Laurel Canyon / Regie u. Drehb.: Lisa Cholodenko. Darst.: Francis McDormand ; Kate Beckinsale [u.a.]

Hollywood Hills, Laurel Canyon, Wohnviertel der Musiker und Nonkonformisten. Sam, Sohn der unkonventionellen, dem Lebensstil von “Sex, Drugs und Rock’n Roll” auch im reiferen Alter zusprechenden Musikproduzentin Jane, zieht mit seiner Freundin, der Wissenschaftlerin Alex, in das leere Haus seiner Mutter. Leider ist Jane Weiterlesen

Jackie : wer braucht schon eine Mutter / Regie: Antoinette Beumer. Darst.: Holly Hunter ; Carice van Houten ; Jelka van Houten [u.a.]

Vor 33 Jahren wurden die Zwillingsschwestern Sofie und Daan geboren – als Kinder zweier schwuler Väter, ausgetragen von einer ihnen bis heute nicht bekannten Frau. Die zupackende Sofie geht trotz ihres üblen Chefs ganz in ihrer Karriere im Medienbereich auf, während die zurückhaltende Daan mit ihrem Mann Joost Kinder zu kriegen versucht. Plötzlich erhalten sie eine Nachricht aus den USA: ihre leibliche Mutter braucht nach einem Weiterlesen

Meine erste Lüge : Roman / Marina Mander

Plötzlich wirbelt ein gigantisches Nichts durch meinen Kopf und wird immer größer. Mein Hirn ist ein leeres Heft, noch nie aufgeschlagen, mir fällt keine Geschichte ein, es gibt nicht mal Linien, an die man irgendein Phantasiewort hängen könnte. Das Nichts, das den Kopf überflutet und den Blick vernebelt, lässt mich nichts tun. Eine riesige Fläche aus Nichts, wie aus Eis. Der Weihnachtsmann ist vorbeigekommen, aber der Schnee hat seine Fußstapfen zugedeckt. Blu hat kleine weiche Kissen unter den Pfoten, er hinterlässt keine Spuren, die Rentiere sind evrschwudnen, irgendwo hinten sind irgendwelche Haufen, vielleicht sind es Iglus. Häuser aus Eiswürfeln, mir ist eiskalt, ich habe Angst vor Häusern aus Eiswürfeln. S. 30ff)

Italien. Der 10jährige Luca lebt mit seiner depressiven Mutter und dem Kater Blu allein in einer kleinen Wohnung. Seinen Vater kennt er nicht und muss früh lernen, mit den Traurigkeiten und der Bitternis seiner Mutter klarzukommen, ihren gelegentlichen Männerbekanntschaften, ihrem stundenlangem Im-Bett-Liegen, ihrem Medikamentenkonsum. Da er sich nicht auf sie verlassen kann, ist er gewohnt, alleine klarzukommen. Eiens Morgens aber steht seine Mutter Weiterlesen

Das Lächeln meiner Mutter / Delphine de Vigan

Eines Morgens stand ich auf und dachte, ich müsse schreiben, selbst wenn ich mich dazu auf einem Stuhl festbinden müsste, und ich müsste weitersuchen, selbst in der Gewissheit, dass ich nie die Antwort finden würde. Dieses Buch wäre vielleicht genau das, der Bericht über diese Suche, der sein eigenes Entstehen enthält, seine erzählerischen Irrwege, steckengebliebenen Versuche. Aber es wäre dieser zögernde, unvollenedte Impuls von mir hin zu ihr. (S. 41)

Die französische Autorin Delphine de Vigan (auf Jargsblog: No und ich) findet eines Morgens ihre 61jährige Mutter tot in deren Wohnung. Schnell wird klar, dass diese sich das Leben genommen hat. Die Schriftstellerin geht zunächst wie betäubt ihren Verrichtungen nach, nimmt ohne bewusste Erinnerung den Prix des Libraires entgegen, schreibt ihr aktuelles Buch zuende. Doch dann Weiterlesen

Wenn ich groß bin, werde ich Seehund / Nikolaus Heidelbach

“Ab und zu finde ich am Strand auf dem großen Stein zwei frische Makrelen. Ich glaube, Mama kommt nicht zurück. Wenn ich groß bin, werde ich Seemann. Oder Seehund.”

Bücher von Nikolaus Heidelbach sind für mich stets ein Ereignis, hat der Autor und Illustrator doch einen besonderen, zarten und humorvvollen Blick auf die Welt, wie sie ist und sein könnte. Nicht anders ging es mir mit dem vorliegenden Buch: ein kleiner Junge wohnt mit seinen Eltern am Meer. Sein Vater ist Fischer, seine Mutter kümmert sich um Haus und Garten. Der Junde darf der Mutter mithelfen – doch wenn er fertig ist, geht er schwimmen im Meer.
Da sein Vater oft lange auf See ist, redet er oft des Abens mit seiner Mutter über das Meer. Nicht selten bringt der Junge auch Funde mit, die er im Meer gemacht hat – und bekommt dafür wundersame Dinge erzählt von anderen Sachen, die es im Wasser gibt: Meerjungfrauen, Tintenprinzen, Perlbootsmänner, Weiterlesen

Vindings Spiel : Roman / Ketil Bjørnstad

“Mittagessen im Grünen. Eine stille Mahlzeit, als seien wir alle müde. Wir sind die einzige Familie, die sich hierher verirrt, zwischen Erlengebüsch, Birken und hohen Fichten. Die anderen sind nach Bogstad gefahren oder zum Østervannet, den großen Seen. Aber hier ist der Platz der Familie Vinding, wo man seine Ruhe hat, wo man am helllichten Tag Wein trinken kann, ohne dass es jemanden kümmert. Der Wind redet für uns. Und das Rauschen des Wasserfalls. Ich habe den Fluss nie so reißend erlebt. Ich sage es Mutter. Sie nickt, ohne sich zum Fluss umzudrehen, wie es jeder andere getan hätte.” (Zitat aus: Vindings Spiel v. Ketil Bjørnstad)

Bjørnstad ist eine Geschichte gelungen, die ihre Weiterlesen

Vindings Spiel : Roman / Ketil Bjørnstad

“Mittagessen im Grünen. Eine stille Mahlzeit, als seien wir alle müde. Wir sind die einzige Familie, die sich hierher verirrt, zwischen Erlengebüsch, Birken und hohen Fichten. Die anderen sind nach Bogstad gefahren oder zum Østervannet, den großen Seen. Aber hier ist der Platz der Familie Vinding, wo man seine Ruhe hat, wo man am helllichten Tag Wein trinken kann, ohne dass es jemanden kümmert. Der Wind redet für uns. Und das Rauschen des Wasserfalls. Ich habe den Fluss nie so reißend erlebt. Ich sage es Mutter. Sie nickt, ohne sich zum Fluss umzudrehen, wie es jeder andere getan hätte.” (Zitat aus: Vindings Spiel v. Ketil Bjørnstad)

Norwegen, in den 1960er Jahren. Familie Vinding geht an einem Sonntag zum Picknick an den Stausee. Die Ehe der Eltern ist schwer zerrüttet und es ist spürbar, dass sie auch durch sonntägliche Ausflüge nicht zu retten sein wird. Doch dieser Sonntag bringt eine dramatische Wende – und alles ändert sich für den 15jährigen Aksel Vinding, seinen Vater und seine ältere Schwester, als seine angetrunkene Mutter vor seinen Augen Weiterlesen