Gottlos glücklich: Warum wir ohne Religion besser dran wären / Philipp Möller

Ich möchte zeigen, dass ein Leben ohne Gott für extrem viele Menschen absolut selbstverständlich und wunderschön ist, und ein Gegengewicht bieten zu religiöser Werbung, so wie sie heute – im Verborgenen wie im Öffentlichen – absolut wieder üblich ist. (Zitat)«

Philipp Möller, der vor Jahren fast zufällig Pressesprecher der schon legendären Buskampagne wurde, einem breiteren Leserkreis durch seine Lehrererfahrungen („Isch geh Schulhof“) bekannt ist und heute unter anderem als freier Schriftsteller und Pressereferent der Giordano-Bruno-Stiftung arbeitet, setzt sich in seinem aktuellen Buch auf überaus fundierte und zugleich unterhaltsame Weise mit Religion, dem christlichen Glauben und der ganz und gar nicht säkularen Kirchenrepublik Deutschland auseinander.

Neben persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen geht Möller dabei auch in die Tiefe, beleuchtet etwa die verfassungsmäßig zweifelhafte Stellung des Religionsunterrichtes an Schulen, die arbeitsrechtlichen Diskriminierungen bei den nahe hundertprozentig durch öffentliche Gelder finanzierten Krankenhäusern, Schulen und Kindergärten in kirchlicher Trägerschaft und die Tatsache, dass Bischöfe und Weiterlesen

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Der Nomadengott : Roman / Gerd Scherm

Es ist allgemein bekannt, dass Götter einen Wohnsitz haben. Ob nun auf dem Olymp oder in Asgard, auf oder in der Sonne oder in einem hohlen Baum, Götter wohnen.
Als man im Zuge der Rationalisierung den Monotheismus erfand, siedelte man diesen Ein-Gott im Himmel, im All, irgendwo in einem imaginären Oben an. (S. 8)

Es ist nicht einfach für die Hyksos in Ägypten 1500 Jahre vor unserer Zeitrechnung: seit vielen Jahren leben sie schon unter den Ägyptern, werden aber stets argwöhnisch beäugt. Jetzt will Pharao Ahmose sie endgültig loswerden und hält dabei im Zweifel jedes Mittel für gerechtfertigt. Zu allem Überfluss kriselt es auch bei den Göttern – und nicht erst, seit der dicke Devotionalienhändler Weiterlesen

Glaube / Ansgar Beckermann

So wie kein möglicher Zweck es rechtfertigen kann, ein unschuldiges Kind zu töten, kan auch kein möglicher Zweck zur Rechtfertigung einer unterlassenen Hilfeleistung herangezogen werden. Unterlassene Hilfeleistungen können nur durch Unvermögen entschuldigt werden, und das kann es bei Gott nicht geben. (S. 131)

Ich habe ja schon einige Bücher zum Thema gelesen, aber Ansgar Beckmanns „Glaube“ war ein besonderes intellektuelles Erlebnis. Der Philosoph, der sein Buch Demokrit, Epikur und Lukrez „mit seinem wunderbaren Lehrgedicht De rerum natura“ gewidmet hat, untersucht in seinem Buch akribisch Gründe, die für oder gegen Glauben sprechen. Im Gegensatz zu manchen Theologen, die Glaubensdinge generell der Überprüfbarkeit naturwissenschaftlichen Denkens entzogen sehen, ist Beckermann davon überzeugt, dass alles Weiterlesen

Hoffnung Mensch : eine bessere Welt ist möglich / Michael Schmidt-Salomon

Die Kultur steht nicht im Widerspruch zur Natur des Menschen, sondern ist Ausdruck seiner biologischen Veranlagung. […] Sie ist so sehr Teil der Natur, dass wir uns einen Menschen ohne Kultur ebensowenig vorstellen können wie einen Elefanten ohne Rüssel oder einen Schmetterling ohne Flügel. (S.96)

Das Jahr 2014 zähhlt von der Bilanz an menschengemachten Unglücken, Katastrophen und Kriegen nicht unbedingt zu den Jahren, die man zu den Glanzzeiten der Menschheit zählen würde. Insofern mag es manchem vermessen vorkommen, ein Buch mit dem Titel „Hoffnung Mensch“ zu veröffentlichen, wo die Welt doch derzeit scheinbar so düster ausschaut. Und dennoch: das hier vorgestellte Buch des von mir sehr geschätzten Philosophen und Sprechers der Gioardano-Bruno-Stiftung gehört für mich zu den herausragenden Werken zeitgenössischer Philosophie, weil es intellektuellen und sprachlich-ästhetischen Genuss gleichermaßen bietet und die Augen öffnet für das, was man angesichts des Unbills dieser Welt leicht übersieht: die Menschheit ist durchaus weitergekommen und hat das Potential, ihre Welt auch in Zukunft durchaus positiv weiter zu entwickeln.

Schmidt-Salomon setzt im ersten Teil des Fokus auf die besonderen Nöte des „tragischen Tieres“ Mensch, das um die Endlichkeit seiner Existenz weiß und vor der Weiterlesen