganzen Land sind angereist, um ihre Kunst beim Backwettbewerb unter Beweis zu stellen, obwohl Mrs Beat’em, die Schlossköchin, William Flake, Mary Huckleberry, Nigellina Sugarspoon, Heston Harboil und all die anderen Kochkünstler am liebsten gar nicht in ihre Küche lassen möchte. Seltsame Gestalten treffen auf Gormengraus ein, darunter auch die ballonreisenden Weiterlesen

Robot Overlords – Herrschaft der Maschinen / Regie.: Jon Wright. Darst.: Ben Kingsley ; Gillian Anderson ; Callan McAuliffe [u.a.]

Seit einigen Jahren ist auf der Erde nichts mehr, wie es einmal war. Gigantische Roboter haben den Planeten in kurzer Zeit in ihre Gewalt gebracht und beherrschen die Menschheit. Lückenlos überwacht durch Implantate, darf unter Androhung und fast unmittelbarer Vollstreckung der Todesstrafe niemand bis auf wenige menschliche Kollaborateure mehr das Haus verlassen.

Durch Zufall bekommen ein paar Teenager um den gewitzten Sean (Callan McAuliffe) heraus, wie Weiterlesen