Wo die wilden Menschen jagen (Hunt for the Wilderpeople) / Regie u. Drehb.: Taika Waititi. Darst.:,Sam Neill, Julian Dennison, Rima de Wiata, Rachel House (…)

Der knapp 13jährige, schwer erziehbare und mehrfach straffällig gewordene Ricky Baker wird von der Jugendamtsmitarbeiterin Paula in die Obhut der warmherzigen Bella und ihres grantigen Mannes Hec gegeben, die in einem einsam gelegen Haus am Rande der Wildnis leben: es ist seine letzte Chance, dem Pflegeheim zu entgehen. Widerwillig fügt er sich in sein Schicksal, nachdem er Weiterlesen

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Nichts bleibt! : Roman / Willi Achten

Vielleicht besteht der Kern des Lebens, der schöne Kern, aus solchen Momenten der Nähe, des Anvertrauens zwischen zwei Menschen. Wahrscheinlich gibt es nicht mehr, und es rettet uns vor dem, was dort draußen auf uns wartet, das in unser Leben schlägt wie ein Sturm, der in die Bäume fährt. Er knickt und fällt sie, so wie auch wir fallen, und wenn wir brechen, stehen nicht mehr auf. (S. 92)

Franz Matthys, ein Mann in mittleren Jahren, lebt mit seinem rüstigen Vater, einem ehemaligen Bäcker, und seinem Sohn abgelegen im Wald. Er ist Kriegsfotograf und bekam einen bedeutenden Preis für das Foto von einer Steinigung. Doch glücklich ist Franz nicht: er zweifelt an seiner Arbeit, empfindet Schuld und wird von den erlebten schrecklichen Momenten im Schlaf verfolgt. Der Rückzug in die unaufgeregte Abgeschiedenheit verschafft Ruhe, und insbesondere der Sohn entwickelt eine innige Beziehung zum Großvater, der ihn in die Taubenzucht einführt. Franz selbst macht sich Hoffnungen auf eine neue Liebe zu Karen.

Auf dem Rückweg nahm sie meine Hand. Das Gras stach in die Kniekehlen. Unter den Sohlen brach Löwenzahn. Sie strich mit dem Daumen über meinen Handballen. Es war dunkel, bevor wie den Wald erreichten. Die Bäume standen wie Schattenrisse im Nachtblau. Der Wald ist in der Nacht ein anderer als am Tag. Auch wir werden andere, wenn wir in die Nacht gehen. Manchmal werden wir wahrer. Es gab keine Hast. Es war zuerst der Duft ihres Atems, ehe die Lippen sich berührten und später ausgestreckt im Gras der Taumel begann und schließlich dieses lange Fallen am Ende. (S. 114)

Doch die Schatten der Vergangenheit lassen ihn nicht los. Als sein Vater nachts im Wald von Weiterlesen

Der Mann, der einen Baum fällte und alles über Holz lernte / Robert Penn

Jeder dieser Gegenstände sprach für sich vom Geschick und Idealismus der Kunsthandwerker und Handwerker, die sie geschaffen hatten. Das Wissen dieser Menachen deutete auf eine Zeit hin, zu der das Verhältnis zwischen Mensch und Natur noch etwas sensibler und enger war. Gemeinsam sprachen die Gegenstände von der langen und kreativen Beziehung zwischen Menschheit und Esche, von einer Übereinkunft, die sich über Jahrtausende hinweg bewährt hatte und von einer Kultur an die andere weitergegeben worden war. Ich hatte eine Esche gefällt und das Beste aus ihrem Holz gemacht. Was könnte einfacher sein? Es war ein tief befriedigendes Unterfangen gewesen, das mich in einer sich ständig verändernden Welt fest an einem Ort verwurzelt hatte. (S. 247).

Der britische Autor und Journalist Robert Penn, einigen vielleicht bereits bekannt durch seinen fahrradleidenschaftlichen Bestseller „Vom Glück auf zwei Rädern“, lebt mit seiner Familie fern großer Städte in einer waldigen Gegend von Wales, hat zwei Hunde und eine Menge Äxte. Seit zehn Jahren lebt er auf dem Land und hat mit der Zeit auch gelernt, den zum Grundstück gehörigen Wald naturnah zu nutzen und wieder zu einer von Lichtungen durchzogenen, artenreichen Oase zu machen. Er lernt die Arbeit im Wald zu schätzen, die seinen Körper auf besondere Art fordert:

Was mich jedoch am meisten und längsten fesselt, ist die körperliche Aufrichtigkeit des Aktes selbst – einen Klumpen Stahl mit achtzig Stundenkilometern durch die Luft zu schwingen und ihn in einem Holzklotz zu versenken. Wenn ich ein großes, knotiges Stück vom unteren Stamm einer Eiche abschlagen will, die Schneide der Axt zurückprallt und nur eine kaum sichtbare Kerbe hinterlässt, flutet der gescheiterte Versuch über den Axtstiel aus Eschenholz in meine Arme bi sind meine Schultern hinein zurück. Dann spüre ich die Kraft eines Baumes, der sich dem Willen unzähliger Stürme widersetzt hat. Durchdringt die Axt andererseits die Oberfläche eines Eschenblocks, fahren die Wangen des Axtkörpers durch die Spalte im Holz wie Wasser, das an Felsen brandet, und fallen zu beiden Seiten des Hackklotzes zwei cremig weiße Holzstücke hinunter – dann wird mein ganzer Körper von dem unvergleichlichen Gefühl erfüllt, etwas vollbracht zu haben. […] Als scheinbare banale Alltagstätigkeit ist das Hacken von Eschenholz einfach unschlagbar. (S. 55-56)

Als er im Laufe der Jahre auch Eschen freischneidet und ihren Wuchs bewundert, erinnert er sich Weiterlesen

Birnenkuchen mit Lavendel / Regie & Drehb.: Éric Besnard. Darst.: Virginie Efira ; Benjamin Lavernhe; Lucie Fagedet [u.a.]

Seit ihr Mann gestorben ist, betreibt Louise Legrand den mehr schlecht als recht laufenden Birnen- und Lavendelhof in der Provence allein. Doch die alleinerziehende Mutter zweier Kinder kommt mehr und mehr an ihre Grenzen: sie kann ihre Schulden nicht zurückzahlen und die Bank droht, den Kredit einzufordern. Auf das Angebot des in sie verliebten Nachbarn, ihr ein Stück Land abzukaufen, mag sie nicht eingehen.

Da fährt sie mit ihrem Kombi aus Versehen Pierre an, einen etwas Weiterlesen

Nur fliegen ist schöner / Regie: Bruno Podalydès. Darst.: Bruno Podalydès ; Sandine Kiberlain; Agnès Jaqui; Vimala Pons […]

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ja, ich weiß, Männer neigen mit 50 dazu, sich einen Porsche zu kaufen und eine junge Geliebte zuzulegen. Ich selbst habe mir ein gutes Fahrrad gekauft und beschlossen, meine Frau weiterzulieben. Und es ist auch keineswegs so, dass ich einsam in einem mit überdimensionierter Radreiseausrüstung vollgestopften Keller auf einem aufgebockten Fahrrad sitze und von weiten, schnellen Bergabfahrten träume. Nein, ich fahre damit draußen rum und auch durchaus weite Strecken. Ohne tausend Gimmicks. Und ich bleibe auch nicht an irgendwelchen Landgasthöfen hängen, flirte nicht mit Bedienungen, die zu jung für mich sind und fange auch nichts mit Wirtinnen an. Mit Korn schon gar nicht.

Beim Grafikdesigner Michel, der gerade 50 gewroden ist, ist das anders. Er trottet durch seine tägliche Routine bei der Arbeit und daheim bei seiner Frau und spürt nur auf dem Motorrad einen Ansatz von Freiheit. Mehr durch Zufall wird das Interesse an Kajaks in ihm geweckt. Er kauft ein teures Modell, baut sich den Rahmen zusammen, gurtet ihn an seinen Schultern fest und macht Trockenpaddeln auf der Dachterrasse seines Wohnhauses. Als seine Frau Weiterlesen

Virgin Mountain (Orig.: Fúsi) / Regie: Dagur Kári. Darst.: Gunnar Jónsson, Ilmur Kristjánsdóttir, Sigurjón Kjartansson […]

Fúsi ist Mitte Vierzig, extrem übergewichtig, wortkarg und lebt noch bei seiner Mutter. Er, arbeitet als Gepäckpacker auf dem Flughafen von Reykjavik, nimmt nie Urlaub und war auch noch nie auf Reisen. Von seinen Kollegen wird er wegen seiner Statur und seiner Unerfahrenheit mit Frauen gemobbt und verbringt seine Freizeit mit dem Nachstellen von Weltkriegsschlachten im Modell, mal allein, mal mit seinem einzigen Freund. Eine Freundin hatte der gutmütige Fúsi Weiterlesen

Copenhagen / Regie: Mark Raso. Darst.: Gethin Anthony; Frederikke Dahl Hansen […]

Der Amerikaner William ist 28 Jahre alt. Mit seinem besten Freund und dessen Freundin reist er durch Europa und landet schließlich in Kopenhagen, der Geburtstadt seines verstorbenen Vaters, wo er seinen verschollenen Großvater zu finden hofft. William, der sich von einer kurzlebigen Frauengeschichte zur nächsten hangelt, erweist sich als unerträglich und findet sich bald von seinem besten Kumpel verlassen allein im Hotel wieder. Nur mit Hilfe eines alten, nie abgeschickten und auf Dänisch verfassten Briefes macht er sich jetzt auf die Suche nach seinem Großvater.

Zufällig lernt er Effy kenne, die in einem Hotelcafe als Bedienung arbeitet. Ihre Lebensfreude und ihre Weiterlesen