Leolo / Regie u. Drehb.: Jean-Claude Lauzon. Darst.: Maxime Collin, Ginette Reno, Julien Guiomar, Pierre Bourgault (…)

Weil ich träume bin ich nicht.
Denn wenn ich träume bin ich nicht verrückt.
Weil ich mich meinen Träumen überlasse in der Nacht.
Bevor mich der Tag empfängt.
Weil ich nicht liebe.
Weil ich Angst habe zu lieben.
Ich träume nicht mehr.
Ich träume nicht mehr.“. (Filmzitat)

Montreal. Der 14jährige Leo Lauzon lebt mit seiner Familie in armen, beengten und bedrückenden Verhältnissen, umgeben von Gewalt, sinnlos erscheinendem Alltag und offenbar wahnsinnigen Verwandten. Leo mag sich nicht an das Erwachsenenleben gewöhnen und flüchtet in die Fantasie, in Tagträume: er stellt sich vor, nicht von seinem Vater gezeugt worden zu sein, sondern durch Weiterlesen

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Hördur / Regie.: Ekrem Ergün. Darst.: Almila Bagriacik ; Felicitas Woll, Hilmi Sözer (…)

Die 17jährige Außenseiterin Aylin lebt zusammen mit ihrem kleinen Bruder und ihrem sich mit Gelegenheitsarbeiten durchschlagenden Vater in einer heruntergekommenen Wohnung in Mannheim. Nach dem Tod der Mutter liegt ein Schatten über der Familie, dem Aylin nur in einem immer wiederkehrenden Traum entfliehen kann, in dem sie ein langer Pfad in klarer Luft durch einen nebligen Wald führt. Als ein Streit in der Schule in Gewalt eskaliert, wird Aylin Weiterlesen

Amerika : Roman (Alle Toten fliegen hoch 1) / Joachim Meyerhoff

Der 18jährige Joachim will endlich mal raus aus der schleswig-holsteinischen Kleinstadt, bewirbt sich für einen Gastaufenthalt in Amerika und fährt nach Hamburg für entsprechende Auswahlgespräche. Unter den schnöseligen Großstadtteenagern wird ihm rasch klar, dass er sich besser für die amerikanische Provinz bewirbt: und so stellt er sich als streng religiösen, naturliebenden und sportbegeisterten Kleinstädter dar. Die Folge ist, dass er nach Laramie, Wyoming eingeladen wird, mit der Prärie vor dem Haus und den Rocky Mountains in der Nähe.

Erstaunlicherweise findet Joachim „The German“ sich Weiterlesen

Pampa Blues / Regie: Kai Wessel. Darst.: Sven Gielnik; Joachim Król ; Paula Beer […]

Der 16jährige Ben träumt von der ersten Liebe und von Afrika, hat es aber im wahren Leben nicht leicht. Das liegt nicht nur daran, dass sein abenteuerlicher Vater bereits tot ist, seine als Jazzsängerin dauerhaft tourende Mutter durch permanente Anwesenheit glänzt und er in dem winzigen Provinznest Wingroden leben muss, in dem nur ein paar einsame bierselige Männer, die Friseuse Anna und ihr verrückter Mann Tscheteschenienveteran wohnen: Ben hat ausserdem noch seinen senilen Großvater an der Backe, der alleine nicht mehr zurechtkommt.

Der ehemalige Golfprofi Maslow aber glaubt an Wingrodens goldene Zukunft und plant, den Ort Weiterlesen

Roxy : Roman / Dietmar Sous

Eine piefige Kleinstadt irgendwo in der Kölner Bucht in den 1970er Jahren. Hier lebt Raul, der wegen seinem Faible für die Band Roxy Music den Spitznamen Roxy trägt. Der 18jährige Analphabet hat die Schule geschmissen, weiß trotzdem aufgrund seiner Radioleidenschaft unheimlich viel, jobbt als Hilfsarbeiter und versucht alles, um der Einberufung zur Bundeswehr zu entkommen, bis er schliesslich als Zivildienstleistender in einem Krankenhaus landet. Seine Mutter verschleisst seit Jahren einen Liebhaber nach dem anderen. Roxy verliebt sich als Weiterlesen

Jetzt spricht Dylan Mint und Mr. Dog hält die Klappe / Brian Conaghan

Dylan Mint ist 16 Jahre alt und leidet unter dem Tourette-Syndrom. Sein Vater ist Soldat in Afghanistan, seine Mutter in letzter Zeit seltsam, da sie oft heult und oft Besuch von einem Taxifahrer namens Tony bekommt, der sein Auto frech auf Dads Parkplatz abstellt. Sein bester Kumpel ist der unter Asperger leidende Pakistani Amir, den Dylan gegen jede Form von Rassismus verteidigt. Seine Krankheit, die immer wieder zu unwillkürlichen Ticks und unflätigen Ausbrüchen führt, nennt er Mr. Dog, als wäre sie ein bellender, fluchender, tobender Hund.

Als wäre seine Krankheit nicht genug Belastung, erfährt Dylan plötzlich, dass Weiterlesen

Süßer König Jesus: Roman / Mary Miller. Übersetzt von Alissa Walser

Sie sagte nichts. Ich saß einen Moment lang da, schaute sie an, dann zog ich mich aus und stieg hinein, wartete, dass das Wasser sich um mich herum auffüllte. Ich tauchte den Kopf unter und hielt den Atem an, und mein Ring streifte am Porzellan entlang – man hatte mir Gott zum Mann bestimmt. Ich sollte mit Gott verheiratet werden. ich stellte mir vor, wie ich meine Handgelenke aufschlitzte, rot auf weiß. Es wäre so grell, so schön. Ich hörte mein Herz schlagen und erinnerte mich, dass es nur begrenzt schlug. Es schien so grausam, man pflanzte uns eine kleine Bombe ein, und wir mussten immer neue Wege finden, sie zu ignorieren. (S. 147)

Die Vereinigten Staaten sind ein merkwürdiges Land, gespalten zwischen Moderne und religiösem Fundamentalismus, zwischen Aufklärung und Restauration, zwischen Frömmigkeit und Bigotterie. Es ist soweit und der Weltuntergang steht bevor: Die 15jährige Jess und ihre 17jährige Schwester reisen auf dem Rücksitz des Familienautos mit ihren religiös-fundamentalistischen Eltern quer durch die Staaten und am Bible-Belt entlang Richtung Westen, der bevorstehenden, vom Propheten Marshall angekündigten Entrückung entgegen. Vier Tage dauert die Fahrt, in der sie auf Interstate-Highways und Nebenstrecken unterwegs sind, in heruntergekommenen Motels übernachten und schliesslich mit dem letzten Geld und kurz vor dem Ziel in einem Weiterlesen